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Olympische Sommerspiele 1964/Leichtathletik – Marathon (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Marathonlauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 68 Athleten aus 35 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Tokio
(Start und Ziel)
Wettkampfphase 21. Oktober 1964
Siegerzeit 2:12:11,2 h
Medaillengewinner
Abebe Bikila (Athiopien 1941
 ETH)
Basil Heatley (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)
Kōkichi Tsuburaya (Japan 1870
 JPN)
Kenji Kimihara (JPN) erreichte das Ziel als Achter
Kenji Kimihara (JPN) erreichte das Ziel als Achter
Platz achtzehn für den Tschechoslowaken Václav Chudomel
Platz achtzehn für den Tschechoslowaken Václav Chudomel
Gerd Hönicke (EUA) wurde 38.
Gerd Hönicke (EUA) wurde 38.

Der Marathonlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio wurde am 14. Oktober 1964 ausgetragen. Start und Ziel war das Olympiastadion Tokio. Es nahmen 68 Athleten teil, von denen 58 das Ziel erreichten.

Olympiasieger wurde der Äthiopier Abebe Bikila. Er gewann vor dem Briten Basil Heatley und dem Japaner Kōkichi Tsuburaya.

Drei Deutsche und zwei Schweizer gingen an den Start, während Läufer aus Österreich und Liechtenstein nicht teilnahmen. Deutschland wurde durch Heinrich Hagen (Platz 24), Gerhard Hönicke (Platz 38) und Manfred Naumann (Platz 39) repräsentiert. Für die Schweiz starteten Guido Vögele (Platz 32) und Oscar Leupi (Platz 41).

Bestehende Rekorde

Weltbestleistung Basil Heatley (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien) 2:13:55 h London, Großbritannien 13. Juni 1964[1]
Olympischer Rekord Abebe Bikila (Athiopien 1941
 Äthiopien)
2:15:16,2 h Olympischer Marathonlauf in Rom, Italien 10. September 1960

Weltrekorde werden im Marathonlauf wegen der unterschiedlichen Streckenbeschaffenheiten nicht geführt.

Streckenführung

Startpunkt war das Olympiastadion. Nach zwei Runden verlief die Strecke aus dem Stadion heraus in nordwestlicher Richtung in den Bezirk Shinjuku. Auf dem Metropolitan Expressway ging es dann Richtung Westen durch die Ortsteile Hatagaya, Sasazuka, Izumi, Karasuyama und Shinkawa. Anschließend führte die Route in die Stadt Chōfu. In Fuchū lag der Wendepunkt, es ging auf dem gleichen Weg wieder zum Stadion zurück, wo das Ziel lag.[2]

Rennverlauf

Datum: 14. Oktober 1964, 13.00 Uhr[3]

Der Olympiasieger von 1960, Abebe Bikila, galt eigentlich als Topfavorit. In seiner bisherigen Karriere hatte er erst einen Marathon verloren. Am 19. April 1963 hatte er sich beim Boston-Marathon dem Belgier Vandendriessche geschlagen geben müssen. Aber alleine Bikilas Teilnahme schien schon an ein Wunder zu grenzen. Am 16. September, weniger als einen Monat vor dem olympischen Marathonrennen, war ihm der Blinddarm entfernt worden. So war er nach menschlichem Ermessen nicht mehr wirklich zu den Favoriten zu zählen. Als stark eingeschätzt wurden der britische Inhaber der Weltbestleistung, Basil Heatley, und dessen Landsmann Brian Kilby. Auch der US-Läufer Buddy Edelen und der Japaner Tōru Terasawa wurden hoch gehandelt.

