Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – Hammerwurf (Männer) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – Hammerwurf (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Hammerwurf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 35 Athleten aus 24 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Athen
Wettkampfphase 20. August 2004 (Qualifikation)
22. August 2004 (Finale)
Medaillengewinner
Kōji Murofushi (JapanJapan Japan)
keine Silbermedaille vergeben
Eşref Apak (TurkeiTürkei Türkei)

Der Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 20. und 22. August 2004 im Olympiastadion Athen ausgetragen. 35 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der Japaner Kōji Murofushi. Wegen dopingbedingter Disqualifikation zweier Athleten wurde keine Silbermedaille vergeben. Bronze gewann der Türke Eşref Apak.

Mit Markus Esser und Karsten Kobs gingen zwei deutsche Teilnehmer an den Start. Beide erreichten das Finale, in dem Esser Fünfter wurde und Kobs Rang elf belegte.
Athleten aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmern.

Aktuelle Titelträger

Olympiasieger 2000 Szymon Ziółkowski (PolenPolen Polen) 80,02 m Sydney 2000
Weltmeister 2003 Iwan Zichan (WeissrusslandWeißrussland Weißrussland) 83,05 m Paris 2003
Europameister 2002 Adrián Annus (UngarnUngarn Ungarn) 81,17 m München 2002
Panamerikanischer Meister 2003 Juan Ignacio Cerra (ArgentinienArgentinien Argentinien) 75,53 m Santo Domingo 2003[1]
Zentralamerika und Karibik-Meister 2003 Hammerwurf nicht als Meisterschaftswettbewerb ausgetragen St. George’s 2003[2]
Südamerika-Meister 2003 Juan Ignacio Cerra (ArgentinienArgentinien Argentinien) 73,31 m Barquisimeto 2003[3]
Asienmeister 2003 Ali Al-Zinkawi (Kuwait
 Kuwait)
70,62 m Manila 2003[4]
Afrikameister 2004 Chris Harmse (SudafrikaSüdafrika Südafrika) 75,90 m Brazzaville 2004[5]
Ozeanienmeister 2002 Faleono Seve (Salomonen
 Salomonen)
53,00 m Christchurch 2002[6]

Bestehende Rekorde

Weltrekord 86,74 m Jurij Sedych (SowjetunionSowjetunion Sowjetunion) Stuttgart, damals BR Deutschland (heute Deutschland) 30. August 1986[7]
Olympischer Rekord 84,80 m Sergei Litwinow (SowjetunionSowjetunion Sowjetunion) Finale von Seoul, Südkorea 26. September 1988

Anmerkungen:

  • Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen.
  • Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.

Doping

In diesem Wettbewerb gab es gleich zwei Dopingfälle zu vermelden. Ursprünglich hatte der Ungar Adrián Annus mit einer Weite von 83,19 m Platz eins belegt. Nachdem Annus zu einer vom Internationalen Olympischen Komitee angesetzten Zielkontrolle in Ungarn nicht erschienen war, wurde ihm die Goldmedaille aberkannt.[8] Im Endresultat rückten alle Finalteilnehmer somit um einen Platz nach vorne. Infolge seines Betrugs blieb dem Russen Ilja Konowalow die Teilnahme am Finale verwehrt. Darüber hinaus hätte der Deutsche Karsten Kobs drei weitere Versuche im Finale der besten acht Werfer gehabt.

Am 5. Dezember 2012 wurde auch dem weißrussischen Bronzemedaillengewinner Iwan Zichan, der nach Annus’ Disqualifikation mit 79,81 m auf Platz zwei vorgerückt war, wegen Dopings seine Medaille aberkannt.[9] Die Silbermedaille wurde danach vom IOC nicht neu vergeben.[10]

Qualifikation

Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug betrug 78,00 m. Da nur fünf Athleten diese Weite erreichten (hellblau unterlegt), wurde das Finalfeld mit den nächstbesten Sportlern beider Gruppen auf zwölf Teilnehmer aufgefüllt (hellgrün unterlegt). Für die Teilnahme waren schließlich 76,69 m zu erbringen.

