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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – Kugelstoßen (Frauen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Kugelstoßen
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 38 Athletinnen aus 28 Ländern
Wettkampfort Antikes Stadion von Olympia
Wettkampfphase 18. August 2004
Medaillengewinnerinnen
Yumileidi Cumbá (KubaKuba Kuba)
Nadine Kleinert (DeutschlandDeutschland Deutschland)
aufgrund besonderer Dopingproblematik nicht vergeben

Das Kugelstoßen der Frauen bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 18. August 2004 im antiken Stadion von Olympia durchgeführt. 38 Athletinnen nahmen teil.

Das Kugelstoßen der Frauen wurde von gleich drei Dopingfällen überschattet.

  • Der Russin Irina Korschanenko wurde die Goldmedaille, die sie für ihre Weite von 21,06 m erhalten hatte, wegen Dopings aberkannt.[1] Die dahinter platzierten Sportlerinnen rückten daraufhin jeweils einen Platz vor.
  • Die Usbekin Olga Shchukina – hier in Athen nicht über die Qualifikation hinausgekommen – war bei einer Trainingskontrolle kurz vor den Spielen positiv auf Clenbuterol getestet worden, was jedoch erst nach den Spielen von Athen offiziell wurde. Ihr Resultat wurde annulliert und sie wurde vom Weltverband IAAF für zwei Jahre gesperrt.[2]
  • Am 5. Dezember 2012 wurde der nun neuen russischen Bronzemedaillengewinnerin Swetlana Kriweljowa (19,49 m) die Medaille ebenfalls wegen Dopings aberkannt.[3]

Olympiasiegerin wurde die Kubanerin Yumileidi Cumbá. Silber gewann die Deutsche Nadine Kleinert. Eine Bronzemedaille wurde aufgrund der besonderen Dopingproblematik nicht vergeben.

Mit Astrid Kumbernuss, und Nadine Beckel gingen neben Kleinert zwei weitere deutsche Teilnehmerinnen an den Start. Sowohl Kumbernuss als auch Beckel schieden in der Qualifikation aus.
Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmerinnen.

Aktuelle Titelträgerinnen

Olympiasiegerin 2000 Janina Karoltschyk (WeissrusslandWeißrussland Weißrussland) 20,56 m Sydney 2000
Weltmeisterin 2003 Swetlana Kriweljowa (RusslandRussland Russland) 20,63 m Paris 2003
Europameisterin 2002 Irina Korschanenko (RusslandRussland Russland) 20,64 m München 2002
Panamerikanische Meisterin 2003 Yumileidi Cumbá (KubaKuba Kuba) 19,31 m Santo Domingo 2003
Zentralamerika und Karibik-Meisterin 2003 Misleydis González (KubaKuba Kuba) 18,09 m St. George’s 2003[4]
Südamerika-Meister 2003 Elisângela Adriano (BrasilienBrasilien Brasilien) 18,34 m Barquisimeto 2003[5]
Asienmeisterin 2003 Li Meiju (China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China) 18,45 m Manila 2003[6]
Afrikameisterin 2004 Wafa Ismail El Baghdadi (AgyptenÄgypten Ägypten) 15,53 m Brazzaville 2004
Ozeanienmeisterin 2002 ʻAna Poʻuhila (TongaTonga Tonga) 15,66 m Christchurch 2002[7]

Bestehende Rekorde

Weltrekord 22,63 m Natalja Lissowskaja (SowjetunionSowjetunion Sowjetunion) Moskau, Sowjetunion (heute Russland) 7. Juni 1987[8]
Olympischer Rekord 22,41 m Ilona Slupianek (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR) Finale von Moskau, Sowjetunion (heute Russland) 24. Juli 1980

Anmerkungen:

  • Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen.
  • Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.

Qualifikation

18. August 2004, 8:30 Uhr

Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug betrug 18,50 m. Da nur neun Athletinnen diese Weite erreichten (hellblau unterlegt), wurde das Finalfeld mit den nächstbesten Sportlerinnen beider Gruppen auf zwölf Teilnehmerinnen aufgefüllt (hellgrün unterlegt). Für die Teilnahme waren schließlich 18,16 m zu erbringen. In die Wertung kamen aufgrund der dopingbedingten Disqualifikationen letztendlich allerdings nur zehn Athletinnen.

