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Bergtheim (Gutenstetten)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Bergtheim
Gemeinde Gutenstetten
Koordinaten: 49° 38′ 41″ N, 10° 38′ 46″ O
Höhe: 308–331 m ü. NHN
Fläche: 1,69 km²
Einwohner: 136 (25. Mai 1987)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 91468
Vorwahl: 09163

Bergtheim (umgangssprachlich: „Bárgla“[2]) ist ein Ortsteil der Gemeinde Gutenstetten im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geographie

Durch das Dorf fließt der Engelsbach, der ein linker Zufluss der Aisch ist. Ca. 0,5 km nördlich liegt das Waldgebiet Krähe, ca. 0,5 km südöstlich erhebt sich der Roßkopf (347 m ü. NHN) und ca. 1,25 km südlich der Heidelberg.[3]

Geschichte

Der Ort wird 1199 als „Bergere“ erstmals urkundlich erwähnt. In dieser Urkunde trägt das Hochstift Würzburg dem Nürnberger Patrizier Ekkehard von Truchseß u. a. zwei Teile des Zehnten in diesem Ort als Lehen auf. 1303/17 war der Lehensmann Konrad Heider von Dachsbach, der den wüst gewordenen Ort wieder errichtete, 1317/22 war es Otto Heyder. Diesem gehörten in „ze Beregern“ drei Huben und ein Wald. In der Folgezeit waren die Herren von Hohenlohe im Ort begütert. Aus dem Lehenbuch von Gerlach von Hohenlohe des Jahres 1356 geht hervor, das neben ihm ein Albrecht Spies und Hanns Ochs Lehensträger waren. 1502/06 wird das Bergtheimer Schloss erstmals erwähnt. Der damalige Schlossherr war Christoph von Seckendorff.[4] Um 1530/50 erfolgte der Verkauf an die Herren von Wirsberg. Nachfolgende Besitzer waren die Herren von Hohenlohe und die Herren von Castell. 1705 ging der Besitz an den castellischen Amtsvogt Kraußenberger über.[5] Die Fraisch war zunächst zwischen dem Hochstift Bamberg und dem Markgraftum Brandenburg-Kulmbach umstritten. Erst nach einem Schiedsspruch vom 1. Juli 1538 kam „Bergaw“ an das markgräflichen Amt Dachsbach.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Bergtheim 22 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Bergtheim inne. Alle Anwesen hatten das Rittergut Bergtheim als Grundherrn.[6]

1804 taucht erstmals die heutige Form des Ortsnamens auf, eine eigenwillige Angleichung an die in dieser Gegend häufig vorkommenden Orte mit der Endung -heim. Die ursprüngliche Form „Ze Beregern“ bedeutet zu den Bergbewohnern.[2] Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Schlossgut zertrümmert und an die ortsansässigen Bauern verteilt.[5]

1810 kam Bergtheim an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Bergtheim 1811 dem Steuerdistrikt Rauschenberg zugeordnet. 1813 wurde es der Ruralgemeinde Rauschenberg zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Bergtheim gebildet.[7] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1920 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt).[8] Ab 1862 wurde Bergtheim vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Neustadt an der Aisch, ab 1880 Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 1,689 km².[9]

Am 1. Juli 1971 wurde Bergtheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Gutenstetten eingemeindet.[10]

Baudenkmäler

  • Haus Nr. 2 (=Obere Dorfstr. 16): Ehemaliges Schloss
  • Haus Nr. 21: Verputzter Stadel. Reliefstein an der Nordseite Erbaut / Friedrich / Schleger / 1860.[11]

Baubeschreibungen: Liste der Baudenkmäler in Gutenstetten#Bergtheim

Einwohnerentwicklung

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 121 140 161 167 172 165 173 157 161 151 145 143 137 144 140 134 129 134 126 161 153 147 132 137 136
Häuser[12] 22 26 29 30 30 28 28 29 38
Quelle [13] [14] [15] [15] [16] [15] [17] [15] [15] [18] [15] [15] [19] [15] [15] [15] [20] [15] [15] [15] [21] [15] [9] [22] [1]

Religion

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Johannes Baptist und Laurentius (Gutenstetten) gepfarrt.

Verkehr

Die Kreisstraße NEA 12 führt nach Reinhardshofen bzw. nach Schornweisach. Die Kreisstraße NEA 14 führt nach Rauschenberg. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rockenbach.

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 339 (Digitalisat).
  2. a b H. Sponholz (Hrsg.), S. 76.
  3. Bergtheim im BayernAtlas
  4. a b H. Sponholz (Hrsg.), S. 75f.
  5. a b Bergtheim auf der Website gutenstetten.de
  6. H. H. Hofmann, S. 81.
  7. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 58 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 222.
  8. H. H. Hofmann, S. 183.
  9. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 803 (Digitalisat).
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  11. R. Strobel, S. 27. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.
  12. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  13. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 9 (Digitalisat).
  14. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 196 (Digitalisat).
  15. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1055, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1219–1220, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1154 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1227 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1264 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1094 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 175 (Digitalisat).
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