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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – Stabhochsprung (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Stabhochsprung
Geschlecht Männer
Teilnehmer 23 Athleten aus 15 Ländern
Wettkampfort Estadio Olímpico Universitario
Wettkampfphase 14. Oktober 1968 (Qualifikation)
16. Oktober 1968 (Finale)
Medaillengewinner
Bob Seagren (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Claus Schiprowski (Deutschland BR
 FRG)
Wolfgang Nordwig (Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR)

Der Stabhochsprung der Männer bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 14. und 16. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. 23 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Bob Seagren. Silber gewann Claus Schiprowski aus der Bundesrepublik Deutschland, Bronze ging an Wolfgang Nordwig aus der Deutschen Demokratischen Republik.

Für die Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland – starteten neben Silbermedaillengewinner Schiprowski Heinfried Engel und Klaus Lehnertz. Während Lehnertz an der Qualifikationshöhe scheiterte, qualifizierte sich Engel für das Finale, in dem er Achter wurde.
Die DDR – offiziell Ostdeutschland – wurde durch Bronzemedaillengewinner Nordwig vertreten.
Für die Schweiz startete Heinz Wyss, der in der Qualifikation scheiterte.
Der Österreicher Ingo Peyker schaffte in der Qualifikation keine gültige Höhe.
Springer aus Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 5,41 m Bob Seagren (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) Echo Summit, USA 12. September 1968[1]
Olympischer Rekord 5,10 m Fred Hansen (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) Finale von Tokio, Japan 17. Oktober 1964

Durchführung des Wettbewerbs

Die Springer traten am 14. Oktober in zwei Gruppen zu einer Qualifikationsrunde an. Die Höhe für die direkte Qualifikation ins Finale am 16. Oktober einzog, betrug 4,90 m. Da mehr als zwölf Athleten diese Höhe übersprangen, musste das Finalfeld nicht weiter aufgefüllt werden.

Zeitplan

14. Oktober, 10.00 Uhr: Qualifikation

16. Oktober, 12.30 Uhr: Finale[2]

Anmerkung: Alle Zeiten sind Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6)

Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt.

Qualifikation

Datum: 14. Oktober 1968, ab 10.00 Uhr[3]

Gruppe A

Platz Name Nation 4,20 m 4,30 m 4,40 m 4,50 m 4,60 m 4,70 m 4,75 m 4,80 m 4,85 m 4,90 m Höhe Anmerkung
1 Wolfgang Nordwig Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
- - - - - - - - - o 4,90 m
John Pennel Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
3 Hervé d’Encausse FrankreichFrankreich Frankreich - - - - - - - o - o 4,90 m
Christos Papanikolaou Königreich Griechenland
 Griechenland
Claus Schiprowski Deutschland BR
 BR Deutschland
Altti Alarotu FinnlandFinnland Finnland - - - - - o - - - o 4,90 m
Hennadij Blesnizow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
- - - - o - - - - o 4,90 m
Erkki Mustakari FinnlandFinnland Finnland
9 Bob Seagren Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA - - - - - - - - - xo 4,90 m
10 Kjell Isaksson SchwedenSchweden Schweden - - - - - o - - - xo 4,90 m
11 Heinfried Engel Deutschland BR
 BR Deutschland
- - - - o - - o - xxo 4,90 m
12 Casey Carrigan Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA - - - - o - - - - xxx 4,60 m

Gruppe B

Platz Name Nation 4,20 m 4,30 m 4,40 m 4,50 m 4,60 m 4,70 m 4,75 m 4,80 m 4,85 m 4,90 m Höhe Anmerkung
1 Mike Bull Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien - - - - o - - o - o 4,90 m
Kiyoshi Niwa Japan 1870
 Japan
Ignacio Sola Spanien 1945
 Spanien
4 Alexander Maljutin Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
- - xxo o - o - xxo - o 4,90 m
5 Pantelis Nikolaidis Königreich Griechenland
 Griechenland
- - o - o - - o - xxx 4,80 m
6 Enrico Barney ArgentinienArgentinien Argentinien o o - xo o xxo - o - xxx 4,80 m
7 Klaus Lehnertz Deutschland BR
 BR Deutschland
- - o - o - o - xxx 4,75 m
8 John-Erik Blomqvist SchwedenSchweden Schweden - - - - o - xxo - - xxx 4,75 m
9 Wu Ah-min TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan o o - o xxx 4,50 m
10 Heinz Wyss SchweizSchweiz Schweiz - xo - o - xxx 4,50 m
ogV Ingo Peyker OsterreichÖsterreich Österreich - - - - xxx ohne Höhe

Finale

Datum: 14. Oktober 1968, 12.30 Uhr[3]

Wolfgang Nordwig, DDR, Gewinner der Bronzemedaille
Wolfgang Nordwig, DDR, Gewinner der Bronzemedaille

