Bindungstheorie

Theorie über das Verlangen von Menschen, enge Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen / aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Bindungstheorie (englisch theory of attachment) fasst Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung (englisch attachment research) zusammen, die unter anderem belegen, dass Menschen ein angeborenes Bedürfnis haben, enge und von intensiven Gefühlen geprägte Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen. Diese Konzeption wurde von dem britischen Psychoanalytiker und Kinderpsychiater John Bowlby,[1] dem schottischen Psychoanalytiker James Robertson und der US-amerikanisch-kanadischen Psychologin Mary Ainsworth entwickelt.

Gegenstand der Bindungsforschung ist der Aufbau und die Veränderung enger Beziehungen im Laufe des Lebens. Die Bindungstheorie basiert auf einer Sichtweise der frühen Mutter-Kind-Beziehung, die sich auf die emotionalen Bedürfnisse des Kindes konzentriert. Sie wird in den Theorien und Konzepten der Psychoanalyse, der Systemtheorie und kognitiven Psychologie berücksichtigt, erweitert sowie angewandt und hat einen großen Beitrag zur Psychotherapie sowie zur Entwicklungspsychologie und zur Pädagogik geleistet.