Olympische Sommerspiele 1992/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1992/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 3000-Meter-Hindernislauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 32 Athleten aus 24 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Barcelona
Wettkampfphase 3. August 1992 (Vorrunde)
5. August 1992 (Halbfinale)
7. August 1992 (Finale)
Medaillengewinner
Matthew Birir (Kenia
 KEN)
Patrick Sang (Kenia
 KEN)
William Mutwol (Kenia
 KEN)

Der 3000-Meter-Hindernislauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona wurde am 3., 5. und 7. August 1992 in drei Runden im Olympiastadion Barcelona ausgetragen. 32 Athleten nahmen teil.

Die Mannschaft Kenias konnte einen dreifachen Erfolg feiern. Matthew Birir wurde Olympiasieger, Silber gewann Patrick Sang, Bronze William Mutwol.

Für Deutschland gingen Steffen Brand und Hagen Melzer an den Start. Melzer scheiterte im Halbfinale, Brand erreichte das Finale und wurde Fünfter.
Der Österreicher Michael Buchleitner schied in der Vorrunde aus.
Athleten aus der Schweiz und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle Titelträger

Olympiasieger 1988 Julius Kariuki (Kenia
 Kenia)
8:05,51 min Seoul 1988
Weltmeister 1991 Moses Kiptanui (Kenia
 Kenia)
8:12,59 min Tokio 1991
Europameister 1990 Francesco Panetta (ItalienItalien Italien) 8:12,66 min Split 1990
Panamerikanischer Meister 1991 Adauto Domingues (BrasilienBrasilien Brasilien) 8:36,01 min Havanna 1991
Zentralamerika und Karibik-Meister 1991 Adalberto Vélez (MexikoMexiko Mexiko) 9:00,20 min Xalapa 1991
Südamerika-Meister 1991 Adauto Domingues (BrasilienBrasilien Brasilien) 8:36,21 min Manaus 1991
Asienmeister 1991 Hamid Sajjadi (IranIran Iran) 8:33,89 min Kuala Lumpur 1991
Afrikameister 1992 Whaddon Niewoudt (Sudafrika 1961
 Südafrika)
8:26,44 min Belle Vue Maurel 1992
Ozeanienmeister 1990 Duane Humphreys (NeuseelandNeuseeland Neuseeland) 9:12,83 min Suva 1990

Bestehende Rekorde

Weltrekord 8:05,35 min Peter Koech (Kenia
 Kenia)
Stockholm, Schweden 3. Juli 1989[1]
Olympischer Rekord 8:05,51 min Julius Kariuki (Kenia
 Kenia)
Finale von Seoul, Südkorea 30. September 1988

Vorrunde

Datum: 3. August 1992[2]

Die Teilnehmer traten zu insgesamt drei Vorläufen an. Für das Halbfinale qualifizierten sich pro Lauf die ersten sechs Athleten. Darüber hinaus kamen die sechs Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Läufer sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Vorlauf 1

Der für den Lauf gemeldete Abdelaziz Sahere aus Marokko trat nicht an.

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 William Mutwol Kenia
 Kenia
8:26,23 min
2 Brian Diemer Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:28,88 min
3 Colin Walker Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:29,34 min
4 Steffen Brand DeutschlandDeutschland Deutschland 8:30,03 min
5 Wladimir Golias IOC
 EUN
8:32,49 min
6 Thierry Brusseau FrankreichFrankreich Frankreich 8:33,10 min
7 Ville Hautala FinnlandFinnland Finnland 8:34,10 min
8 Michael Buchleitner OsterreichÖsterreich Österreich 8:40,46 min
9 Graeme Fell KanadaKanada Kanada 8:50,87 min
10 Prakash Davendra Singh Fidschi
 Fidschi
9:07,49 min

