1862

Jahr / aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Spätestens im Jahr 1862 zeichnet sich für die Konfliktparteien endgültig ab, dass sich der amerikanische Sezessionskrieg zu einem langen und für beide Seiten verlustreichen Krieg ausweitet. Ein Marsch von Unionstruppen auf Richmond, Virginia, kann erst wenige Kilometer vor der konföderierten Hauptstadt gestoppt werden, und auch die Unions-Hauptstadt Washington sieht sich im Lauf des Jahres kurzzeitig mit feindlichen Einheiten in unmittelbarer Umgebung konfrontiert.

östlicher Kriegsschauplatz 1862, blau: Feldzüge der Union, rot: Feldzüge der Konföderation
Quick facts: 1862, 1862 in anderen Kalendern, Armenischer ...
1862
Zur Durchsetzung einer Heeresreform wird Otto von Bismarck von König Wilhelm I. zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt Abraham Lincoln verkündet mit der Emanzipations­erklärung das Ende der Sklaverei in den Südstaaten der USA, die sich mit der Union im Krieg befinden.
Die Schlacht am Antietam
wird der „blutigste Tag der amerikanischen Geschichte“.
1862 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 1310/11 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1854/55 (10./11. September)
Baha'i-Kalender 18/19 (20./21. März)
Bengalischer Solarkalender 1267/68 (Jahresbeginn 14. oder 15. April)
Buddhistische Zeitrechnung 2405/06 (südlicher Buddhismus); 2404/05 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 75. (76.) Zyklus

Jahr des Wasser-Hundes 壬戌 (am Beginn des Jahres Metall-Hahn 辛酉)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1224/25 (Jahreswechsel April)
Dangun-Ära (Korea) 4195/96 (2./3. Oktober)
Iranischer Kalender 1240/41 (um den 21. März)
Islamischer Kalender 1278/79 (28./29. Juni)
Jüdischer Kalender 5622/23 (24./25. September)
Koptischer Kalender 1578/79 (10./11. September)
Malayalam-Kalender 1037/38
Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1277/78 (1. März)
Seleukidische Ära Babylon: 2172/73 (Jahreswechsel April)

Syrien: 2173/74 (Jahreswechsel Oktober)

Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1918/19 (April)
Close

Der Sezessionskrieg ist einer der ersten, die photographisch dokumentiert werden, und die ungeschönten Bilder von toten Soldaten sind neben den mangelnden militärischen Erfolgen ein Grund, weshalb Abraham Lincoln zunehmend die Unterstützung für „seinen“ Krieg in der Union verliert und im Lauf des Jahres gleich mehrere Oberbefehlshaber seiner Armee austauschen muss. Selbst bisher formal neutrale europäische Staaten liebäugeln immer offener mit der diplomatischen Anerkennung der Konföderation. Die Schlacht am Antietam wird schließlich zum blutigsten Tag der amerikanischen Geschichte. Sie endet unentschieden, kann aber von der Union als taktischer Sieg verkauft werden, weil der neue konföderierte Oberbefehlshaber Robert E. Lee sich aus dem Staatsgebiet der Union zurückziehen muss. Das schafft Lincoln die Gelegenheit für die bereits vorbereitete Emanzipationsproklamation, mit der er die Sklaverei in denjenigen Südstaaten für abgeschafft erklärt, die sich mit der Union im Krieg befinden.

In seinen westlichen Territorien kämpft die Union gleichzeitig mit einem durch Misswirtschaft ausgelösten Sioux-Aufstand, der nur unter Mühen und blutig nach mehreren Monaten niedergeschlagen werden kann.

Im benachbarten Mexiko nutzt der französische Kaiser Napoleon III. die Tatsache, dass die USA anderweitig beschäftigt sind, für seine Militärintervention und erobert im Lauf des Jahres große Teile des Landes, auch wenn die Niederlage in der Schlacht bei Puebla einen kurzen Rückschlag bedeutet und auch die mit Frankreich verbündeten Mächte Spanien und Großbritannien ihre Unterstützung zurückziehen.

In Preußen wird Otto von Bismarck zum Ministerpräsidenten ernannt. Als ihm das liberal dominierte Abgeordnetenhaus trotz seiner Blut und Eisen-Rede die Unterstützung für eine Heeresreform verweigert, löst er es kurzerhand auf und verkündet ein „budgetloses Regiment“, womit der Preußische Verfassungskonflikt endgültig eskaliert.