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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – Dreisprung (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Dreisprung
Geschlecht Männer
Teilnehmer 34 Athleten aus 24 Ländern
Wettkampfort Estadio Olímpico Universitario
Wettkampfphase 16. Oktober 1968 (Qualifikation)
17. Oktober 1968 (Finale)
Medaillengewinner
Wiktor Sanejew (Sowjetunion 1955
 URS)
Nelson Prudêncio (Brasilien 1968
 BRA)
Giuseppe Gentile (ItalienItalien ITA)

Der Dreisprung der Männer bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 16. und 17. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. 34 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde Wiktor Sanejew. Er gewann mit einer neuen Weltrekordweite vor dem Brasilianer Nelson Prudêncio und dem Italiener Giuseppe Gentile.

Für die BR Deutschland – offiziell Deutschland – starteten Joachim Kugler und Michael Sauer. Sauer scheiterte in der Qualifikation, Kugler kam im Finale auf Platz elf.
Die DDR – offiziell Ostdeutschland – wurde durch Heinz-Günter Schenk und Klaus Neumann vertreten, die beide in der Qualifikation ausschieden.
Athleten aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 17,03 m Józef Szmidt (Polen 1944
 Polen)
Olsztyn, Polen 5. August 1960[1]
Olympischer Rekord 16,85 m Tokio, Japan 16. Oktober 1964

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athleten traten am 17. Oktober zu einer Qualifikationsrunde an, die in zwei Gruppen absolviert wurde. Die besten zwölf Starter qualifizierten sich für das Finale. Die Weite von 16,10 m bedeutete die direkte Qualifikation für das Finale am 18. Oktober. In diesem Finale hatte jeder Teilnehmer zunächst drei Versuche. Den erstmals acht besten – und nicht wie bis 1964 sechs besten – Athleten wurden dann drei weitere Versuche zugestanden.

Zeitplan

16. Oktober, 10:00 Uhr: Qualifikation
17. Oktober, 15:00 Uhr: Finale[2]

Anmerkung: Alle Zeiten sind Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6)

Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt.

Qualifikation

Datum: 16. Oktober 1968, ab 10:00 Uhr[3]

Gruppe A

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Giuseppe Gentile ItalienItalien Italien x 17,10 m WR - 17,10 m WR
2 Phil May AustralienAustralien Australien 16,32 m - - 16,32 m
3 Şerban Ciochină Rumänien 1965
 Rumänien
15,93 m 16,07 m 16,21 m 16,21 m
4 Józef Szmidt Polen 1944
 Polen
x 16,19 m - 16,19 m
5 Michael Sauer Deutschland BR
 BR Deutschland
15,61 m 16,02 m 15,84 m 16,02 m
6 Derek Boosey Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 15,07 m 15,99 m 16,01 m 16,01 m
7 Norman Tate Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 13,43 m 15,84 m 15,83 m 15,84 m
8 Yukito Muraki JapanJapan Japan x 15,37 m 15,83 m 15,83 m
9 Tim Barrett Bahamas 1964
 Bahamas
x 15,06 m 15,79 m 15,79 m
10 Oscar David Smith Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x x 15,75 m 15,75 m
11 Evangelos Vlasis Königreich Griechenland
 Griechenland
15,47 m 15,52 m 15,71 m 15,71 m
12 Samuel Igun NigeriaNigeria Nigeria 15,40 m 13,86 m 15,46 m 15,46 m
13 Alexander Solotarjow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
15,41 m 14,72 m x 15,41 m
14 Chen Ming-Chi Taiwan
 Taiwan
15,29 m 15,04 m 14,76 m 15,29 m
15 Klaus Neumann Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
15,16 m x - 15,16 m
16 Zoltán Cziffra Ungarn 1957
 Ungarn
15,04 m x - 15,04 m

Gruppe B

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Mansour Dia SenegalSenegal Senegal 16,58 m - - 16,58 m
2 Art Walker Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 16,49 m - - 16,49 m
3 Nelson Prudêncio Brasilien 1968
 Brasilien
15,79 m 16,46 m - 16,46 m
4 Georgi Stojkowski Bulgarien 1967
 Bulgarien
15,26 m x 16,24 m 16,24 m
5 Wiktor Sanejew Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
16,22 m - - 16,22 m
6 Luis Felipe Areta Sampériz Spanien 1945
 Spanien
15,94 m 16,20 m - 16,20 m
7 Joachim Kugler Deutschland BR
 BR Deutschland
15,79 m 16,20 m - 16,20 m
8 Henrik Kalocsai Ungarn 1957
 Ungarn
15,44 m 16,16 m - 16,16 m
9 Nikolai Dudkin Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
15,81 m 16,15 m - 16,15 m
10 Jan Jaskólski Polen 1944
 Polen
15,88 m 15,83 m 16,04 m 16,04 m
11 Pertti Pousi FinnlandFinnland Finnland x 15,84 m 15,74 m 15,84 m
12 Fred Alsop Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 12,93 m 15,71 m 15,50 m 15,71 m
13 Johnson Amoah GhanaGhana Ghana 15,65 m 15,28 m 15,65 m 15,65 m
14 Aşkın Tuna TurkeiTürkei Türkei 15,65 m x 15,43 m 15,65 m
15 Heinz-Günter Schenk Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
x 14,72 m 15,61 m 15,61 m
16 Drágán Iwanow Ungarn 1957
 Ungarn
15,61 m x 14,42 m 15,61 m
17 Lennox Burgher Jamaika
 Jamaika
15,20 m 15,29 m 15,14 m 15,29 m
18 Héctor Serrate Puerto Rico
 Puerto Rico
15,09 m 15,05 m 14,89 m 15,09 m

