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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – Weitsprung (Frauen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Weitsprung
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 39 Athletinnen aus 28 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Athen
Wettkampfphase 25. August 2004 (Qualifikation)
27. August 2004 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Tatjana Lebedewa (RusslandRussland RUS)
Irina Simagina (RusslandRussland RUS)
Tatjana Kotowa (RusslandRussland RUS)

Das Weitsprung der Frauen bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 25. und 27. August 2004 im Olympiastadion Athen ausgetragen. 39 Athletinnen nahmen teil.

Es gab einen russischen Dreifachsieg. Olympiasiegerin wurde Tatjana Lebedewa vor Irina Simagina und Tatjana Kotowa.

Die US-Amerikanerin Marion Jones, die mit einer Weite von 6,85 m zunächst den fünften Platz belegt hatte, wurde im Gefolge der BALCO-Affäre nachträglich wegen Dopings disqualifiziert.[1]

Mit Bianca Kappler ging eine deutsche Weitspringerin an den Start. Sie erreichte das Finale und belegte Rang acht.
Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmerinnen.

Aktuelle Titelträgerinnen

Olympiasiegerin 2000 Heike Drechsler (DeutschlandDeutschland Deutschland) 6,99 m Sydney 2000
Weltmeisterin 2003 Eunice Barber (FrankreichFrankreich Frankreich) 6,99 m Paris 2003
Europameisterin 2002 Tatjana Kotowa (RusslandRussland Russland) 6,85 m München 2002
Panamerikanische Meisterin 2003 Alice Falaiye (KanadaKanada Kanada) 6,43 m Santo Domingo 2003
Zentralamerika und Karibik-Meisterin 2003 Elva Goulbourne (JamaikaJamaika Jamaika) 6,96 m St. George’s 2003[2]
Südamerika-Meisterin 2003 Keila Costa (BrasilienBrasilien Brasilien) 6,30 m Barquisimeto 2003[3]
Asienmeisterin 2003 Anastasiya Juravleva (UsbekistanUsbekistan Usbekistan) 6,53 m Manila 2003[4]
Afrikameisterin 2004 Kéné Ndoye (SenegalSenegal Senegal) 6,64 m Brazzaville 2004[5]
Ozeanienmeisterin 2002 Elizabeth Murphy (AustralienAustralien Australien) 5,78 m Christchurch 2002[6]

Bestehende Rekorde

Weltrekord 7,52 m Galina Tschistjakowa (SowjetunionSowjetunion Sowjetunion) Leningrad (heute Sankt Petersburg), Sowjetunion (heute Russland) 11. Juni 1988[7]
Olympischer Rekord 7,40 m Jackie Joyner-Kersee (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) Finale von Seoul, Südkorea 29. September 1988

Anmerkungen:

  • Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen.
  • Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.

Qualifikation

25. August 2004, 21:20 Uhr

Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug betrug 6,65 m. Da nur zehn Athletinnen diese Weite erreichten (hellblau unterlegt), wurde das Finalfeld mit den nächstbesten Sportlerinnen beider Gruppen auf zwölf Teilnehmerinnen aufgefüllt (hellgrün unterlegt). Für die Teilnahme waren schließlich 6,55 m zu erbringen.

Gruppe A

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Irina Simagina RusslandRussland Russland 6,75 - - 6,75
2 Jade Johnson Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien x 5,01 6,71 6,71
3 Marion Jones Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x 6,70 - 6,70 später wegen Dopingmissbrauchs disqualifiziert[1]
4 Bianca Kappler DeutschlandDeutschland Deutschland 6,59 6,36 6,69 6,69
5 Anju Bobby George IndienIndien Indien 6,69 - - 6,69
6 Grace Upshaw Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 6,55 6,68 - 6,68
7 Jelena Koschtschejewa KasachstanKasachstan Kasachstan x 6,43 6,57 6,57
8 Tünde Vaszi UngarnUngarn Ungarn 6,41 6,55 6,36 6,55
9 Ineta Radēviča LettlandLettland Lettland 6,53 6,42 x 6,53
10 Jackie Edwards BahamasBahamas Bahamas x 6,53 x 6,53
11 Ioanna Kafetzi GriechenlandGriechenland Griechenland 6,49 x 6,41 6,49
12 Guan Yingnan China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 6,38 6,46 x 6,46
13 Antonija Jordanowa BulgarienBulgarien Bulgarien 6,45 6,31 6,28 6,45
14 Kéné Ndoye SenegalSenegal Senegal 6,10 6,25 6,45 6,45
15 Denisa Ščerbová TschechienTschechien Tschechien 6,31 6,39 x 6,39
16 Fiona May ItalienItalien Italien 6,24 6,36 6,38 6,38
17 Eunice Barber FrankreichFrankreich Frankreich 6,28 6,37 6,35 6,37
18 Lerma Gabito PhilippinenPhilippinen Philippinen 6,31 5,96 6,13 6,31
19 Tina Čarmann SlowenienSlowenien Slowenien x x 5,72 5,72
ogV Alina Militaru RumänienRumänien Rumänien x - - ohne Weite