Gruppe A

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Yumileidi Cumbá KubaKuba Kuba 19,10 - - 19,10
2 Valerie Adams NeuseelandNeuseeland Neuseeland 18,79 - - 18,79
3 Nadine Kleinert DeutschlandDeutschland Deutschland 18,65 - - 18,65
4 Krystyna Zabawka PolenPolen Polen 18,05 18,61 - 18,61
5 Natallja Charaneka WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 17,70 18,52 - 18,52 Diese beiden Kugelstoßerinnen wären
eigentlich für das Finale qualifiziert
6 Misleydis González KubaKuba Kuba 18,33 x 18,15 18,33
7 Laurence Manfredi FrankreichFrankreich Frankreich 17,78 17,05 17,20 17,78
8 Elisângela Adriano BrasilienBrasilien Brasilien 17,31 17,07 17,44 17,44
9 Zhang Xiaoyu China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 17,03 17,22 16,21 17,22
10 Li Fengfeng China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 16,80 16,36 16,90 16,90
11 Zhang Guirong SingapurSingapur Singapur 16,58 16,51 x 16,58
12 Laura Gerraughty Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 15,97 x 16,47 16,47
13 Kimberly Barrett JamaikaJamaika Jamaika 15,80 16,45 16,09 16,45
14 Lee Mi-young Korea SudSüdkorea Südkorea 15,76 16,35 x 16,35
15 Filiz Kadoğan TurkeiTürkei Türkei 15,20 14,73 x 15,20
16 Miriam Kevkhishvili GeorgienGeorgien Georgien 14,10 15,02 15,06 15,06
17 Jolanta Uljewa KasachstanKasachstan Kasachstan 14,48 14,55 14,88 14,88
DOP Irina Korschanenko RusslandRussland Russland Disqualifikation erfolgte später, deshalb zunächst im Finale
Olga Shchukina UsbekistanUsbekistan Usbekistan

Gruppe B

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Nadseja Astaptschuk WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 19,69 - - 19,69
2 Cleopatra Borel Trinidad und TobagoTrinidad und Tobago Trinidad und Tobago 18,90 - - 18,90 NR
3 Lieja Tunks NiederlandeNiederlande Niederlande 18,38 x 18,33 18,38
4 Li Meiju China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 18,16 18,01 18,13 18,16
5 Kalliopi Ouzouni GriechenlandGriechenland Griechenland 18,03 17,87 x 18,03
6 Olga Rjabinkina RusslandRussland Russland 18,00 x 17,99 18,00
7 Fior Vásquez Dominikanische RepublikDominikanische Republik Dominikanische Republik 16,00 17,99 17,08 17,99
8 Astrid Kumbernuss DeutschlandDeutschland Deutschland 17,89 17,52 17,86 17,89
9 Irini Terzoglou GriechenlandGriechenland Griechenland 17,34 x - 17,34
10 Oksana Zakharchuk UkraineUkraine Ukraine 17,19 17,28 x 17,28
11 Kristin Heaston Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 16,41 x 17,17 17,17
12 Nadine Beckel DeutschlandDeutschland Deutschland 17,11 17,03 x 17,11
13 Juttaporn Krasaeyan ThailandThailand Thailand 16,45 16,49 16,22 16,49
14 Irache Quintanal SpanienSpanien Spanien 15,27 15,99 15,52 15,99
15 Anelija Kumanowa BulgarienBulgarien Bulgarien 15,49 15,91 15,50 15,91
16 Chinatsu Mori JapanJapan Japan 15,86 14,59 x 15,86
17 ʻAna Poʻuhila TongaTonga Tonga 14,16 15,33 15,08 15,33
18 Éva Kürti UngarnUngarn Ungarn 14,60 x x 14,60
DOP Swetlana Kriweljowa RusslandRussland Russland Disqualifikation erfolgte später, deshalb zunächst im Finale

Finale

18. August 2004, 16:00 Uhr

Für das Finale hatten sich ursprünglich zwölf Athletinnen qualifiziert, neun von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere drei über ihre Platzierungen. Vertreten waren zwei Russinnen – später beide disqualifiziert, zwei Kubanerinnen und zwei Weißrussinnen sowie je eine Teilnehmerin aus China, Deutschland, Neuseeland, den Niederlanden, Polen und Trinidad und Tobago.

Viele der für diesen Wettkampf favorisierten Athletinnen kamen dopingbedingt hinterher nicht in die Wertung oder durften wie die gesperrten Wita Pawlysch aus der Ukraine[9] oder Janina Karoltschyk aus Weißrussland, Olympiasiegerin von 2000 und Weltmeisterin von 2001 gar nicht erst antreten. Das Kugelstoßen der Frauen war vor allem in den osteuropäischen Ländern Russland, Weißrussland und der Ukraine in einen tiefen Dopingsumpf geraten. Die Bronzemedaille wurde vom IOC nach den drei nachträglichen Disqualifikationen nicht mehr neu vergeben.

Aus dem Kreis der Kugelstoßerinnen mit guten Aussichten blieben die später ebenfalls als Dopingsünderin ertappte Weißrussin Nadseja Astaptschuk[10], die panamerikanische Meisterin Yumileidi Cumbá aus Kuba und die deutsche Vizeweltmeisterin von 2001 Nadine Kleinert übrig. Ebenfalls noch einmal mit dabei war die Olympiasiegerin von 1996 Astrid Kumbernuss aus Deutschland, die jedoch bei Weitem nicht mehr die Form ihrer Erfolgsjahre hatte und so in der Qualifikation ausschied.

