Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – Diskuswurf (Frauen) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – Diskuswurf (Frauen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Diskuswurf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 17 Athletinnen aus 10 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München
Wettkampfphase 9. September 1972 (Qualifikation)
10. September 1972 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Faina Melnik (Sowjetunion 1955
 URS)
Argentina Menis (Rumänien 1965
 ROU)
Wassilka Stoewa (Bulgarien 1971
 BUL)

Der Diskuswurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 9. und 10. September 1972 im Olympiastadion München ausgetragen. Siebzehn Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde Faina Melnik aus der Sowjetunion. Die Silbermedaille gewann die Rumänin Argentina Menis, Bronze ging an die Bulgarin Wassilka Stoewa.

Für die Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland – traten Brigitte Berendonk und Liesel Westermann an. Beide erreichten das Finale. Westermann wurde Fünfte, Berendonk Elfte.
Die DDR wurde durch Gabriele Hinzmann vertreten. Auch sie kam ins Finale und belegte dort Rang sechs.
Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 66,76 m Faina Melnik (Sowjetunion 1955
 Sowjetunion)
Moskau, Sowjetunion (heute Russland) 4. August 1972[1]
Olympischer Rekord 58,28 m Lia Manoliu (Rumänien 1965
 Rumänien)
Finale von Mexiko-Stadt, Mexiko 18. Oktober 1968

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athletinnen traten am 9. September zu einer Qualifikationsrunde an. Die Qualifikationsweite für den direkten Einzug ins Finale am 10. September betrug 55,00 m. Da genau zwölf Athletinnen diese Weite erreichten, wurde das Finalfeld nicht weiter aufgefüllt.

Im Finale hatte jede Athletin zunächst drei Versuche. Den besten acht Teilnehmerinnen standen anschließend weitere drei Versuche zur Verfügung.

Zeitplan

9. September, 10.30 Uhr: Qualifikation

10. September, 15.00 Uhr: Finale[2]

Die direkt qualifizierten Athletinnen sind hellblau, die nachfolgenden Athletinnen hellgrün unterlegt.

Qualifikation

Datum: 9. September 1972, 10.30 Uhr[3]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Argentina Menis Rumänien 1965
 Rumänien
61,58 m OR - - 61,58 m OR
2 Faina Melnik Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
53,00 m 61,26 m - 61,26 m
3 Tamara Danilowa Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
60,34 m - - 60,34 m
4 Gabriele Hinzmann Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 59,80 m - - 59,80 m
5 Liesel Westermann Deutschland BR
 BR Deutschland
58,26 m - - 58,26 m
6 Carmen Ionesco Rumänien 1965
 Rumänien
x 57,82 m - 57,82 m
7 Brigitte Berendonk Deutschland BR
 BR Deutschland
54,74 m 56,90 m - 56,90 m
8 Swetla Boschkowa Bulgarien 1971
 Bulgarien
54,52 m 56,42 m - 56,42 m
9 Lia Manoliu Rumänien 1965
 Rumänien
55,88 m - - 55,88 m
10 Rosemary Payne Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich x 53,56 m 55,56 m 55,56 m
11 Wassilka Stoewa Bulgarien 1971
 Bulgarien
x 55,26 m - 55,26 m
12 Ljudmila Murawjowa Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
55,24 m - - 55,24 m
13 Josephine de la Viña Philippinen 1944
 Philippinen
51,08 m x 53,29 m 53,29 m
14 Radostina Wasekowa Bulgarien 1971
 Bulgarien
x x 53,86 m 53,86 m
15 Krystyna Nadolna Polen 1944
 Polen
x 47,42 m 52,52 m 52,52 m
16 Olga Connolly Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 51,58 m x 50,76 m 51,58 m
17 Maggy Wauters BelgienBelgien Belgien 49,62 m x x 49,62 m
DNS Baeg Ok-ja Korea Sud 1949
 Südkorea
Jolán Kleiber-Kontsek Ungarn 1957
 Ungarn

Finale

Datum: 10. September 1972, 15.00 Uhr[3]

