Olympische Sommerspiele 1980/Leichtathletik – Diskuswurf (Frauen) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1980/Leichtathletik – Diskuswurf (Frauen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Diskuswurf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 18 Athletinnen aus 11 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Luschniki
Wettkampfphase 31. Juli 1980 (Qualifikation)
1. August 1980 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Evelin Jahl (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR)
Marija Petkowa (Bulgarien 1971
 BUL)
Tatjana Lessowaja (Sowjetunion 1955
 URS)

Der Diskuswurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau wurde am 31. Juli und 1. August 1980 im Olympiastadion Luschniki ausgetragen. Achtzehn Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde Titelverteidigerin Evelin Jahl aus der DDR. Sie gewann vor der Bulgarin Marija Petkowa und Tatjana Lessowaja aus der Sowjetunion.

Für die DDR gingen neben der Olympiasiegerin außerdem Gisela Beyer und Margitta Pufe an den Start. Beide erreichten das Finale. Beyer wurde Vierte, Pufe Fünfte.
Werferinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil. Athletinnen aus der BR Deutschland waren wegen des Olympiaboykotts ebenfalls nicht dabei.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 71,80 m Marija Petkowa (Bulgarien 1971
 Bulgarien)
Sofia, Bulgarien 13. Juli 1980[1]
Olympischer Rekord 69,00 m Evelin Jahl – unter dem Namen Evelin Schlaak (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR) Finale von Montreal, Kanada 29. Juli 1976

Anmerkung: Evelin Jahl startete in Montreal unter ihrem Mädchennamen Schlaak.

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athletinnen traten am 31. Juli zu einer Qualifikationsrunde an. Die Qualifikationsweite für den direkten Einzug ins Finale am 1. August betrug 60,00 Meter. Da nur acht Werferinnen diese Weite erreichten, wurde das Finalfeld nach den nächstbesten Weiten auf zwölf Teilnehmerinnen aufgefüllt.

Zeitplan

31. Juli, 10.00 Uhr: Qualifikation
1. August, 17.00 Uhr: Finale[2]

Anmerkung: Alle Zeitangaben sind Ortszeit Moskau (UTC+3)

Gisela Beyer, DDR
Gisela Beyer, DDR

Die direkt qualifizierten Athletinnen sind hellblau, die übrigen hellgrün unterlegt. |}

Qualifikation

Datum: 31. Juli 1980, 10.00 Uhr[3]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Margitta Pufe Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 65,52 m - - 65,52 m
2 Marija Petkowa Bulgarien 1971
 Bulgarien
65,02 m - - 65,02 m
3 Gisela Beyer Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 62,86 m - - 62,86 m
4 Tatjana Lessowaja Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
62,20 m - - 62,20 m
5 Swetla Boschkowa Bulgarien 1971
 Bulgarien
58,96 m 60,84 m - 60,84 m
6 Florența Tacu Rumänien 1965
 Rumänien
60,40 m - - 60,40 m
7 Galina Murašova Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
54,56 m 60,32 m - 60,32 m
8 Evelin Jahl Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 57,86 m 60,22 m - 60,22 m
9 Zdeňka Bartoňová Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
x 59,48 m 57,78 m 59,48 m
10 Meg Ritchie IOC
 Großbritannien
58,66 m x x 58,66 m
11 Carmen Romero KubaKuba Kuba x x 58,60 m 58,60 m
12 Ágnes Herczegh Ungarn 1957
 Ungarn
57,80 m 53,74 m 56,86 m 57,80 m
13 María Cristina Betancourt KubaKuba Kuba 54,16 m x 57,62 m 57,62 m
14 Katalin Csőke Ungarn 1957
 Ungarn
x 56,84 m 57,38 m 57,38 m
15 Gael Mulhall IOC
 Australien
54,90 m 54,58 m 53,32 m 54,90 m
16 Faina Melnik Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
51,64 m 53,76 m x 53,76 m
ogV Ludovina de Oliveira Mosambik Volksrepublik 1975
 Mosambik
ohne Weite
DNS Ulla Lundholm FinnlandFinnland Finnland

Finale

Datum: 1. August 1980, 17.00 Uhr[3]

