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Crosslauf

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Crosslauf im Rahmen des Modernen Fünfkampfes bei den Olympischen Spielen 2004
Crosslauf im Rahmen des Modernen Fünfkampfes bei den Olympischen Spielen 2004

Crosslauf (englisch-deutsch), kurz Cross, auch Querfeldeinlauf oder Geländelauf, ist eine Variante des Laufsports, bei der das schnelle Durchlaufen von profiliertem Gelände abseits befestigter Wege im Vordergrund steht. Crosslauf ist gegenüber dem Straßenlauf oder dem Laufen auf der Bahn koordinativ anspruchsvoller.

Crosslauf wird seit einiger Zeit nach Abschluss der Leichtathletiksaison in den Wintermonaten ausgetragen. Jahrzehntelang war der Crosslauf als Vorbereitung auf die kommende Laufsaison beliebt und willkommen. Die Meisterschaften in Deutschland begannen im Februar auf Landesebene, steigerten sich bis in den März auf Bundesebene, die Europameisterschaften, schließlich die Weltmeisterschaft. Seit einigen Jahren allerdings ist die Reihenfolge umgekehrt. Im November, eigentlich dem klassischen Erholungsmonat in der Leichtathletik, finden internationale Meisterschaften statt, während die deutschen Meisterschaften meistens im März veranstaltet werden.

Die Strecke muss in einem offenen oder waldreichen Gebiet liegen, möglichst mit Gras bedeckt und mit natürlichen Hindernissen versehen sein, die allerdings den Läufer nicht gefährden sollen (keine tiefen Gräben, steile Auf- und Abstiege oder hohe Mauern). Die Läufe finden in der Regel auf einem Rundkurs von 1750 m bis 2000 m Länge statt.

Der Orientierungslauf ist eine besondere Art des Crosslaufs, bei dem auf einer Karte vorgegebene Kontrollposten im Gelände anzulaufen sind. Die Routenwahl trifft hier der Sportler selbst. Eine anspruchsvollere Variante mit Hindernissen ist der Extrem-Hindernislauf. Der Geländelauf ist auch eine Untersportart beim Turnierhundsport mit Strecken von 2 km bzw. 5 km. Gelegentlich finden Wettbewerbe im Stadioncross statt. Der Lauf findet nicht nur auf der Laufbahn statt, sondern es kann über die Wiese, durch die Weitsprunggrube, Tribünenstufen oder Böschungen hinauf- und hinabgehen. Häufig werden auch noch weitere Hindernisse ausgelegt. Die Distanz liegt meist bei 600 bis 2000 Metern.

Geschichte

Der Crosslauf wurde (vermutlich) erstmals als Wettkampfsport 1837 als Public School Sport ausgetragen. Am 7. Dezember 1867 fanden auf dem Wimbledon Common erstmals englische Meisterschaften statt.[1] Querfeldeinlauf war von 1912 bis 1924 olympische Disziplin (Olympiasieger u. a. 1920 und 1924 Paavo Nurmi)[2] und ist es als Teildisziplin des Modernen Fünfkampfs bis heute noch.[3] Die ältesten nationalen Crossmeisterschaften auf dem Kontinent fanden in Belgien 1896 statt.

Name

Die Wortschöpfung „Crosslauf“ ist eine Teilübersetzung des englischen "cross country run", also auf Deutsch eigentlich: Querfeldein-Lauf. Es handelt sich etymologisch also um einen Anglizismus. In den ersten Jahrzehnten des Crosslaufs wurde dieser in Deutschland als Waldlauf bezeichnet, da die Strecken meist durch Waldgebiete verliefen.

Schulkinder-Crosslauf
Schulkinder-Crosslauf

Meisterschaften im Crosslauf

Weltmeisterschaften

Die Crosslauf-Weltmeisterschaften (offizieller Name IAAF World Cross Country Championships) sind Leichtathletik-Wettkämpfe, die seit 1973 von der IAAF ausgerichtet werden. Dabei werden alle zwei Jahre (von 1973 bis 2011 jährlich) die Weltmeister im Crosslauf ermittelt.

Zunächst bestanden die Weltmeisterschaften aus drei Wettkämpfen, für Männer, für Frauen und für Junioren. 1989 wurde ein Rennen für Juniorinnen eingeführt. Die Distanzen der Wettbewerbe sind derzeit folgende: Männer: ca. 12 Kilometer, Frauen: ca. 8 Kilometer, Junioren: ca. 8 Kilometer und Juniorinnen: ca. 6 Kilometer. Für alle Wettbewerbe gibt es auch eine Teamwertung für die teilnehmenden Nationen.

Weltmeister (ab 2010)

Datum Ort Männer/Einzel Männer/Team Frauen/Einzel Frauen/Team
30. März 2019 Aarhus (Dänemark) Joshua Cheptegei (UGA) UgandaUganda Uganda Hellen Obiri (KEN) AthiopienÄthiopien Äthiopien -12-
26. März 2017 Kampala (Uganda) Geoffrey Kipsang Kamworor -2- AthiopienÄthiopien Äthiopien -10- Irene Chepet Cheptai (KEN) Kenia
 Kenia -12-
28. März 2015 Guiyang (China) Geoffrey Kipsang Kamworor (KEN) AthiopienÄthiopien Äthiopien -9- Agnes Jebet Tirop (KEN) AthiopienÄthiopien Äthiopien -11-
24. März 2013 Bydgoszcz (Polen) Japhet Kipyegon Korir (KEN) AthiopienÄthiopien Äthiopien -8- Emily Chebet Muge (KEN) Kenia
 Kenia -11-
20. März 2011 Punta Umbría (Spanien) Imane Merga (ETH) Kenia
 Kenia -24-
Vivian Jepkemoi Cheruiyot (KEN) Kenia
 Kenia -10-
28. März 2010 Bydgoszcz (Polen) Joseph Ebuya (KEN) Kenia
 Kenia -23-
Emily Chebet Muge (KEN) Kenia
 Kenia -9-