Als Favoritin galt Weltrekordlerin Faina Melnik, amtierende Europameisterin von 1971. Eine der Herausforderinnen war die Rumänin Argentina Menis. Ihre Landsmännin Lia Manoliu, die Olympiasiegerin von 1968, war auch noch einmal im Finale dabei, doch wurden ihr bei ihren bereits sechsten Olympischen Spielen seit 1952 keine Medaillenchancen mehr eingeräumt; es war schon erstaunlich genug, dass sie hier ein letztes Mal dabei sein konnte. Eine andere Olympiasiegerin, Olga Connolly, die 1956 unter ihrem Mädchennamen Olga Fikotová für die Tschechoslowakei Gold geholt hatte und seit 1960 nach ihrer Heirat des Hammerwerfers Hal Connolly für die USA startete, scheiterte bei ihrer fünften und letzten Olympiateilnahme in der Qualifikation. Zum Kreis der Anwärterinnen für eine vordere Platzierung gehörten u. a. auch die sowjetische Werferin Tamara Danilowa und Liesel Westermann, Bundesrepublik Deutschland, 1968 Olympiazweite und 1971 Vizeeuropameisterin.

Menis hatte in der Qualifikation einen neuen Olympiarekord erzielt. Dieser wurde gleich in der ersten Runde sowohl von Danilowa als auch von Menis selber deutlich übertroffen. Im dritten Versuch zog die Bulgarin Wassilka Stoewa an Danilowa vorbei auf Rang zwei, Melnik lag zu dem Zeitpunkt auf Platz fünf hinter Westermann. Im vierten Durchgang gelang zuerst Menis eine weitere Verbesserung des olympischen Rekords, doch gleich anschließend übertraf Melnik diese Weite. Damit führte Faina Melnik nun vor Argentina Menis, Wassilka Stoewa, Tamara Danilowa und Liesel Westermann. Stoewa konnte sich im fünften Versuch noch einmal verbessern, an dieser Reihenfolge änderte sich jedoch nichts mehr.[4]

Wassilka Stoewa gewann die erste bulgarische Medaille im Diskuswurf der Frauen.

  • Die sowjetische Olympiasiegerin Faina Melnik
    Die sowjetische Olympiasiegerin Faina Melnik
  • Argentina Menis aus Rumänien, Gewinnerin der Silbermedaille
    Argentina Menis aus Rumänien, Gewinnerin der Silbermedaille
  • DDR-Werferin Gabriele Hinzmann
    DDR-Werferin Gabriele Hinzmann
Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Faina Melnik Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
60,56 m 61,32 m 57,96 m 66,62 m OR 62,76 m x 66,62 m OR
2 Argentina Menis Rumänien 1965
 Rumänien
64,28 m OR 59,82 m 60,88 m 65,06 m OR 63,78 m 64,90 m 65,06 m
3 Wassilka Stoewa Bulgarien 1971
 Bulgarien
61,08 m x 64,20 m 62,25 m 64,34 m 62,10 m 64,34 m
4 Tamara Danilowa Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
62,64 m 58,14 m 62,86 m 61,14 m x x 62,86 m
5 Liesel Westermann Deutschland BR
 BR Deutschland
x 57,04 m 62,18 m 61,66 m x x 62,18 m
6 Gabriele Hinzmann Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 57,52 m 59,14 m 60,12 m 61,08 m 61,72 m 60,22 m 61,72 m
7 Carmen Ionesco Rumänien 1965
 Rumänien
57,78 m 58,76 m 57,06 m 59,08 m x 60,42 m 60,42 m
8 Ljudmila Murawjowa Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
57,52 m 57,92 m 59,00 m x 58,86 m 57,20 m 59,00 m
9 Lia Manoliu Rumänien 1965
 Rumänien
58,18 m 58,50 m x nicht im Finale der
besten acht Werferinnen
58,50 m
10 Swetla Boschkowa Bulgarien 1971
 Bulgarien
56,50 m 56,72 m x 56,72 m
11 Brigitte Berendonk Deutschland BR
 BR Deutschland
55,60 m x 56,58 m 56,58 m
12 Rosemary Payne Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 56,50 m x 52,26 m 56,50 m

Literatur

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 647 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 8. Dezember 2017
  2. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 43, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 8. Dezember 2017
  3. a b Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 73, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 8. Dezember 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 8. Dezember 2017
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Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – Diskuswurf (Frauen)
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