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Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – Hammerwurf (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Hammerwurf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 31 Athleten aus 17 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München
Wettkampfphase 4. September 1972 (Qualifikation)
7. September 1972 (Finale)
Medaillengewinner
Anatolij Bondartschuk (Sowjetunion 1955
 URS)
Jochen Sachse (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR)
Wassili Chmelewski (Sowjetunion 1955
 URS)

Der Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 4. und 7. September 1972 im Olympiastadion München ausgetragen. 31 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde Anatolij Bondartschuk aus der Sowjetunion. Die Silbermedaille gewann Jochen Sachse aus der DDR, Bronze ging an Wassili Chmelewski aus der Sowjetunion.

Für die Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland – gingen Uwe Beyer, Edwin Klein und Karl-Hans Riehm an den Start. Alle drei erreichten das Finale. Beyer wurde Vierter, Klein Siebter und Riehm Zehnter.
Neben Silbermedaillengewinner Sachse nahm Reinhard Theimer für die DDR teil. Auch er erreichte das Finale und belegte Platz 13.
Der Österreicher Peter Sternad wurde im Finale 17.
Athleten aus der Schweiz und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 76,40 m Walter Schmidt (Deutschland BR
 BR Deutschland)
Lahr/Schwarzwald, Bundesrepublik Deutschland 4. September 1971[1]
Olympischer Rekord 73,36 m Gyula Zsivótzky (Ungarn 1957
 Ungarn)
Finale von Mexiko-Stadt, Mexiko 17. Oktober 1968

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athleten traten am 4. September in zwei Gruppen zu einer Qualifikationsrunde an. Die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug betrug 66,00 m. Da mehr als zwölf Athleten diese Weite übertrafen, wurde das Finalfeld nicht weiter aufgefüllt.

Im Finale am 7. September hatte jeder Athlet zunächst drei Versuche. Den besten acht Teilnehmern standen anschließend weitere drei Versuche zu.

Zeitplan

4. September, 10.30 Uhr: Qualifikation
7. September, 16.50 Uhr: Finale[2]

Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die nachfolgenden Athleten hellgrün unterlegt.

Qualifikation

Datum: 4. September 1972, ab 10.30 Uhr[3]

Gruppe A

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Reinhard Theimer Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 70,66 m - - 70,66 m
2 Wassili Chmelewski Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
70,00 m - - 70,00 m
3 Srećko Štiglić Jugoslawien
 Jugoslawien
65,52 m 69,60 m - 69,60 m
4 Mario Vecchiato ItalienItalien Italien 68,12 m - - 68,12 m
5 Karl-Hans Riehm Deutschland BR
 BR Deutschland
64,44 m 67,64 m - 67,64 m
6 István Encsi Ungarn 1957
 Ungarn
67,38 m - - 67,38 m
7 Stavros Moutaftsidis Griechenland 1970
 Griechenland
67,22 m - - 67,22 m
8 Edwin Klein Deutschland BR
 BR Deutschland
67,14 m - - 67,14 m
9 Takeo Sugawara Japan 1870
 Japan
65,94 m 64,56 m 66,50 m 66,50 m
10 Barry Williams Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich x 66,32 m - 66,32 m
11 Al Schoterman Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 65,18 m 63,74 m 64,06 m 65,18 m
12 Stanisław Lubiejewski Polen 1944
 Polen
60,34 m 64,80 m x 64,80 m
13 George Frenn Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 57,28 m 62,14 m 58,86 m 62,14 m
14 Vladimir Prikhodko FrankreichFrankreich Frankreich 60,80 m 61,78 m 59,58 m 61,78 m
15 Darwin Piñeyrúa UruguayUruguay Uruguay 59,84 m x 58,50 m 59,84 m

Gruppe B

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Anatolij Bondartschuk Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
72,88 m - - 72,88 m
2 Gyula Zsivótzky Ungarn 1957
 Ungarn
71,20 m - - 71,20 m
3 Jochen Sachse Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 69,94 m - - 69,94 m
4 Tom Gage Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 65,32 m 65,14 m 69,40 m 69,40 m
5 Jacques Accambray FrankreichFrankreich Frankreich 68,00 m x x 68,00 m
6 Shigenobu Murofushi Japan 1870
 Japan
65,94 m 67,26 m - 67,26 m
7 Uwe Beyer Deutschland BR
 BR Deutschland
67,04 m x x 67,04 m
8 Peter Sternad OsterreichÖsterreich Österreich x 66,74 m x 66,74 m
9 Iosif Gamsky Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
x x 66,72 m 66,72 m
10 Sándor Eckschmiedt Ungarn 1957
 Ungarn
66,44 m - - 66,44 m
11 Todor Manolow Bulgarien 1967
 Bulgarien
x x 65,62 m 65,62 m
12 Howard Payne Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 63,58 m 64,56 m 64,10 m 64,56 m
13 Yoshihisa Ishida Japan 1870
 Japan
63,00 m 63,82 m x 63,82 m
14 Georgios Georgiadis Griechenland 1970
 Griechenland
63,58 m x x 63,58 m
15 William Silen Puerto Rico
 Puerto Rico
x x 62,02 m 62,02 m
16 José Alberto Vallejo ArgentinienArgentinien Argentinien x 60,08 m x 60,08 m
DNS Jorge Núñez MexikoMexiko Mexiko x 60,08 m x 60,08 m

