Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – Diskuswurf (Männer) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – Diskuswurf (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Diskuswurf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 27 Athleten aus 19 Ländern
Wettkampfort Estadio Olímpico Universitario
Wettkampfphase 14. Oktober 1968 (Qualifikation)
15. Oktober 1968 (Finale)
Medaillengewinner
Al Oerter (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Lothar Milde (Deutschland Demokratische Republik 1968
 GDR)
Ludvík Daněk (Tschechoslowakei
 TCH)

Der Diskuswurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 14. und 15. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. 27 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Al Oerter. Er gewann vor Lothar Milde aus der DDR und dem Tschechoslowaken Ludvík Daněk.

Für die BR Deutschland – offiziell Deutschland – traten Hein-Direck Neu, Klaus-Peter Hennig und Jens Reimers an. Hennig und Reimers scheiterten in der Qualifikation, Neu erreichte das Finale und wurde dort Neunter.
Die DDR – offiziell Ostdeutschland – wurde neben Silbermedaillengewinner Milde noch durch Hartmut Losch und Günter Schaumburg vertreten, die ebenfalls beide das Finale erreichten. Losch wurde dort Vierter, Schaumburg Zehnter.
Für die Schweiz ging Edy Hubacher, der 1972 in Sapporo Olympiasieger im Viererbob wurde, an den Start. Hubacher scheiterte ebenso an der Qualifikationsweite, wie der Österreicher Heimo Reinitzer.
Athleten aus Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 68,40 m Jay Silvester (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) Reno, USA 18. September 1968[1]
Olympischer Rekord 61,00 m Al Oerter (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) Finale von Tokio, Japan 15. Oktober 1964

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athleten traten am 14. Oktober zu einer Qualifikationsrunde an, die in zwei Gruppen absolviert wurde. Die besten zwölf Starter qualifizierten sich für das Finale. Die Qualifikationsweite zum direkten Erreichen des Finales am 15. Oktober lautete 58,00 m. Dort hatte jeder Teilnehmer zunächst drei Versuche. Erstmals konnten die acht besten – und nicht wie bis 1964 sechs besten – Athleten dann drei weitere Versuche absolvieren.

Zeitplan

14. Oktober, 10.00 Uhr: Qualifikation
15. Oktober, 15.00 Uhr: Finale<[2]

Anmerkung: Alle Zeiten sind Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6)

Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt.

Qualifikation

Datum: 14. Oktober 1968, ab 10.00 Uhr[3]

Gruppe A

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Jay Silvester Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 63,64 m OR - - 63,64 m OR
2 Hartmut Losch Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
60,40 m - - 60,40 m
3 Gary Carlsen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 60,36 m - - 60,36 m
Lothar Milde Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
5 Günter Schaumburg Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
60,14 m - - 60,14 m
6 Al Oerter Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 59,36 m - - 59,36 m
7 Ludvík Daněk Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
59,34 m 58,10 m 56,42 m 59,34 m
8 Ricky Bruch SchwedenSchweden Schweden 59,08 m - - 59,08 m
9 Hein-Direck Neu Deutschland BR
 BR Deutschland
x 55,26 m 58,56 m 58,56 m
10 Ferenc Tégla Ungarn 1957
 Ungarn
57,18 m 58,50 m - 58,50 m
11 Edmund Piątkowski Polen 1944
 Polen
58,24 m - - 58,24 m
12 Guram Gudaschwili Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
57,48 m 55,84 m x 57,48 m
13 George Puce KanadaKanada Kanada 57,34 m x x 57,34 m
14 Jens Reimers Deutschland BR
 BR Deutschland
53,18 m x 54,02 m 54,02 m

Gruppe B

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Robin Tait NeuseelandNeuseeland Neuseeland 58,88 m - - 58,88 m
2 Namakoro Niaré Mali
 Mali
x 54,92 m 56,60 m 56,60 m
3 János Faragó Ungarn 1957
 Ungarn
54,98 m 56,00 m x 56,00 m
4 Leszek Gajdziński Polen 1944
 Polen
54,92 m x x 54,92 m
5 Denis Ségui Kragbé ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste 55,24 m 54,24 m x 55,24 m
6 Joe Kashmiri Iran 1964
 Iran
53,00 m 53,96 m 53,30 m 53,96 m
7 Klaus-Peter Hennig Deutschland BR
 BR Deutschland
53,80 m x x 53,80 m
8 Heimo Reinitzer OsterreichÖsterreich Österreich 51,90 m 52,00 m 53,52 m 53,52 m
9 Modesto Mederos Kuba
 Kuba
52,30 m x 49,42 m 52,30 m
10 Bill Tancred Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien x 48,86 m 51,74 m 51,74 m
11 Edy Hubacher SchweizSchweiz Schweiz x 49,80 m 51,70 m 51,70 m
12 Rolando Mendoza Nicaragua 1908
 Nicaragua
39,62 m 36,46 m 38,78 m 39,62 m
13 Mauricio Jubis El Salvador
 El Salvador
33,62 m 35,94 m 36,18 m 36,18 m