Finale

Gold für Wiktor Sanejew aus der USSR, dargestellt auf einer Briefmarke
Gold für Wiktor Sanejew aus der USSR, dargestellt auf einer Briefmarke

Datum: 17. Oktober 1960, 15:00 Uhr[3]

In der Höhenluft von Mexiko-Stadt wurden weite Sprünge erwartet. Schon in der Qualifikation begann es: der Italiener Giuseppe Gentile verbesserte den acht Jahre alten Weltrekord des Olympiasiegers von 1964 Józef Szmidt aus Polen von bisher 17,03 m auf 17,10 m.
Im Finale gab es dann noch vier weitere neue Weltrekorde. Im ersten Durchgang war zunächst noch einmal Gentile an der Reihe: er sprang 17,22 m weit. Auf Platz zwei lag da noch der Senegalese Mansur Dia. Der Brasilianer Nelson Prudêncio eroberte im zweiten Versuch mit 17,05 diesen zweiten Platz, Dritter war Wiktor Sanejew, UdSSR, Józef Szmidt lag auf Platz vier. Die dritte Runde brachte den nächsten Weltrekord. Diesmal war es Sanejew, der einen Zentimeter weiter sprang als Gentile zu Beginn. Die Plätze zwei und drei behielten zunächst Gentile und Prudêncio, auf Rang vier hatte sich der US-Springer Art Walker vorgearbeitet. In Durchgang vier zog der Australier Phil May vorbei an Walker auf Platz vier. Den Weltrekord Nummer vier gab es im fünften Versuch: Prudêncio verbesserte die Marke auf 17,27 m. Auf den Medaillenplätzen dahinter folgten Sanejew und Gentile, Vierter war inzwischen Sanejews Landsmann Nikolai Dudkin.
Im letzten Versuch gelang Wiktor Sanejew ein Sprung auf 17,39 m. Das bedeutete den Olympiasieg und es war wieder Weltrekord. Nelson Prudêncio und Giuseppe Gentile blieben auf ihren Plätzen zwei und drei. Art Walker eroberte sich Platz vier zurück.[4]

Insgesamt elf Mal wurde die 17-Meter-Marke bei der Dreisprung-Konkurrenz übersprungen. Es gab fünf Weltrekorde, bei denen der bis zu den Spielen gültige Rekord um zuletzt 36 Zentimeter verbessert wurde.
Wiktor Sanejew gelang der erste sowjetische Olympiasieg im Dreisprung.
Giuseppe Gentile gewann die erste italienische Medaille in dieser Disziplin.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Wiktor Sanejew Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
16,49 m 16,84 m 17,23 m WR 17,02 m 16,81 m 17,39 m WR 17,39 m WR
2 Nelson Prudêncio Brasilien 1968
 Brasilien
16,33 m 17,05 m 16,75 m x 17,27 m WR 17,15 m 17,27 m
3 Giuseppe Gentile ItalienItalien Italien 17,22 m WR x x x 16,54 m x 17,22 m
4 Art Walker Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 15,43 m 16,45 m 16,77 m 16,48 m x 17,12 m 17,12 m
5 Nikolai Dudkin Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
16,15 m 16,70 m 16,37 m 16,73 m 17,09 m 16,53 m 17,09 m
6 Phil May AustralienAustralien Australien 15,48 m 16,58 m 16,51 m 17,02 m x - 17,02 m
7 Józef Szmidt Polen 1944
 Polen
16,06 m 16,77 m x 16,66 m x 16,89 m 16,89 m
8 Mansur Dia SenegalSenegal Senegal 16,71 m 16,48 m 15,44 m 16,73 m 16,64 m 15,83 m 16,73 m
9 Georgi Stojkowski Bulgarien 1967
 Bulgarien
16,28 m 16,46 m 16,19 m nicht im Finale der
besten acht Springer
16,46 m
10 Henrik Kalocsai Ungarn 1957
 Ungarn
16,45 m 16,39 m 16,20 m 16,45 m
11 Joachim Kugler Deutschland BR
 BR Deutschland
12,87 m x 15,90 m 15,90 m
12 Luis Felipe Areta Sampériz Spanien 1945
 Spanien
15,72 m 15,75 m 14,80 m 15,75 m
13 Șerban Ciochină Rumänien 1965
 Rumänien
x x 15,62 m 15,62 m

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 363–365

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 556 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 9. November 2017
  2. Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1968 S. 10, engl./frz. (PDF), abgerufen am 9. November 2017
  3. a b Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1968 S. 528, engl./frz. (PDF), abgerufen am 9. November 2017
  4. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 364
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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – Dreisprung (Männer)
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