Gruppe B

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Tatjana Lebedewa RusslandRussland Russland 6,95 - - 6,95
2 Bronwyn Thompson AustralienAustralien Australien 6,63 x 6,80 6,80
3 Tatjana Kotowa RusslandRussland Russland 6,79 - - 6,79
4 Carolina Klüft SchwedenSchweden Schweden 6,73 - - 6,73
5 Wang Lina China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 6,53 x x 6,53
6 Heli Koivula Kruger FinnlandFinnland Finnland x 6,49 6,50 6,50
7 Adina Anton RumänienRumänien Rumänien 6,45 6,47 6,14 6,47
8 Rose Richmond Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 6,46 6,14 6,29 6,46
9 Stiliani Pilatou GriechenlandGriechenland Griechenland 6,42 x 6,27 6,42
10 Valentina Gotovska LettlandLettland Lettland x 6,41 6,40 6,41
11 Zita Ajkler UngarnUngarn Ungarn 6,39 6,25 x 6,39
12 Anastasiya Juravleva UsbekistanUsbekistan Usbekistan x 6,39 x 6,39
13 Yudelkis Fernández KubaKuba Kuba 6,36 6,28 6,19 6,36
14 Keila Costa BrasilienBrasilien Brasilien x 6,33 6,26 6,33
15 Niki Xanthou GriechenlandGriechenland Griechenland x 6,31 6,27 6,31
16 Maho Hanaoka JapanJapan Japan 4,67 x 6,31 6,31
17 Liang Shuyan China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China x 5,92 x 5,92
18 Svetlana Pessova TurkmenistanTurkmenistan Turkmenistan x 5,64 5,58 5,64
ogV Niurka Montalvo SpanienSpanien Spanien x x x ohne Weite

Finale

27. August 2004, 20:05 Uhr

Für das Finale hatten sich zwölf Athletinnen qualifiziert, zehn von ihnen über die Qualifikationsweite, zwei weitere über ihre Platzierungen. Vertreten waren alle drei Russinnen sowie je eine Teilnehmerin aus Australien, Deutschland, Indien, Großbritannien, Kasachstan, Schweden, Ungarn und den Vereinigten Staaten. Die zweite US-Amerikanerin Marion Jones wurde später im Gefolge der BALCO-Affäre wegen Dopingmissbrauchs disqualifiziert.[1]

Marion Jones hatte mit ihrem Dopingbetrug die Teilnahme der Lettin Ineta Radēviča am Finale verhindert. Außerdem hätte die Deutsche Bianca Kappler den Endkampf der besten Acht erreicht, ihr hätten somit drei weitere Versuche zur Verfügung gestanden.

Eine der Topfavoritinnen wäre normalerweise die französische Weltmeisterin Eunice Barber gewesen, die allerdings verletzungsbedingt chancenlos war und bereits in der Qualifikation ausgeschieden war. Sieganwärterin war nun vor allem die russische Europameisterin und zweifache Vizeweltmeisterin von 2003 und 2001 Tatjana Kotowa. Weitere Medaillenkandidatinnen waren die beiden weiteren Russinnen Tatjana Lebedewa und Irina Simagina, die indische WM-Dritte Anju Bobby George, die britische Vizeeuropameisterin und WM-Vierte Jade Johnson sowie die Ungarin Tünde Vaszi als WM-Sechste von 2003, WM-Vierte von 2001 und EM-Dritte von 2002.