Favoritinnen für den Olympiasieg waren die Olympiasiegerin von 1976 – damals unter ihrem Namen Evelin Schlaak – Evelin Jahl sowie die Bulgarin Marija Petkowa, die im Juli des Olympiajahres den Weltrekord in ihren Besitz gebracht hatte. Zum Kreis von Kandidatinnen mit Ansprüchen auf die weiteren vorderen Platzierungen gehörten die beiden DDR-Werferinnen Margitta Pufe, Vizeeuropameisterin von 1978 und zudem hier bereits Bronzemedaillengewinnerin im Kugelstoßen, und Gisela Beyer, Tatjana Lessowaja aus der UdSSR sowie die EM-Sechste Swetla Boschkowa aus Bulgarien. Auch die Olympiasiegerin von 1972 und Olympiavierte von 1976 Faina Melnik, UdSSR, war wieder dabei. Aber sie blieb ein Schatten ihrer selbst und schied als Sechzehnte der Qualifikation vorzeitig aus.

Jahl übernahm mit einem Wurf auf 69,76 m in der zweiten Runde die Führung. Damit verbesserte sie ihren eigenen olympischen Rekord von 1976 um 76 cm. Petkowa lag mit ihrem guten ersten Wurf auf 67,68 m an zweiter Stelle. Dritte war Beyer mit 67,08 m. Im dritten Durchgang verbesserte Jahl ihre Führungsweite noch einmal auf jetzt 69,96 m. Bis Runde fünf veränderte sich die Reihenfolge auf den Medaillenplätzen nicht. Mit ihrem fünften Versuch auf 67,40 m gelang Lessowaja der Sprung auf den Bronzeplatz, Beyer war jetzt Vierte. Im letzten Durchgang verbesserten noch zwei Athletinnen ihre Weiten: Margitta Pufe warf 66,12 m – das war am Ende Rang fünf – und die Rumänin Florența Tacu kam auf 64,38 m und erreichte damit Platz sechs. Vier von Evelin Jahls Versuchen hätten für die Goldmedaille gereicht. Sie hatte am Ende über zwei Meter Vorsprung auf Silbermedaillengewinnerin Marija Petkowa. Auf den Plätzen eins und zwei gab es die gleiche Rangfolge wie schon 1976. Tatjana Lessowaja gewann Bronze vor Gisela Beyer.[4]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Evelin Jahl Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 66,14 m 69,76 m OR 69,96 m OR 68,44 m 68,52 m 66,66 m 69,96 m OR
2 Marija Petkowa Bulgarien 1971
 Bulgarien
67,68 m 65,36 m 67,66 m 65,56 m 67,68 m 67,90 m 67,90 m
3 Tatjana Lessowaja Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
64,12 m x 65,72 m 64,84 m 67,40 m 66,20 m 67,40 m
4 Gisela Beyer Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 67,08 m 60,54 m x x 66,48 m 65,56 m 67,08 m
5 Margitta Pufe Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 51,72 m 64,84 m 61,24 m 58,70 m x 66,12 m 66,12 m
6 Florența Tacu Rumänien 1965
 Rumänien
x 64,06 m x 63,92 m 64,16 m 64,38 m 64,38 m
7 Galina Murašova Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
61,36 m 61,46 m 63,84 m x 63,02 m x 63,84 m
8 Swetla Boschkowa Bulgarien 1971
 Bulgarien
56,82 m 63,14 m 61,70 m x 59,54 m 61,26 m 63,14 m
9 Meg Ritchie IOC
 Großbritannien
x 60,72 m 61,16 m nicht im Finale der
besten acht Werferinnen
61,16 m
10 Carmen Romero KubaKuba Kuba 60,86 m 59,44 m 60,06 m 60,86 m
11 Zdeňka Bartoňová Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
56,96 m 57,74 m 57,78 m 57,78 m
12 Ágnes Herczegh Ungarn 1957
 Ungarn
x 55,06 m x 55,06 m

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 648 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 4. Januar 2018
  2. Moskau 1980 Official Report, Volume III, Results, S. 17, englisch/französisch (PDF, 28 MB), abgerufen am 4. Januar 2018
  3. a b Moskau 1980 Official Report, Volume III, Results, S. 91, englisch/französisch (PDF, 28 MB), abgerufen am 4. Januar 2018
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 4. Januar 2018
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