Ickelheim - Wikiwand
For faster navigation, this Iframe is preloading the Wikiwand page for Ickelheim.

Ickelheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ickelheim
Koordinaten: 49° 28′ 42″ N, 10° 26′ 0″ O
Höhe: 328 m ü. NHN
Fläche: 14,58 km²
Einwohner: 518 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1976
Postleitzahl: 91438
Vorwahl: 09841
St. Georg
Schloßstr. 12: Ehemaliges Amtshaus des Deutschen Ordens
Schloßstr. 12: Ehemaliges Amtshaus des Deutschen Ordens
Hauptstr. 16: Unteres Torhaus
Hauptstr. 16: Unteres Torhaus

Ickelheim ist ein Ortsteil der Stadt Bad Windsheim, Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geographie

Das Pfarrdorf liegt in der Windsheimer Bucht und ist von Feldern umgeben (Nordwesten: Weißes Feld, Westen: Ried, Osten: Schorn). Durch den Ort fließt der Linkenbach, der ein rechter Zufluss der Aisch ist. Ca. 0,75 km nordöstlich erhebt sich der Selbertsbuck (331 m ü. NHN), ca. 2 km südöstlich im Bannholz der Sulzberg (411 m ü. NHN).[1]

Geschichte

Gegründet wurde der Ort wahrscheinlich während der Fränkischen Landnahme.[2] 741 wird der Ort im Zusammenhang mit der Gründung des Bistums Würzburg erstmals namentlich erwähnt.[3] Die Ortschaft ist aus einem fränkischen Königshof entstanden, der auch 889 belegt wird.[2] Es entwickelte sich zu einem Runddorf mit zwei Torhäusern, das von einem Wall und Graben umgeben war.[4]

Im Jahr 1249 wird in einer päpstlichen Bulle bestätigt, dass das Kloster Heilsbronn u. a. in „Ikilneim“ begütert ist.[5]

1259 waren die Nürnberger Burggrafen und die Stadt Uffenheim im Ort begütert. Die Burggrafen lenkten die Geschicke Ickelheims ab 1282 von ihrem Vicedomsitz Neustadt aus.[6] 1294 schenkte Konrad IV. seinen Besitz dem Deutschen Orden. Von den Geistlichen Hans Heberlein und Georg Buscher ausgehender Widerstand gegen die Reformation und Streitigkeiten mit dem Deutschorden als Besitzer des größten Teils Ickelheims verzögerten dort bis 1557 die Umsetzung der Reformation, obwohl die Gemeinde bereits 1539 einen evangelischen Pfarrer gefordert hatte.[7] 1565 wurde das Vogteiamt Ickelheim gebildet, das zur für Ickelheim zuständigen Deutschordenskommende Virnsberg gehörte. Aus dieser Zeit stammt das Amtshaus, das heute noch erhalten ist.[2] Während des Dreißigjährigen Krieges traf im Oktober 1621 der Heerführer Peter Ernst II. von Mansfeld mit einem Teil (der „Artolerey“) seiner Truppen in Ickelheim ein, und im Herbst 1631 kam es wie in Marktbergel und Ipsheim zu Übergriffen durch kaiserliche Truppenteile.[8][9]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ickelheim 114 Haushalte, Das Hochgericht übte das Obervogteiamt Virnsberg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Ickelheim inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherrn: 81 Anwesen dem Vogteiamt Ickelheim, 6 Anwesen der Gemeinde Ickelheim, 4 Anwesen der Pfarrei Ickelheim, 1 Anwesen der Pfarrei Linden, 5 Anwesen dem brandenburg-bayreuthischen Kastenamt Windsheim, 4 Anwesen der Reichsstadt Windsheim, und 1 Anwesen dem Verwalteramt Burgbernheim des Juliusspitals Würzburg.[10]

