Eggensee - Wikiwand
For faster navigation, this Iframe is preloading the Wikiwand page for Eggensee.

Eggensee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Eggensee
Koordinaten: 49° 34′ 24″ N, 10° 39′ 51″ O
Höhe: 365 m ü. NHN
Einwohner: 44 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1970
Postleitzahl: 91413
Vorwahl: 09161

Eggensee ist ein Ortsteil der Stadt Neustadt an der Aisch im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geografie

Das Dorf ist von Waldgebieten umgeben: Ca. 0,75 km südwestlich Streitwald, ca. 0,75 km südöstlich Winteranger, ca. 0,5 km östlich Brunner Wald, ca. 0,25 km nordöstlich Heiligenbrunn. Südwestlich des Ortes grenzt das Straßfeld an.[2]

Geschichte

Der Ort wird 1303/13 als „Engengesez“ erstmals namentlich erwähnt, als der Würzburger Bischof Andreas von Gundelfingen Gutend von Seckendorff den Zehnten des Ortes zu Lehen gab. Wenig später geht aus dem Lehenbuch hervor, dass diesen Zehnten Gutend mit seinen Brüdern Arnold und Aberdar und einem gewissen Hörauf teilte. In einem Würzburger Lehnsbuch von 1350 steht „Engensez“. 1409 verleiht Burggraf Johann III. ein Stück Wald in „Egensess“ an Heinz Teuerlein. 1421 verleiht Markgraf Friedrich I. einen halben Wald, „Stöckeich“ genannt, und zwei Bauerngüter an Jörg und Heinz Teuerlein. 1451 erhielt Sigmund von Seckendorff zu Brunn von Markgraf Johann I. Güter in „Egengeseß“ zu Lehen. 1491 gehörte Eggensee (vermutlich seit seiner Gründung zum Pfarrsprengel Neustadts gehörig) zur Pfarrei Neustadt.[3] 1493 belehnt der Würzburger Bischof Rudolf II. Hans den Jüngeren von Lüchau mit dem Zehnten in „Egenses“. Dieser Teil gehörte daraufhin zum Rittergut Dettendorf. Der seit spätestens 1403 Neustädter Behördern unterstellte burgräflich-markgräfliche Teil[4] gehörte zum Amt Neustadt.[5] Bis 1856 ist die alte Namensform bezeugt.[6] –gesees bedeutet „Sitz“. Da diese Bezeichnung im 18. Jahrhundert nicht mehr geläufig war, kam es zur Umdeutung „Egensee“ (1800 erstmals bezeugt).[7] Noch bis etwa 1845 findet sich die Schreibweise „Eggenseß“. Namensgebend könnte der Graf Ekbert aus Sachsen gewesen sein, der 810 eine Schenkung an der unteren Bibert an das Kloster Spalt getätigt hatte.[8]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Eggensee 12 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Waldsachsen inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: fünf Anwesen dem Rittergut Waldsachsen, zwei Anwesen dem Klosteramt Birkenfeld und vier Anwesen dem Würzburgischen Verwalteramt Burgbernheim.[9]

1810 kam Eggensee an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Diespeck zugeordnet. Es war ursprünglich ein Ortsteil der 1813 gebildeten Ruralgemeinde (Landgemeinde) Dettendorf. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Eggensee gebildet, zu der Chausseehaus, Untersachsen und Wulkersdorf gehörten.[10] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1920 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt).[11] Am 20. Oktober 1831 wurde Eggensee nach Neustadt eingeschult.[12] Ab 1862 wurde Eggensee vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Neustadt an der Aisch, ab 1880 Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,103 km².[13]

Den Eggenseern verdankt Neustadt den Erhalt des Turms vom Nürnberger Tor, als sie 1870/1871 gegen den geplanter Abriss des Turms protestierten. Denn eine Stiftung für Uhr und Glocke des Turm sollte den Eggenseern ein Recht auf das von ihren Feldern aus zu hörende Geläut sowie das Läuten bei Beerdigungszügen von Eggensee nach Neustadt zugesichert haben.[14]

Am 1. Juli 1970, also noch vor der Gebietsreform in Bayern, wurde die Gemeinde Eggensee aufgelöst: Untersachsen wurde nach Diespeck eingemeindet, Wulkersdorf nach Emskirchen und Eggensee mit dem Chausseehaus nach Neustadt.[15]

Baudenkmäler

  • Haus Nr. 1: jetzt zweigeschossiges, ursprünglich eingeschossiges Wohnstallhaus, Giebel umorientiert; im Sturz 18 Georg Flory 44; Fenster verändert, neu verputzt[16]
  • Haus Nr. 8: zweigeschossiges Walmdachhaus mit eingeschossigem Stallteil (ursprünglich eingeschossiges Wohnstallhaus); 18./19. Jh. Erdgeschoss massiv mit Ecklisenen, Gurtband; Obergeschoss konstruktives Fachwerk, profiliertes Holztraufgesims; zugehörige Scheuer mit Krüppelwalmdach, zwei Tore, über der kleinen Tür im Putzfeld 1806; Giebel verbrettert; Türe aufgedoppelt, Angelbeschläge alt[16]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Eggensee

Jahr 1818 1846 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 159 172 173 174 169 190 184 177 164 175 172 172 163 152 143 150 145 132 114 169 180 167 133 101
Häuser[17] 33 31 36 35 30 25 26 26
Quelle [18] [19] [20] [20] [21] [20] [22] [20] [20] [23] [20] [20] [24] [20] [20] [20] [25] [20] [20] [20] [26] [20] [13] [27]

Ort Eggensee

Jahr 001818 001846 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 66 85 69 96 83 75 78 71 59 50 44
Häuser[17] 16 18 16 14 13 13 12 10
Quelle [18] [19] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [13] [27] [1]

Verkehr

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt am Chausseehaus vorbei zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 8.

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 341 (Digitalisat).
  2. Eggensee im BayernAtlas
  3. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. 1950, S. 113 und 160.
  4. Max Döllner (1950), S. 160.
  5. H. Sponholz (Hrsg.), S. 92.
  6. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Brügel’sche Officin, Ansbach 1856, S. 242 (Digitalisat).
  7. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 695.
  8. Max Döllner (1950), S. 160 (dort abgeleitet von sezze/seß als Sitz und dem Vornamen Eggi, verwandt mit Eggihard, Eggibert und Ekbert).
  9. H. H. Hofmann, S. 92.
  10. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 59 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 221.
  11. H. H. Hofmann, S. 185.
  12. Max Döllner (1950), S. 570.
  13. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 804 (Digitalisat).
  14. Max Döllner (1950), S. 161.
  15. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  16. a b R. Strobel, S. 59.
  17. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1846, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  18. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 21 (Digitalisat). Für die Gemeinde Eggensee zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Chausseehaus (S. 16), Untersachsen (S. 96) und Wulkersdorf (S. 99).
  19. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 197–198 (Digitalisat).
  20. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  21. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1056, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  22. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1221, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  23. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1155 (Digitalisat).
  24. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1227–1228 (Digitalisat).
  25. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1265 (Digitalisat).
  26. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1096 (Digitalisat).
  27. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 176 (Digitalisat).
{{bottomLinkPreText}} {{bottomLinkText}}
Eggensee
Listen to this article