Vorlauf 2

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Matthew Birir Kenia
 Kenia
8:23,22 min
2 Clodoaldo do Carmo BrasilienBrasilien Brasilien 8:26,31 min
3 William Van Dijck BelgienBelgien Belgien 8:27,23 min
4 Azzedine Brahmi AlgerienAlgerien Algerien 8:28,01 min
5 Tom Buckner Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:28,36 min
6 El-Arbi Khattabi MarokkoMarokko Marokko 8:28,50 min
7 Danny Lopez Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:29,01 min
8 Hagen Melzer DeutschlandDeutschland Deutschland 8:31,89 min
9 Mohamed Barak Al-Dosari Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 8:50,87 min
10 Iwan Konowalow IOC
 EUN
8:58,04 min
11 Héctor Begeo Philippinen 1986
 Philippinen
9:14,48 min

Vorlauf 3

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Patrick Sang Kenia
 Kenia
8:27,01 min
2 Tom Hanlon Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:27,46 min
3 Ricardo Vera UruguayUruguay Uruguay 8:27,71 min
4 Mark Croghan Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:28,15 min
5 Alessandro Lambruschini ItalienItalien Italien 8:29,64 min
6 Joseph Mahmoud FrankreichFrankreich Frankreich 8:30,54 min
7 Whaddon Niewoudt Sudafrika 1961
 Südafrika Südafrika
8:30,61 min
8 João Junqueira PortugalPortugal Portugal 8:32,68 min
9 Hamid Sajjadi IranIran Iran 8:36,87 min
10 Marcelo Cascabelo ArgentinienArgentinien Argentinien 8:38,89 min
11 Jamal Abdi Hassan KatarKatar Katar 8:54,98 min

Halbfinale

Datum: 5. August 1992[2]

Für das Finale qualifizierten sich pro Lauf die ersten fünf Athleten. Darüber hinaus kamen die zwei Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Läufer sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Lauf 1

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Matthew Birir Kenia
 Kenia
8:25,55 min
2 Steffen Brand DeutschlandDeutschland Deutschland 8:26,12 min
3 Patrick Sang Kenia
 Kenia
8:26,46 min
4 William Van Dijck BelgienBelgien Belgien 8:26,70 min
5 Tom Hanlon Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:26,91 min
6 Ricardo Vera UruguayUruguay Uruguay 8:27,46 min
7 Mark Croghan Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:30,15 min
8 Tom Buckner Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:32,89 min
9 Ville Hautala FinnlandFinnland Finnland 8:33,69 min
10 João Junqueira PortugalPortugal Portugal 8:39,17 min
11 Danny Lopez Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:41,28 min
12 Joseph Mahmoud FrankreichFrankreich Frankreich 8:52,00 min

Lauf 2

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 William Mutwol Kenia
 Kenia
8:19,83 min
2 Clodoaldo do Carmo BrasilienBrasilien Brasilien 8:20,46 min
3 Brian Diemer Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:23,30 min
4 Alessandro Lambruschini ItalienItalien Italien 8:23,56 min
5 Azzedine Brahmi AlgerienAlgerien Algerien 8:25,85 min
6 El-Arbi Khattabi MarokkoMarokko Marokko 8:27,00 min
7 Wladimir Golias IOC
 EUN
8:30,26 min
8 Colin Walker Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:34,82 min
9 Mohamed Barak Al-Dosari Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 8:36,38 min
10 Whaddon Niewoudt Sudafrika 1961
 Südafrika Südafrika
8:37,99 min
11 Hagen Melzer DeutschlandDeutschland Deutschland 8:38,07 min
12 Thierry Brusseau FrankreichFrankreich Frankreich 8:42,48 min

Finale

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Matthew Birir Kenia
 Kenia
8:08,84 min
2 Patrick Sang Kenia
 Kenia
8:09,55 min
3 William Mutwol Kenia
 Kenia
8:10,74 min
4 Alessandro Lambruschini ItalienItalien Italien 8:15,52 min
5 Steffen Brand DeutschlandDeutschland Deutschland 8:16,60 min
6 Tom Hanlon Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:18,14 min
7 Brian Diemer Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:18,77 min
8 Azzedine Brahmi AlgerienAlgerien Algerien 8:20,71 min
9 William Van Dijck BelgienBelgien Belgien 8:22,51 min
10 El-Arbi Khattabi MarokkoMarokko Marokko 8:23,82 min
11 Clodoaldo do Carmo BrasilienBrasilien Brasilien 8:25,92 min
12 Ricardo Vera UruguayUruguay Uruguay 8:26,35 min