Im Jahr 1806 kam Ickelheim an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Ickelheim gebildet, zu dem die Orte Linkenmühle und Wasenmühle gehörten. 1811 wurde die Ruralgemeinde Ickelheim gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Die Ruralgemeinde Ickelheim unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach.[11] Am 1. Januar 1821 kam Ickelheim an das Landgericht Windsheim und an das Rentamt Ipsheim.[12] Ab 1862 wurde Ickelheim vom Bezirksamt Uffenheim (1938 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 vom Rentamt Windsheim (1920 in Finanzamt Windsheim umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Windsheim, ab 1880 Amtsgericht Windsheim. Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 14,578 km².[13]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Ickelheim am 1. Juli 1976 nach Bad Windsheim eingemeindet.[14]

1987 errang Ickelheim im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ die Goldmedaille.[2]

Baudenkmäler

  • Hauptstr. 16: Unteres Torhaus
  • Hauptstr. 34: Gasthaus Goldenes Kreuz mit Scheune
  • Hauptstr. 42: St. Georg, evang.-luth. Pfarrkirche mit Kirchhofmauer und Kriegerdenkmal
  • Hauptstr. 55: Hofanlage mit Nebengebäuden
  • Hauptstr. 62: Oberes Torhaus
  • Mittelgasse 11: ehemalige Synagoge
  • Schloßgasse 12: ehemaliges Amtshaus des Deutschen Ordens
  • Schloßgasse 16: Gasthaus zur Jägersruh
  • diverse Wohnhäuser

Baubeschreibungen: Liste der Baudenkmäler in Ickelheim

Einwohnerentwicklung

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2011
Einwohner 706 704 720 709 678 645 651 612 640 683 666 642 596 537 573 538 526 521 504 793 784 675 537 496 575 518
Häuser[15] 100 105 127 137 125 113 119 114 179
Quelle [16] [17] [18] [18] [19] [18] [20] [18] [18] [21] [18] [18] [22] [18] [18] [18] [23] [18] [18] [18] [24] [18] [13] [25] [26]

Verkehr

Die Staatsstraße 2253 führt zur Bundesstraße 470 einen Kilometer südöstlich von Bad Windsheim bzw. nach Breitenau. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an der Wasen- und Penleinsmühle vorbei nach Sontheim zur Kreisstraße NEA 39.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ickelheim im BayernAtlas
  2. a b c d Ickelheim auf der Website mgoesswein.de
  3. R. Hoeppner (Hrsg.), S. 64.
  4. R. Hoeppner (Hrsg.), S. 64 f.
  5. G. Muck, Bd. 1, S. 65; Bd. 2, S. 382.
  6. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950, S. 28.
  7. Max Döllner (1950), S. 193.
  8. Max Döllner (1950), S. 234 f.
  9. Max Döllner (1950), S. 231, 234 f. und 237.
  10. H. H. Hofmann, S. 104.
  11. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 24 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 228.
  12. H. H. Hofmann, S. 213.
  13. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 829 (Digitalisat).
  14. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  15. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  16. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 44 (Digitalisat). Für die Gemeinde Ickelheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Linkenmühle (S. 55) und Wasenmühle (S. 100). Ickelheim: 698 Einwohner, 98 Feuerstellen; Linkenmühle: 3 E., 1 F.; Wasenmühle: 5 E., 1 F.
  17. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 261 (Digitalisat). Ickelheim: 689 Einwohner, 103 Häuser; Linkenmühle:98 E., 1 H.; Wasenmühle: 6 E., 1 H.
  18. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 185, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  19. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1096, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat). Ickelheim: 672 Einwohner; Linkenmühle: 6 E.
  20. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1263, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Ickelheim: 635 Einwohner; Linkenmühle: 8 E.; Wasenmühle: 8 E.
  21. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1198 (Digitalisat). Ickelheim: 663 Einwohner, 135 Wohngebäude; Linkenmühle: 8 E., 1 Wgb.; Wasenmühle: 12 E., 1 Wgb.
  22. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1271 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1308 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1132 (Digitalisat).
  25. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 175 (Digitalisat).
  26. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 338 (Digitalisat).
{{bottomLinkPreText}} {{bottomLinkText}}
Ickelheim
Listen to this article