Gruppe A

20. August 2004, 9:15 Uhr

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Markus Esser DeutschlandDeutschland Deutschland 76,39 75,29 77,49 77,49
2 Ihar Astapkowitsch WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 76,70 76,08 76,88 76,88
3 Eşref Apak TurkeiTürkei Türkei 76,74 x x 76,74
4 Ilja Konowalow RusslandRussland Russland 75,40 x 76,36 76,36 wäre nach Annus‘ Disqualifikation im Finale teilnahmeberechtigt gewesen
5 Szymon Ziółkowski PolenPolen Polen 76,12 74,55 76,17 76,17
6 Olli-Pekka Karjalainen FinnlandFinnland Finnland x 74,51 76,11 76,11
7 Alexandros Papadimitriou GriechenlandGriechenland Griechenland x x 75,55 75,55
8 Oleksandr Krykun UkraineUkraine Ukraine x 75,42 74,37 75,42
9 Patric Suter SchweizSchweiz Schweiz 72,45 x 73,54 73,54
10 Stuart Rendell AustralienAustralien Australien x 72,61 x 72,61
11 Juan Ignacio Cerra ArgentinienArgentinien Argentinien 69,10 72,53 68,64 72,53
12 Vítor Costa PortugalPortugal Portugal 72,47 72,44 x 72,47
13 Roman Rozna Moldau RepublikRepublik Moldau Moldau x x 71,78 71,78
14 Vladimir Maska TschechienTschechien Tschechien 71,76 x x 71,76
15 Alfred Kruger Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 69,38 68,03 x 69,38
ogV Dilschod Nasarow Tadschikistan
 Tadschikistan
x x x ohne Weite
Wladyslaw Piskunow UkraineUkraine Ukraine x x x
DOP Adrián Annus UngarnUngarn Ungarn

Gruppe B

20. August 2004, 11:00 Uhr

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Krisztián Pars UngarnUngarn Ungarn 77,43 80,50 - 80,50
2 Kōji Murofushi JapanJapan Japan 79,55 - - 79,55
3 Primož Kozmus SlowenienSlowenien Slowenien 76,97 78,81 - 78,81
4 Libor Charfreitag SlowakeiSlowakei Slowakei x x 77,30 77,30
5 Nicola Vizzoni ItalienItalien Italien 76,84 75,35 75,03 76,84
6 Wadsim Dsewjatouski WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 71,69 74,81 76,72 76,72
7 Karsten Kobs DeutschlandDeutschland Deutschland 76,69 x x 76,69
8 Miloslav Konopka SlowakeiSlowakei Slowakei 74,42 x 76,16 76,16
9 Sergei Kirmasow RusslandRussland Russland 75,12 73,68 75,83 75,83
10 Artem Rubanko UkraineUkraine Ukraine 75,08 x x 75,08
11 James Parker Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 73,15 74,09 75,04 75,04
12 Andras Haklits KroatienKroatien Kroatien x 73,51 74,43 74,43
13 David Söderberg FinnlandFinnland Finnland x x 74,14 74,14
14 Juri Woronkin RusslandRussland Russland 73,47 71,97 x 73,47
15 Ali Mohamed Al-Zankawi Kuwait
 Kuwait
70,67 71,06 70,68 71,06
16 Dorian Çollaku AlbanienAlbanien Albanien 70,06 69,27 67,61 70,06
DOP Iwan Zichan WeissrusslandWeißrussland Weißrussland

Finale

22. August 2004, 21:15 Uhr

Für das Finale hatten sich zwölf Athleten qualifiziert, fünf von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere sieben über ihre Platzierungen. Vertreten waren alle drei Weißrussen, zwei Deutsche, zwei Ungarn sowie je ein Teilnehmer aus Italien, Japan, der Slowakei, Slowenien und der Türkei. Allerdings fielen zwei von ihnen nach positiven Dopingtests aus der Wertung.

Als Favorit ging eigentlich der amtierende Weltmeister Iwan Zichan aus Weißrussland an den Start. Er gehörte dann zusammen mit einem seiner stärksten Konkurrenten, dem ungarischen Vizeweltmeister und Europameister Adrián Annus, zu den beiden Werfern, die später wegen Dopingvergehens disqualifiziert wurden.[9][8] Ein weiterer Favorit war der Japaner Kōji Murofushi als WM-Dritter von 2003 und Vizeweltmeister von 2001. Ein Medaillenanwärter war außerdem der slowenische WM-Fünfte Primož Kozmus. Auch der Olympiasieger von 2000, der Pole Szymon Ziółkowski, war wieder unter den Teilnehmern, hatte jedoch längst nicht mehr die Form vergangener Jahre.