Das Finale verlief wegen der nachträglichen Disqualifikationen anders, als hier sichtbar wird. Die Olympiasiegerin Cumbá musste beispielsweise zunächst von einer gewonnenen Silbermedaille ausgehen. Für die letztlich anerkannten Resultate – und nur diese sind ausschlaggebend – führte nach dem ersten Durchgang die Weißrussin Natallja Charaneka mit 18,82 m vor Kleinert mit 18,77 m und der Neuseeländerin Valerie Adams mit 18,56 m. In der zweiten Runde übernahm Kleinert die Führung mit 19,55 m, dahinter änderte sich wenig, nur Cumbá setzte sich mit ihrem ersten gültigen Stoß von 18,39 m an die fünfte Position. Der dritte Durchgang brachte wieder deutliche Verschiebungen. Astaptschuk stieß 19,01 m und war damit Zweite, Charaneka blieb auf Rang vier, verbesserte sich aber auf 18,87 m, Cumbá schob sich mit 18,74 m auf Platz fünf und die Polin Krystyna Zabawka war mit 18,64 m Sechste. Im weiteren Verlauf tat sich kaum noch etwas, es gab allerdings noch eine entscheidende Veränderung. Mit ihrem letzten Stoß gelangen Yumileidi Cumbá 19,59 m, was ihr schließlich den Olympiasieg brachte. Silber gewann Nadine Kleinert, Bronze wurde nicht nachträglich vergeben. Platz vier belegte Nadseja Astaptschuk vor Natallja Charaneka und Krystyna Zabawka. Die zweite Kubanerin Misleydis González kam auf Rang sieben vor Valerie Adams.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Yumileidi Cumbá KubaKuba Kuba x 18,39 18,74 x x 19,59 19,59
2 Nadine Kleinert DeutschlandDeutschland Deutschland 18,77 19,55 19,17 18,55 x x 19,55
Eine Bronzemedaille wurde letztlich nach den dopingbedingten Disqualifikationen nicht vergeben.
4 Nadseja Astaptschuk WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 18,25 x 19,01 x x x 19,01
5 Natallja Charaneka WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 18,82 18,09 18,87 17,80 18,59 18,96 18,96
6 Krystyna Zabawka PolenPolen Polen x 17,97 18,64 x 18,60 x 18,64
7 Misleydis González KubaKuba Kuba 17,33 18,25 18,59 18,52 x x 18,59
8 Valerie Adams NeuseelandNeuseeland Neuseeland 18,56 x 17,93 nicht im Finale der
besten acht Athletinnen
18,56 Diesen beiden Kugelstoßerinnen hätten
eigentlich drei weitere Versuche zugestanden
9 Li Meiju China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 17,82 17,61 18,37 18,37
10 Cleopatra Borel Trinidad und TobagoTrinidad und Tobago Trinidad und Tobago 17,37 18,28 18,35 18,35
11 Lieja Tunks NiederlandeNiederlande Niederlande x 18,13 18,14 18,14
DOP Irina Korschanenko RusslandRussland Russland
Swetlana Kriweljowa RusslandRussland Russland
  • Silbermedaillengewinnerin Nadine Kleinert aus Deutschland im Jahre 2010
    Silbermedaillengewinnerin Nadine Kleinert aus Deutschland im Jahre 2010
  • Die neuseeländische Olympiaachte Valerie Adams
    Die neuseeländische Olympiaachte Valerie Adams

Video

Einzelnachweise

  1. Korschanenko verliert Gold - Kleinert gewinnt Silber Frankfurter Allgemeine Zeitung 23. August 2004, abgerufen am 19. April 2018
  2. Shchukina tested positive for Clenbuterol Offizielle Seite des IOC 20. August 2004, abgerufen am 15. Mai 2018
  3. IOC Media Relations Team: IOC disqualifies four medallists from Athens 2004 following further analysis of stored samples (Englisch) Internationales Olympisches Komitee. 5. Dezember 2012. Abgerufen am 19. April 2018.
  4. Central American and Caribbean Championships (Women) auf gbrathletics.com, abgerufen am 15. Mai 2018
  5. South American Championships (Women) auf gbrathletics.com, abgerufen am 15. Mai 2018
  6. Asian Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 15. Mai 2018
  7. Oceania Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 15. Mai 2018
  8. IAAF Weltrekorde, Kugelstoßen Frauen, abgerufen am 15. Mai 2018
  9. "Dopingopfer" Kleinert für lebenslange Sperren@1@2Vorlage:Toter Link/www.zeit.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , in: Zeit Online. 2. August 2013, abgerufen am 15. Mai 2018
  10. Doping – Weißrussin verliert Gold im Kugelstoßen auf welt.de. 13. August 2012, abgerufen am 15. Mai 2018
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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – Kugelstoßen (Frauen)
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