Datum: 7. August 1992[2]

Zwölf Athleten bestritten das Finale: drei Kenianer sowie jeweils ein Läufer aus Algerien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Italien, Marokko, den USA, Uruguay und Großbritannien.

Der amtierende Weltmeister Moses Kiptanui aus Kenia hatte sich im Wettbewerb mit seinen Landsleuten nicht für diese Spiele qualifizieren können. Mit seinem Weltrekord knapp zwei Wochen nach dem 3000-Meter-Hindernisfinale zeigte er, wie stark auch mit ihm hier in Barcelona zu rechnen gewesen wäre. Kenias Dominanz in dieser Disziplin war groß, Kiptanuis Landsleute Matthew Birir, William Mutwol und Patrick Sang traten als klare Favoriten für dieses Rennen an. Konkurrenten waren vor allem der algerische WM-Dritte Azzedine Brahmi, der EM-Dritte Alessandro Lambruschini aus Italien und der WM-Fünfte Brian Diemer aus den USA.

Im Finale ergriff Mutwol als Erster die Initiative. Auf der zweiten Runde setzte er sich etwas ab vom Feld. Brahmi schloss zunächst zu ihm auf, ließ dann aber wieder eine kleine Lücke. Doch auch die Läufer dahinter ließen nur einen kleinen Abstand zu. Die ersten tausend Meter wurden in 2:44,86 min gelaufen – ein sehr zügiges, aber nicht überragend schnelles Tempo. Das Feld schloss nun wieder auf. Mutwol lief an der Spitze ein sehr unruhiges Tempo, da gab es immer wieder diese kleine Lücke, die dann aber wieder zugelaufen wurde. In der dritten Runde stürzte Birir an einem Hindernis, rappelte sich jedoch sofort wieder auf und ordnete sich mitten im Läuferfeld wieder ein. Ab Runde vier kontrollierten die drei Kenianer das Rennen von vorne. Auch Birir war weiterhin problemlos dabei. Der zweite Kilometer wurde in 2:47,00 min absolviert, annähernd so schnell wie der erste. In der vorletzten Runde setzten sich die drei Kenianer mit Lambruschini im Schlepptau vom Rest des Feldes ab, Birir führte vor Sang. Schon zu Beginn der Schlussrunde war es auch um den Italiener geschehen, Birir, Sang und Mutwol machten das jetzt unter sich aus. Am Schluss setzte sich Matthew Birir klar durch und wurde Olympiasieger vor Patrick Sang und William Mutwol. Alessandro Lambruschini wurde Vierter vor dem überraschend starken Deutschen Steffen Brand und dem Briten Tom Hanlon.

Durch einen sehr schnellen letzten Kilometer in 2:36,98 min lag die Endzeit nur knapp dreieinhalb Sekunden über dem bestehenden Weltrekord des Kenianers Peter Koech aus dem Jahr 1989.

Matthew Birir gewann die dritte Goldmedaille in Folge für Kenia in dieser Disziplin. Es war die fünfte insgesamt, was Kenia zur erfolgreichsten Nation auf der Basis der Olympiasiege machte. Zum dritten Mal nach 1928 durch Finnland und 1948 durch Schweden gingen alle drei Medaillen an eine Nation.

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Peking 2015 Seite 674 (engl.), abgerufen am 8. Februar 2018
  2. a b c Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Barcelona, Resultate Leichtathletik: S. 47, katalanisch/spanisch/englisch/französisch (PDF, 38.871 MB), abgerufen am 8. Februar 2018
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Olympische Sommerspiele 1992/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer)
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