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Käthe Kollwitz Museum Köln

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Logo des Kölner Museums
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Das Käthe-Kollwitz-Museum Köln, im Juli 2011
Das Käthe-Kollwitz-Museum Köln, im Juli 2011

Das Käthe Kollwitz Museum am Kölner Neumarkt beherbergt die weltweit umfangreichste Sammlung von Werken von Käthe Kollwitz. Es steht bis heute in enger Verbindung zur Familie Kollwitz. Sein Träger ist die Kreissparkasse Köln.

Museumsgeschichte

Das Käthe Kollwitz Museum Köln wurde 1985 gegründet. Anlass war die erste Präsentation der Käthe-Kollwitz-Sammlung der Kreissparkasse Köln am 22. April 1985, dem 40. Todestages der Künstlerin, in den Räumen der ehemaligen Vorstandsetage des Geldinstituts. Seit 1989 befindet sich das Museum mit 1000 m2 Ausstellungsfläche im Obergeschoss der von Hans Schilling entworfenen Einkaufspassage am Kölner Neumarkt.

Die Sammlungsgeschichte begann 1976, als im Kontext einer Kollwitz-Ausstellung in der Kundenhalle der Kreissparkasse zwei Lithographien der Künstlerin erworben wurden. Zusammen mit dem Ankauf eines Konvoluts von 60 Zeichnungen aus kollwitzschem Familienbesitz im Jahr 1983 bilden diese den Grundstock für die heute umfangreichste Kollwitz-Sammlung von insgesamt rund 300 Zeichnungen, über 500 druckgraphischen Blättern sowie sämtlichen Plakaten und dem gesamten museal greifbaren plastischen Werk der Künstlerin.

Das Engagement der Bank als Trägerin des Museums ist durch die geschichtlichen Bezüge, die zwischen dem Kollwitzschen Œuvre und den historischen Wurzeln des deutschen Sparkassenwesens bestehen, motiviert. Die Themen der Künstlerin – Armut, Hunger, Leid – stehen für menschliche Nöte, zu deren Überwindung auch die Sparkassen im 19. Jahrhundert angetreten sind. Zudem stellt sich die Kreissparkasse Köln mit der Museumsgründung in die mäzenatische Tradition der Bürgerstadt Köln.[1] Gemäß einer Vereinbarung mit der Erbengemeinschaft Kollwitz wird die Sammlung ständig komplettiert, dokumentiert, der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht und der Öffentlichkeit präsentiert.

Leitung

Gründungsleiterin des Käthe Kollwitz Museums Köln war Jutta Bohnke-Kollwitz, die Enkelin von Käthe Kollwitz. Im Januar 1990 übernahm Hannelore Fischer die Direktion.

Sammlung

Im Bereich der Druckgraphik befinden sich sämtliche große Werkfolgen im Museumsbesitz: Die frühen, nach literarischen Vorlagen entstanden Radier-Zyklen Ein Weberaufstand (1893–1897) und Bauernkrieg (1901–1908), die Holzschnittfolgen Krieg (1921/1922) und Proletariat (1925) sowie die späte lithographierte Folge Tod (1934–1937). Hinzu kommen singuläre Werke wie die große Farblithographie Selbstbildnis en face (1903/1904), die als experimentelles Blatt ohne Auflage blieb, oder die letzte Lithographie Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden (1941), das Vermächtnis der Künstlerin gegen Soldatentod und Krieg.

Sammlungsschwerpunkte im Bereich der Zeichnungen bilden zum einen besondere frühe Werke wie die Kohlezeichnungen für die satirische Zeitschrift Simplicissimus oder drei der insgesamt zehn erhaltenen farbigen Pastelle, zum anderen das Spätwerk mit Blättern zum Thema „Tod“. Hinzu kommen Bleistift- oder Kohlezeichnungen zu den Themen „Familie“, „Politik“ oder „Krieg“, Liebesszenen und Akte aus der sog. „Secreta“-Mappe, Selbstporträts und Arbeiter-Bildnisse. Vorhanden ist ebenso eine umfangreiche Sammlung von skizzenhaften Vorzeichnungen für das MahnmalTrauerndes Elternpaar“ (1914–1932) auf dem Soldatenfriedhof in Vladso sowie für die Druckfolgen, schwerpunkthaft zur Entstehungsgeschichte der Zyklen „Bauernkrieg“ (1901–1908) und „Krieg“ (1921/22).

Besondere Bedeutung liegt im Sammlungsbestand der plastischen Arbeiten mit sämtlichen 15 museal greifbaren Bronzeplastiken, die fast alle in seltenen frühen Güssen im Museum zu sehen sind. Zusammen mit der Kopie des trauernden Elternpaares in der Kirchenruine Alt St. Alban (1956 durch die Werkstatt Ewald Mataré von dessen Schülern Erwin Heerich und Joseph Beuys geschaffen[2]) und dem „Grabrelief Levy“ (1938) auf dem jüdischen Friedhof in Köln-Bocklemünd ergibt sich so in Köln die Möglichkeit, das bildhauerische Gesamtwerk der Künstlerin zu überblicken.

Komplett vorhanden sind ebenso die Plakate, die Käthe Kollwitz getreu ihrer Devise „Ich will wirken in dieser Zeit“[3] vor allem in den 1920er Jahren gegen den Krieg und für soziale Gerechtigkeit, Humanität und Frieden geschaffen hat.