Europameisterschaften

Die Crosslauf-Europameisterschaften sind seit 1994 ausgetragene Leichtathletik-Wettbewerbe, die seit 1994 jährlich von der European Athletic Association (EAA) im Dezember ausgerichtet werden, wobei die Europameister im Crosslauf ermittelt werden. Die Europameisterschaften bestanden zunächst aus zwei Wettkämpfen, jeweils für Männer und Frauen. 1997 wurden Wettbewerbe für Junioren und Juniorinnen ins Programm aufgenommen, 2006 kamen die U23-Männer und -Frauen hinzu.

Der Ukrainer Serhij Lebid ist nicht nur mit bislang neun Siegen der erfolgreichste Starter, er ist auch mit 19 Teilnahmen zwischen 1994 und 2012 der Athlet mit den meisten Starts.

Europameister (ab 2010)

Datum Ort Männer/Einzel Männer/Team Frauen/Einzel Frauen/Team
13. Dezember 2020[4] Dublin (Irland)
8. Dezember 2019 Lissabon (Portugal) Robel Fsiha (SWE) Yasemin Can (TUR)
9. Dezember 2018 Tilburg (Niederlande) Filip Ingebrigtsen (NOR) TurkeiTürkei Türkei Yasemin Can (TUR) TurkeiTürkei Türkei
10. Dezember 2017 Sommerein (Slowakei) Kaan Kigen Özbilen (TUR) TurkeiTürkei Türkei Yasemin Can (TUR) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK -6-
11. Dezember 2016 Chia (Sardinien, Italien) Ali Kaya (TUR) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Yasemin Can (TUR) TurkeiTürkei Türkei
13. Dezember 2015 Hyères/Toulon (Frankreich) Ali Kaya (TUR) SpanienSpanien Spanien -9- Sifan Hassan (NL) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK -5-
14. Dezember 2014 Samokow (Bulgarien) Polat Kemboi Arıkan TurkeiTürkei Türkei Gemma Steel (GBR) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK -4-
8. Dezember 2013 Belgrad (Serbien) Alemayehu Bezabeh -2- SpanienSpanien Spanien -8- Sophie Duarte (FRA) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK -3-
9. Dezember 2012 Szentendre (Ungarn) Andrea Lalli (ITA) SpanienSpanien Spanien -7- Fionnuala Britton -2- IrlandIrland Irland
11. Dezember 2011 Velenje (Slowenien) Atelaw Yeshetela (BEL) FrankreichFrankreich Frankreich -7- Fionnuala Britton (IRL) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK -2-
12. Dezember 2010 Albufeira (Portugal) Serhij Lebid -9- FrankreichFrankreich Frankreich -6- Jéssica Augusto PortugalPortugal Portugal -8-

Deutsche Meisterschaften

Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften war die Disziplin Crosslauf, auch Waldlauf, bereits 1913 erstmals im Programm – in diesen Jahren nur für die Männer. Kriegsbedingt gab es keine Waldlaufmeisterschaften von 1915 bis 1918. Von 1937 bis 1946 wurde der Waldlauf bei den Deutschen Meisterschaften ebenfalls nicht ausgetragen, war jedoch seit 1947 wieder durchgängig im Meisterschaftsangebot. 1957 kam die Disziplin auch für die Frauen ins Programm. Seit 1961 gibt es für die Männer zwei Strecken, eine Mittel- und eine Langstrecke. Bei den Frauen kam eine zweite Strecke im Jahre 1970 hinzu, die jedoch seit 2002 wieder gestrichen ist. Wegen der nicht vergleichbaren Streckenverhältnisse und -zustände wird hier auf eine Angabe der erzielten Zeiten verzichtet.

Deutsche Meisterschaften gibt es für Männer seit 1913, für Frauen wurden sie erstmals 1957 ausgetragen. Für die Männer gibt es seit 1961 eine Langstrecke mit einer Streckenlänge von etwa 10 Kilometern und eine Mittelstrecke von 3 bis 4 Kilometern. Die Frauen laufen etwa 6 Kilometer. Schon seit den ersten deutschen Waldlaufmeisterschaften gibt es auch eine Mannschaftswertung. Damit war der Crosslauf die erste leichtathletische Disziplin, in der es Mannschaftsmeister gab.

Sonstiges

  • Der Film City of McFarland erzählt eine wahre Geschichte eines Crosslauf-Teams in Kalifornien.
  • Die wichtigsten deutschen Crossläufe sind der Darmstadt-Cross und der Cross Pforzheim. Internationale Crossläufe auf deutschem Boden gibt es nicht.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Arnd Krüger: Viele Wege führen nach Olympia. Die Veränderungen in den Trainingssystemen für Mittel- und Langstreckenläufer (1850–1997), in: N. Gissel (Hrsg.): Sportliche Leistung im Wandel. Hamburg 1998: Czwalina, S. 41–56.
  2. Matti Hannus: Flying Finns: story of the great tradition of Finnish distance running and cross country skiing. Helsinki: Tietosanoma, 1990.
  3. Sandra Heck: Von Spielenden Soldaten und kämpfenden Athleten. Die Genese des Modernen Fünfkampfes. V & R Unipress, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8471-0201-4.
  4. SPAR European Cross Country Championships returns to Irish soil in 2020, 10. Januar 2020, entnommen: 28. März 2020.
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