Finale

Datum: 15. Oktober 1968, 15.00 Uhr[3]

Die Favoritenrolle fiel dem US-amerikanischen Weltrekordler Silvester zu. Er hatte mehrfach Weiten jenseits der 66 Meter erzielt und schien auf einem für andere Werfer dieses Jahres kaum erreichbaren Niveau zu werfen. Allerdings waren es in der Regel Stadien, die mit ihren Windverhältnissen besonders günstige Rahmenbedingungen für die Werfer boten, oft bezeichnet als sogenannte 'Segelwiesen'. Zum weiteren Favoritenkreis zählten die DDR-Starter und gespannt waren alle auch auf das Abschneiden des äußerst wettkampfstarken dreimaligen Olympiasiegers Alfred Oerter.
Silvester hatte in der Qualifikation den Olympiarekord um mehr als zwei Meter verbessert. Im Finale gingen jedoch zunächst einmal die beiden DDR-Werfer Lothar Milde und Hartmut Losch in Führung. Oerter folgte auf Platz vier, Silvester auf fünf. In Runde zwei baute Milde seine Führung weiter aus, Silvester zog mit Oerter gleich. Im dritten Versuch warf Al Oerter seinen Diskus auf die Weite von 64,78 m und verbesserte damit Silvesters Olympiarekord noch einmal um mehr als einen Meter. Diese Führung kam im weiteren Wettbewerbsverlauf nicht mehr ins Wanken. Lothar Milde blieb auf Rang zwei, der Tschechoslowake Ludvík Daněk schob sich zwischen Milde und Hartmut Losch auf den Bronzeplatz. Jay Silvester blieb weit unter seinen vor den Spielen erzielten Ergebnissen und kam nicht über den fünften Rang hinaus. An dieser Reihenfolge änderte sich bis zum Schluss nichts mehr.[4]

Al Oerter war der erste Leichtathlet, der vier Mal in Folge Olympiasieger in einer Disziplin wurde.
Im sechzehnten olympischen Finale war es der zwölfte US-Sieg, davon der fünfte in Folge.
DDR-Werfer Lothar Milde gewann die erste deutsche Medaille in dieser Disziplin.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Al Oerter Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 61,78 m x 64,78 m OR 62,42 m 64,74 m 64,04 m 64,78 m OR
2 Lothar Milde Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
62,44 m 63,08 m 62,58 m 59,98 m 60,24 m 58,00 m 63,08 m
3 Ludvík Daněk Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
60,62 m x 62,92 m x 61,28 m 61,34 m 62,92 m
4 Hartmut Losch Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
62,12 m 61,68 m 60,34 m 59,48 m 58,94 m 59,50 m 62,12 m
5 Jay Silvester Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 61,10 m 61,78 m x x x 60,44 m 61,78 m
6 Gary Carlsen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 58,62 m 59,26 m 59,46 m 59,30 m 52,60 m 58,54 m 59,46 m
7 Edmund Piątkowski Polen 1944
 Polen
59,40 m 58,46 m 57,66 m 57,52 m x 58,72 m 59,40 m
8 Ricky Bruch SchwedenSchweden Schweden 58,94 m 58,02 m 58,12 m 59,28 m 58,50 m 58,34 m 59,28 m
9 Hein-Direck Neu Deutschland BR
 BR Deutschland
55,96 m x 58,66 m nicht im Finale der
besten acht Werfer
58,66 m
10 Günter Schaumburg Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
56,64 m 57,70 m 58,62 m 58,62 m
11 Ferenc Tégla Ungarn 1957
 Ungarn
56,74 m 58,36 m 57,78 m 58,36 m
12 Robin Tait NeuseelandNeuseeland Neuseeland 56,52 m 57,68 m 56,84 m 57,68 m
  • DDR-Werfer Lothar Milde, Gewinner der Silbermedaille
    DDR-Werfer Lothar Milde, Gewinner der Silbermedaille
  • Bronze für den Tschechoslowaken Ludvík Daněk
    Bronze für den Tschechoslowaken Ludvík Daněk
  • Hartmut Losch, DDR, erreichte Platz vier
    Hartmut Losch, DDR, erreichte Platz vier
  • Weltrekordler Jay Silvester aus den USA erreichte Platz fünf
    Weltrekordler Jay Silvester aus den USA erreichte Platz fünf

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 367f

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 558 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1968 S. 10, engl./frz. (PDF), abgerufen am 9. November 2017
  3. a b Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1968 S. 529, engl./frz. (PDF), abgerufen am 9. November 2017
  4. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 367
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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – Diskuswurf (Männer)
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