Bikila, der in Rom Aufsehen erregt hatte, weil er den Marathon barfuß gelaufen war, trug diesmal Schuhe. Er präsentierte sich in von Anfang an in erstaunlich guter Verfassung. Am Wendepunkt des sehr flachen Kurses führte der Äthiopier mit 15 Sekunden Vorsprung, den Bikila in der Folge stetig ausbaute. Als er mit einer neuen Weltbestleistung die Ziellinie überquerte, hatte er über vier Minuten Vorsprung auf die folgenden Läufer. Als nächster Athlet nach ihm kam zur Freude der einheimischen Zuschauer der Japaner Kōkichi Tsuburaya ins Stadion, gefolgt von Basil Heatley. Dem Brite gelang es in der letzten Runde, am erschöpften Japaner vorbeizuziehen. Aber Tsuburaya konnte die Bronzemedaille retten. Brian Kilby erreichte als Vierter das Ziel vor dem Ungarn József Sütő, Buddy Edelen wurde Sechster vor dem Aurèle Belger Vandendriessche. Bikila verbesserte die bestehende Weltbestleistung um 1:44 min und seinen eigenen olympischen Rekord um mehr als drei Minuten.[4]

Abebe Bikila konnte als erster Marathonläufer der Geschichte seinen Olympiasieg wiederholen.

Überblick: Zwischenzeiten
Zwischenzeit-
Marke
Zwischenzeit Führende(r) 5-km-Zeit
5 km 15:06 min Ron Clarke 15:06 min
10 km 30:14 min Ron Clarke, Abebe Bikila, Jim Hogan 15:08 min
15 km 45:35 min Ron Clarke, Abebe Bikila, Jim Hogan 15:21 min
20 km 1:00:58 h Abebe Bikila 15:23 min
25 km 1:16:40 h Abebe Bikila 15:42 min
30 km 1:32:50 h Abebe Bikila 16:10 min
35 km 1:49:01 h Abebe Bikila 16:11 min
40 km 2:05:10 h Abebe Bikila 16:09 min

Endergebnis

Bhupendra Silwa und Ganga Bahadur Thapa waren die ersten Leichtathleten aus Nepal, die bei Olympischen Spielen antraten.

