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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – Diskuswurf (Frauen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Diskuswurf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 15 Athletinnen aus 8 Ländern
Wettkampfort Estadio Olímpico Universitario
Wettkampfphase 18. Oktober 1968
Medaillengewinnerinnen
Lia Manoliu (Rumänien 1965
 ROM)
Liesel Westermann (Deutschland BR
 FRG)
Jolán Kleiber-Kontsek (Ungarn 1957
 HUN)

Der Diskuswurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 18. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. 15 Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde die Rumänin Lia Manoliu. Sie gewann vor Liesel Westermann aus der Bundesrepublik Deutschland und der Ungarin Jolán Kleiber-Kontsek.

Neben der Medaillengewinnerin startete auch Brigitte Berendonk für die Bundesrepublik Deutschland (offiziell Deutschland). Sie wurde Achte.
Die DDR – offiziell Ostdeutschland – wurde durch Anita Otto, Christine Spielberg und Karin Illgen vertreten. Otto erreichte Platz vier, Spielberg Rang sieben und Illgen wurde Zehnte.
Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 62,54 m Liesel Westermann (Deutschland BR
 BR Deutschland)
Werdohl, BR Deutschland (heute Deutschland) 24. Juli 1968[1]
Olympischer Rekord 57,27 m Tamara Press (Sowjetunion 1955
 Sowjetunion)
Finale von Tokio, Japan 19. Oktober 1964

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athletinnen traten am 18. Oktober um 15.30 Uhr (Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6)[2] zum Wettkampf an. Aufgrund der geringen Zahl der Teilnehmerinnen wurde auf eine Qualifikationsrunde verzichtet. Jede Werferin hatte zunächst drei Versuche. Erstmals konnten die besten acht – und nicht wie bis 1964 die besten sechs – Athletinnen anschließend drei weitere Versuche durchführen.

Finale

Datum: 14. Oktober 1968, 15.30 Uhr[3]

Als Favoritin galt vor allem die bundesdeutsche Weltrekordlerin Liesel Westermann. Ihre Hauptkonkurrentin war die Europameisterin von 1966, Christine Spielberg aus der DDR. Ergänzt wurde der Kreis der Medaillenanwärterinnen durch Lia Manoliu aus Rumänien. Sie trat schon zum fünften Mal bei Olympischen Spielen an und konnte einige Erfolge vorweisen: 1952 Sechste, 1956 Neunte, 1960 und 1964 jeweils Bronzemedaillengewinnerin. Manoliu mit 36 Jahren und Olga Connolly mit 35 Jahren, Olympiasiegerin von 1956 unter ihrem damaligen Namen Olga Fikotová, waren die mit Abstand ältesten Starterinnen in diesem Wettbewerb.

Schon in der ersten Runde warf Lia Manoliu den Diskus zu einem neuen Olympiarekord, der ihr den Olympiasieg brachte. Die Ungarin Jolán Kleiber-Kontsek lag nach diesem ersten Durchgang vor Anita Otto aus der DDR, Westermann und Spielberg auf Platz zwei. Im zweiten Versuch zog Westermann an der Ungarin vorbei, Otto rutschte auf Platz vier, die sowjetische Werferin Antonina Popowa auf Platz fünf. Connolly konnte sich nach einem Fehlversuch in Runde eins nun vor Spielberg auf Platz sechs einreihen. An diesem Klassement änderte sich bis zum Schluss nichts mehr – und das hatte seinen Grund: Schon zu Beginn des zweiten Durchgangs begann es zu regnen, und dieser Regen wurde immer stärker. Das führte dazu, dass der Wurfring immer rutschiger wurde, sodass die Werferinnen keinen Halt mehr hatten für ihre schnellen Drehungen. Wer nicht spätestens im zweiten Versuch einen guten Wurf zustande gebracht hatte, war anschließend chancenlos, auf eine ansprechende Weite zu kommen.[4]

Lia Manoliu errang den ersten rumänischen Olympiasieg in dieser Disziplin.

Jolán Kleiber-Kontsek gewann die erste ungarische Medaille im Diskuswurf der Frauen.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Lia Manoliu Rumänien 1965
 Rumänien
58,28 m OR x - x 46,82 m x 58,28 m OR
2 Liesel Westermann Deutschland BR
 BR Deutschland
54,02 m 57,76 m x 55,78 m x x 57,76 m
3 Jolán Kleiber-Kontsek Ungarn 1957
 Ungarn
54,90 m 54,24 m x x x x 54,90 m
4 Anita Otto Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
54,40 m 54,10 m 53,88 m x 51,16 m 52,34 m 54,40 m
5 Antonina Popowa Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
53,42 m 53,12 m 51,40 m 52,60 m 52,86 m x 53,42 m
6 Olga Connolly Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x 52,96 m 50,74 m x x 50,40 m 52,96 m
7 Christine Spielberg Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
52,86 m x 52,86 m x 52,62 m 49,80 m 52,86 m
8 Brigitte Berendonk Deutschland BR
 BR Deutschland
52,80 m 49,66 m 46,90 m x x 50,46 m 52,80 m
9 Ljudmila Murawjowa Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
51,80 m 52,26 m 50,20 m nicht im Finale der
besten acht Werferinnen
52,26 m
10 Karin Illgen Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
50,40 m x 52,08 m 52,08 m
11 Judit Stugner Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 42,12 m 51,38 m 52,08 m 52,08 m
12 Daschdsewegiin Namdschilmaa Mongolei Volksrepublik 1949
 Mongolei
50,76 m x 49,00 m 50,76 m
13 Olimpia Cataramă Rumänien 1965
 Rumänien
x 47,50 m 50,20 m 50,20 m
14 Carol Moseke Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 48,28 m 44,78 m 44,04 m 48,28 m
15 Jean Roberts AustralienAustralien Australien 36,56 m 46,26 m x 46,26 m
  • Olympiasiegerin Lia Manoliu, Rumänien
    Olympiasiegerin Lia Manoliu, Rumänien
  • Liesel Westermann, BR Deutschland, Gewinnerin der Silbermedaille
    Liesel Westermann, BR Deutschland, Gewinnerin der Silbermedaille
  • Platz vier für Anita Otto, DDR
    Platz vier für Anita Otto, DDR
  • Karin Illgen aus der DDR erreichte Platz zehn
    Karin Illgen aus der DDR erreichte Platz zehn

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 390f

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 647 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 12. November 2017
  2. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1968 (Memento des Originals vom 17. September 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 11, engl./frz. (PDF), abgerufen am 12. November 2017
  3. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1968 (Memento des Originals vom 17. September 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 11, engl./frz. (PDF), abgerufen am 12. November 2017
  4. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 390f
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