Graben von Stein (auch Graben zum Stein[1], von Graben, vom Graben,[2] von (dem) Graben, ab dem Graben,[3] Grabner,[4] sowie von Thal[5] oder de Valle[6], fälschlicherweise auch von Groeben, de Groben) ist der Name einer weitverzweigten Familie des österreichischen Uradels, die edelfreien (dynastischen) Ursprungs war. Sie entstammte den Görzer Meinhardinern der Meinhardiner-Dynastie,[7][8] wurde erstmals 1170 in Krain erwähnt, und ist 1781 in männlicher Linie ausgestorben.

Virgil von Graben aus der Sommeregger Linie, mit dem die Familie Anfang des 16. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte

Zu den Abstammungen der Herren von Graben gehört die heute noch existierende altösterreichische Familie Orsini-Rosenberg, und laut älteren Quellen auch die vorwiegend in den Niederlanden beheimatete Familie (De) Graeff. Unsicher ist eine aufgrund des identen Stammwappens angenommene Stammesgleichheit mit dem ebenfalls aus Krain stammenden Hochadelsgeschlecht derer von Lamberg. Die Wappen der Herren von Graben übernahmen auch die in weiblicher Linie abstammenden Reichsgrafen Jörger von Tollet († 1772), Stadel-Kornberg († 1882) und Leublfing zu R(h)ain († 1893 resp. 1985) sowie die Freiherren Rain zu Sommeregg († um 1600).

Die Herren von Graben hatten einen weitverzweigten Grundbesitz, Lehen und Einflussbereich in Krain, der Steiermark, Niederösterreich, Kärnten, Görz, Salzburg, Tirol und Südtirol sowie in Franken und der Schweiz. Dadurch gliederte sich die Familie in mehrere Linien und Zweige, von denen die Kornberger Linie in der Steiermark, die Zweite Niederösterreichische Linie der Grabner, und die Sommeregger Linie in Kärnten die bedeutendsten waren. Diese drei Linien erreichten ihren machtpolitischen Höhepunkt im 15. und 16. Jahrhundert, wo sie als Landeshauptleute, Burggrafen, Lehensträger, Amtsträger, Hauptmänner und Ratsherren in habsburgischen Diensten, sowie in denen der Grafen von Cilli und meinhardinischen Grafen von Görz standen. Trotzdem waren alle Linien der Graben immer nur dem Ritterstand angehörig, aber nie dem Herrenstand.

Die Kornberger Linie stand zwischen 1456 und 1564 im Besitz der bedeutenden Herrschaft Marburg, der Obermarburg, des Amtes Marburg an Drau und dem "Marburger Schloss". Der Genealoge Bucelin nennt Mitglieder dieser Linie als Baro(nissa), wobei keine Erhöhung in den (Frei)Herrenstand bekannt ist. Die Zweite Niederösterreichische Linie der Grabner zu Rosenburg verfügte über einen ausgedehnten Grundbesitz mit der Rosenburg und Pottenbrunn als auch in Mähren und war einer der Verfechter des Protestantismus während der Reformation in Niederösterreich. Im 16. Jahrhundert machten die Grabner Rosenburg zu einem Zentrum der Österreichischen Reformationsgeschichte.[9] Die Grabner zählten im Laufe des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts zu den reichsten und angesehensten Familien Österreichs,[10] und zu den bestimmenden protestantischen Adelsfamilien des Landes.[11] Die Sommeregger Linie, welcher der Kornberger Linie entstammte, war zwischen 1442 und 1536 auch als Burggrafen und Herren von Sommeregg in Kärnten tätig, und galt im endenden 15. und beginnenden 16. Jahrhundert als wichtigste Familie am Hof der Meinhardiner von Görz. Aus dieser Linie ist Virgil von Graben zu nennen, welcher unter den Görzer Grafen und den habsburgerischen Kaisern eine bedeutende diplomatische Rolle innehatte, auch weil er nach dem Aussterben der Meinhardiner das Fürstentum Görz den Habsburgern zuführte.[12]

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