Im Finale übernahm Murofushi nach Runde eins mit 79,90 m die Führung, die er in Durchgang zwei mit dem ersten Wurf der Konkurrenz über achtzig Meter weiter ausbaute. Anschließend übertraf er noch dreimal diese Marke, nur sein vorletzter Versuch war ungültig. In der sechsten und letzten Runde erzielte er mit 82,91 m seine größte Weite. Keiner der anderen Athleten konnte da mithalten. Außer dem Japaner konnte kein Werfer die 80-Meter-Marke übertreffen. Aber es ging eng und spannend zu im Kampf um die weiteren Platzierungen, wobei erst hinterher, als Zichan und Annus disqualifiziert worden waren, klar wurde, dass es sich tatsächlich um eine Auseinandersetzung um Medaillen handelte. In Durchgang zwei gelangen dem Türken Eşref Apak 79,51 m. Damit lag er am Ende zunächst auf Platz vier, rückte jedoch durch Annus‘ Disqualifikation auf den Bronzerang vor. Und auch nachdem Zichan des Dopingvergehens überführt worden war, blieb es bei Bronze, denn das IOC entschied, dass eine Silbermedaille nicht vergeben wird.[9] Vierter wurde der Weißrusse Wadsim Dsewjatouski vor dem Ungarn Krisztián Pars und dem Slowenen Primož Kozmus. Zwischen Apaks und Kozmus‘ Bestweiten lagen nur 95 Zentimeter. Der Slowake Libor Charfreitag belegte Platz sieben vor dem Deutschen Karsten Kobs.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Kōji Murofushi JapanJapan Japan 79,90 81,60 81,16 82,32 x 82,91 82,91
Die Silbermedaille wurde nicht vergeben.
3 Eşref Apak TurkeiTürkei Türkei 75,51 79,51 x 79,23 75,15 76,34 79,51
4 Wadsim Dsewjatouski WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 78,67 78,82 x 75,41 76,61 x 78,82
5 Krisztián Pars UngarnUngarn Ungarn 76,94 78,16 77,55 78,73 x 77,26 78,73
6 Primož Kozmus SlowenienSlowenien Slowenien 75,82 77,08 76,45 78,56 77,61 78,24 78,56
7 Libor Charfreitag SlowakeiSlowakei Slowakei 74,93 77,93 77,30 75,60 77,54 73,06 77,54
8 Karsten Kobs DeutschlandDeutschland Deutschland 75,72 75,97 76,30 nicht im Finale der
besten acht Werfer
76,30 wäre wg. Annus‘ Disqualifik. im Finale d. besten Acht gewesen
9 Ihar Astapkowitsch WeissrusslandWeißrussland Weißrussland x x 76,22 76,22
10 Nicola Vizzoni ItalienItalien Italien 74,27 72,97 76,30 74,27
11 Markus Esser DeutschlandDeutschland Deutschland 72,51 x 71,31 72,51
DOP Iwan Zichan WeissrusslandWeißrussland Weißrussland
Adrián Annus UngarnUngarn Ungarn
  • Goldmedaillengewinner Kōji Murofushi aus Japan
    Goldmedaillengewinner Kōji Murofushi aus Japan
  • Der Weißrusse Wadsim Dsewjatouski belegte am Ende den vierten Platz
    Der Weißrusse Wadsim Dsewjatouski belegte am Ende den vierten Platz
  • Der ungarische Olympiafünfte Krisztián Pars
    Der ungarische Olympiafünfte Krisztián Pars
  • Der Slowene Primož Kozmus belegte im Finale Rang sechs
    Der Slowene Primož Kozmus belegte im Finale Rang sechs
  • Libor Charfreitag aus der Slowakei wurde Olympiasiebter
    Libor Charfreitag aus der Slowakei wurde Olympiasiebter

Video

Einzelnachweise

  1. Pan American Games auf gbrathletics.com, abgerufen am 1. Mai 2018
  2. Central American and Caribbean Championships (Men) auf gbrathletics.com, abgerufen am 1. Mai 2018
  3. South American Championships (Men) auf gbrathletics.com, abgerufen am 1. Mai 2018
  4. Asian Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 1. Mai 2018
  5. African Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 1. Mai 2018
  6. Oceania Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 1. Mai 2018
  7. IAAF Weltrekorde Hammerwurf Männer, abgerufen am 1. Mai 2018
  8. a b Hammerwurf-Olympiasieger Annus gibt Gold ab, RP Online 21. Oktober 2004, abgerufen am 19. April 2018
  9. a b c IOC Media Relations Team: IOC disqualifies four medallists from Athens 2004 following further analysis of stored samples (Englisch) Internationales Olympisches Komitee. 5. Dezember 2012. Abgerufen am 1. Mai 2018.
  10. Athletics at the 2004 Athina Summer Games: Men’s Hammer Throw. Olympics at Sports-Reference.com, abgerufen am 1. Mai 2018 (englisch).
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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – Hammerwurf (Männer)
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