Das Finale wurde von Beginn an sehr deutlich von den drei russischen Teilnehmerinnen dominiert. In Durchgang eins übertrafen sowohl Irina Simagina als auch Kotowa die 7-Meter-Marke. Beide legten identische 7,05 m vor, während Lebedewa einen ungültigen Versuch produzierte. Keiner der Athletinnen, die nicht aus Russland kamen, gelang es im Laufe des Wettbewerbs, über sieben Meter zu springen. Bobby George lag nach der ersten Runde mit 6,83 m noch auf dem Bronzeplatz. Mit ihrem zweiten Versuch auf 7,07 m schob sich Lebedewa vor ihre beiden Landsfrauen an die Spitzenposition. Smagina – 7,02 m in Durchgang zwei – und Lebedewa – 7,05 m in Durchgang fünf – gelangen noch weitere Sprünge über sieben Meter. Den drei Russinnen am nächsten kam die Australierin Bronwyn Thompson, die in ihrem vierten Versuch 6,96 m erreichte. So gab es einen russischen Dreifachsieg mit Tatjana Lebedewa an der Spitze vor Irina Simagina und Tatjana Kotowa. Bronwyn Thompson wurde Vierte vor Anju Bobby George und Jade Johnson, der 6,80 m gelangen. Siebte wurde Tünde Vaszi vor der Deutschen Bianca Kappler.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Tatjana Lebedewa RusslandRussland Russland x 7,07 x 6,82 7,05 x 7,07
2 Irina Simagina RusslandRussland Russland 7,05 7,02 x x x x 7,05
3 Tatjana Kotowa RusslandRussland Russland 7,05 x 6,84 6,70 x 6,76 7,05
4 Bronwyn Thompson AustralienAustralien Australien 6,79 x 6,92 6,96 x 6,70 6,96
5 Anju Bobby George IndienIndien Indien 6,83 6,75 x 6,68 6,61 x 6,83
6 Jade Johnson Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 6,74 6,80 x x x 6,67 6,80
7 Tünde Vaszi UngarnUngarn Ungarn 6,73 6,53 6,64 6,59 x 6,63 6,73
8 Bianca Kappler DeutschlandDeutschland Deutschland 6,26 6,49 6,66 nicht im Finale
der zunächst besten
acht Springerinnen
6,66
9 Grace Upshaw Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 6,64 x 6,64 6,64
10 Carolina Klüft SchwedenSchweden Schweden 6,63 6,62 x 6,63
11 Jelena Koschtschejewa KasachstanKasachstan Kasachstan x 6,53 6,27 6,53
DOP Marion Jones Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x 6,85 6,82 6,73 x 6,63 6,85
  • Die russischen Medaillengewinnerinnen Tatjana Lebedewa (Gold – li.) und Tatjana Kotowa (Bronze – re.)
    Die russischen Medaillengewinnerinnen Tatjana Lebedewa (Gold – li.) und Tatjana Kotowa (Bronze – re.)
  • Die Inderin Anju Bobby George belegte im Finale den fünften Platz
    Die Inderin Anju Bobby George belegte im Finale den fünften Platz
  • Die deutsche Olympiaachte Bianca Kappler
    Die deutsche Olympiaachte Bianca Kappler
  • Die Schwedin Carolina Klüft kam im Finale auf Rang zehn
    Die Schwedin Carolina Klüft kam im Finale auf Rang zehn

Videos

Einzelnachweise

  1. a b c Marion Jones hofft auf eine kurze Haftstrafe auf welt.de, 6. Oktober 2007, abgerufen am 13. Mai 2018
  2. Central American and Caribbean Championships (Women) auf gbrathletics.com, abgerufen am 13. Mai 2018
  3. South American Championships (Women) auf gbrathletics.com, abgerufen am 13. Mai 2018
  4. Asian Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 2. Mai 2018
  5. African Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 2. Mai 2018
  6. Oceania Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 2. Mai 2018
  7. IAAF Weltrekorde, Weitsprung Frauen, abgerufen am 13. Mai 2018
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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – Weitsprung (Frauen)
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