Ein weiterer Sammlungsbereich ist die fast vollständig vorhandene Buchgraphik von Käthe Kollwitz.

Forschung

Zur wissenschaftlichen Erforschung und Dokumentation von Leben und Werk der Käthe Kollwitz führt das Kölner Museum eine Fachbibliothek mit Publikationen von und über Käthe Kollwitz sowie Literatur zu Künstlern, die in ihrem Umfeld gewirkt haben. Darüber hinaus wurde im Jahr 2002 durch die finanzielle Unterstützung des Museumsträgers das Werkverzeichnis der Druckgraphik in Neubearbeitung von Alexandra von dem Kneesebeck veröffentlicht[4] oder im Jahr 2010 eine umfangreiche Monographie mit grundlegend neuen Erkenntnissen der Kollwitz-Forschung[5] herausgegeben. Im März 2016 hat das Museum in Zusammenarbeit mit Annette Seeler das Werkverzeichnis der Plastik von Käthe Kollwitz vorgelegt, der dazugehörige Onlinekatalog wurde im Mai 2016 freigeschaltet.[6] Aktuell überarbeitet und erweitert Hannelore Fischer, Direktorin Museums, das Werkverzeichnis der Zeichnungen von Käthe Kollwitz.[7]

Ausstellungen

Neben der Präsentation seiner ständigen Sammlung zeigt das Museum überwiegend monographischee Sonderausstellungen mit Werken von Künstlern, deren Arbeit historisch oder thematisch im Bezug zu Käthe Kollwitz steht. Weitere Ausstellungen stellen künstlerische Techniken in den Mittelpunkt. Seit 2006 werden parallel zur photokina auch Ausstellungen mit Fotografien gezeigt.

Sonderausstellungen 2019/2020

  • „Berliner Realismus. Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix“, 10. Oktober 2019 bis 5. Januar 2020, in Zusammenarbeit mit dem Bröhan-Museum Berlin
  • „Kollwitz im Esszimmer – Leben mit ‚schwerer Kost‘ ... Einblicke in private Kollwitz-Sammlungen“, 4. Juli bis 29. September 2019
  • im Rahmen descPhotoszene-Festival Köln: „Anja Niedringhaus. Bilderkriegerin“, 29. März bis 30. Juni 2019
  • „Käthe Kollwitz – Zeitenwende(n). Aufbruch und Umbruch zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus“, 10. Januar bis 24. März 2019

Sonderausstellungen 2018

  • „Der Bildhauer denkt! Gerhard Marcks – von der Zeichnung zur Plastik“ (2. März bis 3. Juni 2018)
  • „Japan beginnt an der Ostsee: Jan Kollwitz – 30 Jahre japanische Keramik“ (7. bis 17. Juni 2018)
  • „Zeitenwende(n) – Aufbruch und Umbruch im Werk von Käthe Kollwitz“ (19. Juni bis 16. September 2018)
  • Éva Besnyő – Photographin: Budapest, Berlin, Amsterdam“ (21. September bis 9. Dezember 2018)

Sonderausstellungen 2017

  • „Die Seele nach außen – Kollwitz in Selbstbildnissen: Zwei bedeutende Neuzugänge der Kölner Sammlung in ihrem Kontext“ (12. Januar bis 22. Februar 2017)
  • „Aufstand! Renaissance, Reformation und Revolte im Werk von Käthe Kollwitz“ (11. März bis 5. Juni 2017)
  • Gustav Seitz: Ein Denkmal für Käthe Kollwitz“ (13. Juni bis 17. September 2017)
  • „Kollwitz neu denken – Käthe-Kollwitz-Preisträger der Akademie der Künste, Berlin“ (29. September bis 10. Dezember 2017)
  • „Selbstbildnisse – Tremezza von Brentano zum 75. Geburtstag“ (15. Dezember 2017 bis 25. Februar 2018)

Einzelnachweise

  1. Kreissparkasse Köln: Kunst sehen – Leben erfahren. Käthe Kollwitz Museum Köln. Broschüre, o. J., S. 13.
  2. Hannelore Fischer (Hrsg.): Käthe Kollwitz. Die trauernden Eltern. Ein Mahnmal für den Frieden. Köln 1999, S. 127.
  3. Käthe Kollwitz: Die Tagebücher. Hrsg. von Jutta Bohnke-Kollwitz. Berlin 1989. Eintrag vom 4. Dezember 1922.
  4. Alexandra von dem Kneesebeck: Käthe Kollwitz. Werkverzeichnis der Graphik. Neubearbeitung des Verzeichnisses von August Klipstein, publiziert 1955. 2 Bde. Bern 2002.
  5. Hannelore Fischer, Alexandra von dem Kneesebeck: „Paris bezauberte mich...“ Käthe Kollwitz und die französische Moderne. Köln 2010.
  6. Werkverzeichnis der Plastik von Käthe Kollwitz. Käthe Kollwitz Museum Köln, abgerufen am 17. Mai 2016.
  7. Werkverzeichnis der Zeichnungen von Käthe Kollwitz. Käthe Kollwitz Museum Köln, abgerufen am 17. Mai 2016.
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Käthe Kollwitz Museum Köln
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