Ganzheitliche Medizin

Konzepte und Methoden im Bereich der Medizin / aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ganzheitliche Medizin oder Ganzheitsmedizin ist ein Sammelbegriff für Konzepte und Methoden im Bereich der Medizin, welche die Natur und den kranken Menschen in umfassenden Zusammenhängen betrachten und behandeln. Hinter dem Begriff „ganzheitlich“ stehen unterschiedliche naturphilosophische, religiöse, mystische, esoterische, systemtheoretische, psychosoziale, ökologische oder politische Ideen. Die Weltgesundheitsorganisation nimmt seit 1946 in ihrer Definition von Gesundheit eine ganzheitliche Sichtweise ein und beschreibt diese als „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“.

Die neueren Konzepte der zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Schulrichtung entstandenen „Ganzheitsbetrachung“[1] sehen (etwas verallgemeinert) den Menschen als ein strukturiertes, nach außen offenes System, dessen Teile in wechselseitiger Beziehung zueinander, zur Gesamtheit und zur Außenwelt stehen. Die hier einwirkenden Faktoren seien:

  • die eigene Person (verstanden als Einheit von Körper, Seele und Geist),
  • die soziale Umwelt (Mitmenschen, Gesellschaft)
  • die natürliche Umwelt (Wasser, Boden, Luft, Klima)
  • die künstliche Umwelt (Technik und Wissenschaften)
  • Übersinnliches (Religion, Glaube).

Typisch für „ganzheitliche“ medizinische und pflegerische Konzepte seien weniger konkrete Handlungsanweisungen als Visionen und Ideale, die einem „Bedürfnis nach einer neuen ‚Übersichtlichkeit’“ entsprächen[2] beziehungsweise ideologische Denkweisen „als Versuche, eine Antwort auf die Sinnkrise des naturwissenschaftlich-rationalen Denkens zu finden“.[3]