Finale

Datum: 7. September 1972, 16.50 Uhr[3]

Als Topfavorit galt der sowjetische Europameister von 1969, Anatolij Bondartschuk. Weitere Medaillenanwärter waren die bundesdeutschen Werfer Uwe Beyer, Europameister von 1971, und Edwin Klein, die DDR-Athleten Reinhard Theimer, Vizeeuropameister von 1971, und Jochen Sachse, der ungarische Olympiasieger von 1968, Gyula Zsivótzky sowie Wassili Chmelewski aus der UdSSR.

Im Finale warf Bondartschuk den Hammer gleich im ersten Versuch auf die neue Olympiarekordweite von 75,50 m. Diese Weite wurde im Verlauf des Wettbewerbs nicht mehr übertroffen. Dahinter ging es eng zu, zunächst mit sehr deutlichem Abstand zu Bondartschuk. Vier Werfer mit Weiten von knapp über 71 m folgten auf den nächsten Plätzen: Sachse, Zsivótzky, sein Landsmann Sándor Eckschmiedt und Klein. Im zweiten Durchgang setzte sich Chmelewski mit 71,62 m vor Sachse auf den zweiten Platz. Beyer warf 71,52 m und war damit zunächst Vierter nur zwei Zentimeter hinter Sachse. Wassili Chmelewski verbesserte sich in der dritten Runde noch einmal sehr deutlich auf 74,04 m, wurde jedoch im letzten Versuch von Jochen Sachse noch verdrängt, dem 74,96 m gelangen, was ihm die Silbermedaille einbrachte. Wassili Chmelewski blieb auf dem Bronzerang, dahinter belegten Uwe Beyer und Gyula Zsivótzky die Plätze vier und fünf.[4]

  • Olympiasieger Anatolij Bondartschuk, UdSSR
    Olympiasieger Anatolij Bondartschuk, UdSSR
  • DDR-Werfer Jochen Sachse, Gewinner der Silbermedaille
    DDR-Werfer Jochen Sachse, Gewinner der Silbermedaille
  • Uwe Beyer aus der Bundesrepublik wurde Vierter
    Uwe Beyer aus der Bundesrepublik wurde Vierter
Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Anatolij Bondartschuk Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
75,50 m OR 72,62 m 71,76 m 73,78 m 73,50 m 72,90 m 75,50 m OR
2 Jochen Sachse Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 71,54 m x 73,70 m 71,26 m x 74,96 m 74,96 m
3 Wassili Chmelewski Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
68,82 m 71,62 m 74,04 m 68,16 m x x 74,04 m
4 Uwe Beyer Deutschland BR
 BR Deutschland
70,32 m 71,52 m x 68,98 m 69,90 m x 71,52 m
5 Gyula Zsivótzky Ungarn 1957
 Ungarn
71,38 m 70,44 m 70,48 m x 70,66 m 70,20 m 71,38 m
6 Sándor Eckschmiedt Ungarn 1957
 Ungarn
71,20 m x 67,26 m 69,24 m 67,90 m 68,86 m 71,20 m
7 Edwin Klein Deutschland BR
 BR Deutschland
71,14 m x x 69,70 m 70,26 m x 71,14 m
8 Shigenobu Murofushi Japan 1870
 Japan
69,36 m 70,88 m 70,32 m 65,70 m 69,08 m 68,54 m 70,88 m
9 Mario Vecchiato ItalienItalien Italien x 69,46 m 70,58 m nicht im Finale der
besten acht Werferinnen
70,58 m
10 Karl-Hans Riehm Deutschland BR
 BR Deutschland
70,12 m 68,98 m 69,44 m 70,12 m
11 István Encsi Ungarn 1957
 Ungarn
66,32 m 69,82 m 70,06 m 70,06 m
12 Tom Gage Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 66,94 m 69,50 m x 69,50 m
13 Reinhard Theimer Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR x 69,16 m x 69,16 m
14 Srećko Štiglić Jugoslawien
 Jugoslawien
67,60 m 68,34 m 67,60 m 68,34 m
15 Stavros Moutaftsidis Griechenland 1970
 Griechenland
68,14 m 68,30 m 67,04 m 68,30 m
16 Barry Williams Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 68,18 m 66,56 m x 68,18 m
17 Peter Sternad OsterreichÖsterreich Österreich 65,60 m 65,94 m 66,64 m 66,64 m
18 Iosif Gamsky Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
66,26 m x 65,34 m 66,26 m
19 Jacques Accambray FrankreichFrankreich Frankreich x 65,06 m x 65,06 m
20 Takeo Sugawara Japan 1870
 Japan
55,82 m 64,56 m 64,70 m 64,70 m

Literatur

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 558 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 1. Dezember 2017
  2. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 43, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 1. Dezember 2017
  3. a b Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 63, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 1. Dezember 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 1. Dezember 2017
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Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – Hammerwurf (Männer)
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