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Abebe Bikila Athiopien 1941
 Äthiopien
2:12:11,2 h WBL
2 Basil Heatley Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2:16:19,2 h
3 Kōkichi Tsuburaya Japan 1870
 Japan
2:16:22,8 h
4 Brian Kilby Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2:17:02,4 h
5 József Sütő Ungarn 1957
 Ungarn
2:17:55,8 h
6 Buddy Edelen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2:18:12,4 h
7 Aurèle Vandendriessche BelgienBelgien Belgien 2:18:42,6 h
8 Kenji Kimihara Japan 1870
 Japan
2:19:49,0 h
9 Ron Clarke AustralienAustralien Australien 2:20:26,8 h
10 Demissie Wolde Athiopien 1941
 Äthiopien
2:21:25,2 h
11 Lee Sang-hoon Korea Sud 1949
 Südkorea
2:22:02,8 h
12 Bakir Benaïssa MarokkoMarokko Marokko 2:22:27,0 h
13 Eino Oksanen FinnlandFinnland Finnland 2:22:36,0 h
14 Billy Mills Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2:22:55,4 h
15 Tōru Terasawa Japan 1870
 Japan
2:23:09,0 h
16 Kim Yun-bum Korea Sud 1949
 Südkorea
2:24:40,6 h
17 Giorgio Jegher ItalienItalien Italien 2:24:45,2 h
18 Václav Chudomel Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
2:24:46,8 h
19 Ron Hill Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2:25:34,4 h
20 Paavo Pystynen FinnlandFinnland Finnland 2:26:00,6 h
21 Fidel Negrete Mexiko 1934
 Mexiko
2:26:07,0 h
22 Nikolai Tichomirow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
2:26:07,4 h
23 Pete McArdle Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2:26:24,4 h
24 Heinrich Hagen Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch
 Deutschland
2:26:39,8 h
25 Pavel Kantorek Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
2:26:47,2 h
26 Nikolai Abramow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
2:27:09,4 h
27 Ray Puckett NeuseelandNeuseeland Neuseeland 2:27:34,0 h
28 Eino Valle FinnlandFinnland Finnland 2:27:34,8 h
29 Jeff Julian NeuseelandNeuseeland Neuseeland 2:27:57,6 h
30 Ricardo Vidal ChileChile Chile 2:28:01,6 h
31 Bob Vagg AustralienAustralien Australien 2:28:41,0 h
32 Guido Vögele SchweizSchweiz Schweiz 2:29:17,8 h
33 Balkrishan Akotkar IndienIndien Indien 2:29:27,4 h
34 Jean Aniset LuxemburgLuxemburg Luxemburg 2:29:52,6 h
35 Thin Sumbwegam Birma 1948
 Birma
2:30:35,8 h
36 Constantin Grecescu Rumänien 1952
 Rumänien
2:30:42,6 h
37 János Pintér Ungarn 1957
 Ungarn
2:30:50,2 h
38 Gerhard Hönicke Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch
 Deutschland
2:33:23,0 h
39 Manfred Naumann Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch
 Deutschland
2:33:42,0 h
40 Antonio Ambu ItalienItalien Italien 2:34:37,6 h
41 Oskar Leupi SchweizSchweiz Schweiz 2:35:05,4 h
42 Ivan Keats NeuseelandNeuseeland Neuseeland 2:36:16,8 h
43 Harbans Lal IndienIndien Indien 2:37:05,8 h
44 Armando Aldegalega PortugalPortugal Portugal 2:38:02,2 h
45 Chrisantus Nyakwayo Kenia
 Kenia
2:38:38,6 h
46 Constantino Kapambwe Rhodesien und Njassaland
 Nordrhodesien
2:39:28,4 h
47 Omari Abdallah Tanganjika
 Tanganjika
2:40:06,0 h
48 Muhammad Youssef PakistanPakistan Pakistan 2:40:46,0 h
49 Naftali Temu Kenia
 Kenia
2:40:46,6 h
50 Joo Hyung-kail Korea Sud 1949
 Südkorea
2:41:08,2 h
51 Mathias Kanda Rhodesien Sud 1964
 Südrhodesien
2:41:09,0 h
52 Tony Cook AustralienAustralien Australien 2:42:03,6 h
53 Víctor Peralta Mexiko 1934
 Mexiko
2:44:23,6 h
54 Trevor Haynes Rhodesien und Njassaland
 Nordrhodesien
2:45:08,6 h
55 Abraham Fornés Puerto Rico
 Puerto Rico
2:46:22,6 h
56 Robson Mrombe Rhodesien Sud 1964
 Südrhodesien
2:49:30,8 h
57 Laurent Chifita Rhodesien und Njassaland
 Nordrhodesien
2:51:52,2 h
58 Chanom Sirirangsri ThailandThailand Thailand 2:59:25,6h
DNF Wiktor Baikow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
Hedhili Ben Boubaker TunesienTunesien Tunesien
Mohamed Hadheb Hannachi TunesienTunesien Tunesien
Jim Hogan IrlandIrland Irland
Nguyễn Văn Lý Vietnam Sud
 Südvietnam
Bhupendra Silwal NepalNepal Nepal
Andrew Soi Kenia
 Kenia
Osvaldo Suárez ArgentinienArgentinien Argentinien
Ganga Bahadur Thapa NepalNepal Nepal
Mamo Wolde Athiopien 1941
 Äthiopien
DNS Alberto Garabito BolivienBolivien Bolivien
Alejo Montano BolivienBolivien Bolivien
Bruce Kidd Kanada 1957
 Kanada
Ranatunge Karunananda Ceylon
 Ceylon
Jean Louis Brugier FrankreichFrankreich Frankreich
Lajos Mecser Ungarn 1957
 Ungarn
Suliman Fighi Hassan Libyen Konigreich 1951
 Libyen
Jean Randrianjatovo MadagaskarMadagaskar Madagaskar
Hyung Ryoo Man Korea NordNordkorea Nordkorea
Dumitru Chitoban Rumänien 1952
 Rumänien
Mohamed Gammoudi TunesienTunesien Tunesien

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 264–266

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 565 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 26. Oktober 2017
  2. Offizieller Bericht S. 74, Streckenführung (engl.) (Memento des Originals vom 30. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org, abgerufen am 26. Oktober 2017
  3. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1964 (Memento des Originals vom 30. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 73–76 (englisch) auf library.la84.org (PDF), abgerufen am 26. Oktober 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 26. Oktober 2017
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Olympische Sommerspiele 1964/Leichtathletik – Marathon (Männer)
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