Die Entwicklung im Stabhochsprung war seit den letzten Spielen mit Riesenschritten weitergegangen. 5,10 m waren vor vier Jahren in Tokio für Fred Hansen notwendig gewesen, um Olympiasieger zu werden. Inzwischen hatte der US-Springer Bob Seagren den Weltrekord auf 5,41 m hochgeschraubt und es gab weitere Athleten, die mit Bestleistungen im Bereich zwischen 5,30 m und 5,40 m aufwarten konnten. Das Favoritenfeld war also ziemlich groß. Neben Seagren gehörten u. a. auch dessen Landsmann John Pennel, der Ostdeutsche Wolfgang Nordwig, der Grieche Christos Papanikolaou und der Franzose Hervé d’Encausse dazu.[4]
Das siebenstündige Finale blieb lange offen, das Niveau war noch höher als erwartet und es kam zu enormen persönlichen Verbesserungen einiger Springer. Nach 5,30 m waren noch sieben Athleten im Rennen. Zwei von ihnen, der Franzose d’Encausse und Blesnizow aus der UdSSR, scheiterten an 5,35 m. Bei der nächsten Höhe von 5,40 m waren also immer noch fünf Springer dabei, die sich um die Medaillen stritten. Pennel und Papanikolaou scheiterten hier dreimal. Pennels zweiter Sprung wäre heute allerdings gültig gewesen. Nach damaliger Regelung war der Versuch nur deshalb ungültig, weil der Stab unter der Latte hindurch gefallen war – ein Relikt aus der Zeit, als die Stäbe noch länger waren als die zu überspringenden Höhen. Seagren und der Deutsche Claus Schiprowski, der mit einer Bestleistung von 5,18 m angereist war, übersprangen die Höhe jeweils im zweiten Versuch, Nordwig bewältigte sie im dritten.

An der neuen Weltrekordhöhe von 5,45 m scheiterten alle drei verbliebenen Springer. Aufgrund der Fehlversuchsregel wurde Bob Seagren – zwei gerissene Sprünge – Olympiasieger. Claus Schiprowski, der drei Fehlversuche im Laufe des Wettkampfes hatte, gewann die Silbermedaille und Wolfgang Nordwig wurde Dritter.

Auch im 16. olympischen Finale gab es einen US-Sieg. Es war die 17. Goldmedaille für die USA in dieser Disziplin – 1908 hatte es zwei Goldmedaillen gegeben.

Platz Name Nation 4,40 m 4,60 m 4,80 m 4,90 m 5,00 m 5,05 m 5,10 m 5,15 m 5,20 m 5,25 m 5,30 m 5,35 m 5,40 m 5,45 m Endresultat Anmerkung
1 Bob Seagren Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA - - - - - o - - xo - o - xo xxx 5,40 m OR
2 Claus Schiprowski Deutschland BR
 BR Deutschland
- - - o o - o - o xo o xo xo xxx 5,40 m OR
3 Wolfgang Nordwig Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
- - - - xo - - - o - o o xxo xxx 5,40 m OR
4 Christos Papanikolaou Königreich Griechenland
 Griechenland
- - o - o - - o - xo xo o xxx 5,35 m
5 John Pennel Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA - - - - - o - - xo - xo xxo xxx 5,35 m
6 Hennadij Blesnizow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
- o - o - - o - o - xo xxx 5,30 m
7 Hervé d’Encausse FrankreichFrankreich Frankreich - - - - o - - xo - o - xxx 5,25 m
8 Heinfried Engel Deutschland BR
 BR Deutschland
- - o - xxo - xo - o xxx 5,20 m
9 Ignacio Sola Spanien 1945
 Spanien
- - xo - o - xo o xxo xxx 5,20 m
10 Kjell Isaksson SchwedenSchweden Schweden - - - o - xo - o xxx 5,15 m
11 Kiyoshi Niwa Japan 1870
 Japan
- - o o o - o xo | xxx 5,15 m
12 Alexander Maljutin Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
- o - o o - xxx 5,00 m
13 Mike Bull Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien - - xo o xo - xxx 5,00 m
14 Altti Alarotu FinnlandFinnland Finnland - - - - xxo - - 5,00 m
ogV Erkki Mustakari FinnlandFinnland Finnland - - xxx ohne Höhe

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 358–360

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 555 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 8. November 2017
  2. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1968 (Memento des Originals vom 17. September 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 10, engl./frz. (PDF), abgerufen am 8. November 2017
  3. a b Offizieller Report der Olympischen Spiele 1968 (Memento des Originals vom 17. September 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 527, engl./frz. (PDF), abgerufen am 8. November 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 8. November 2017
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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – Stabhochsprung (Männer)
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