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Mausdorf (Emskirchen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Mausdorf
Koordinaten: 49° 32′ 50″ N, 10° 47′ 52″ O
Höhe: 378–391 m ü. NHN
Einwohner: 194 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 91448
Vorwahl: 09101

Mausdorf ist ein Ortsteil des Marktes Emskirchen im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geografie

Westlich des Dorfes entspringt der Saugraben, ein rechter Zufluss des Griesbaches, der wiederum ein rechter Zufluss der Mittleren Aurach ist. Westlich des Ortes liegen die Steinleite und der Kohlberg, ca. 0,5 km nordwestlich der Eichwald, ca. 0,5 km nordöstlich die Klosterleiten, ca. 1 km östlich die Lerchenäcker, ca. 0,75 km südöstlich die Reut und das Reitholz.

Die Kreisstraße NEA 20 führt nach Pirkach (1,3 km südlich) bzw. nach Oberniederndorf zur Staatsstraße 2244 (1,6 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Grieshof (1,6 km nordwestlich), eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Zweifelsheim (2,3 km östlich).[2]

Geschichte

Im Jahre 1235 wurde in einer burggräflichen Urkunde ein Albert von Musemardorf erwähnt. Dies ist zugleich die erste Erwähnung des Ortes und macht deutlich, dass es zu dieser Zeit einen Ortsadel gab. Im Jahre 1295 wurde der Ort „Mauselmansdorf“ genannt, 1438 „Maußmanstorf“. Laut einer Beschreibung aus dem Jahre 1502/06 unterstand „Mäusmersdorff“ zum Teil der Kommende Nürnberg des Deutschen Ordens, zum Teil dem Amt Neundorf der Reichsstadt Nürnberg. Außerdem gab es Untertanen des markgräflichen Amtes Emskirchen und des Klosteramtes Münchaurach.[3]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Mausdorf (auch Mausmannsdorf genannt) 16 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kasten- und Jurisdiktionsamt Emskirchen inne. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (Kastenamt Neuhof: 5 Güter; Klosteramt Münchaurach: 1 Hof, 2 Halbhöfe, 1 Wirtshaus, 2 Güter, 2 Gütlein) und das Spitalamt Nürnberg (1 Hof, 1 Halbhof, 1 Haus).[4]

Im Jahre 1810 kam Mausdorf an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Münchaurach zugeordnet. 1813 wurde die Ruralgemeinde Mausdorf gebildet, zu der Grieshof, Leitsmühle, Neundorf und Oberniederndorf gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) bildete Neundorf eine eigene Ruralgemeinde.[5] Die Gemeinde Mausdorf unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch.[6] Ab 1862 wurde Mausdorf vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 vom Rentamt Markt Erlbach (1920–1929: Finanzamt Markt Erlbach, ab 1929: Finanzamt Neustadt an der Aisch) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Erlbach, 1880–1959 Amtsgericht Markt Erlbach, ab 1959 Amtsgericht Fürth. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,553 km².[7]

Am 1. Januar 1978 wurde Mausdorf im Zuge der Gebietsreform nach Emskirchen eingemeindet.[8]

Ehemalige Baudenkmäler

  • Haus Nr. 18: Eingeschossiges Wohnstallhaus, 18. Jh., um 1900 mit Ziegel und Eckquader unterfangen; Fachwerkgiebel zu Drei Dachgeschossen mit K-Streben. Profiliertes Holztraufgesims.[9]
  • Haus Nr. 21: Eingeschossiges Wohnstallhaus mit massivem Erdgeschoss, verputzter zweigeschossiger Fachwerkgiebel. Im Sturz der Haustür JCW/1775. Großer Steintrog vor dem Haus.[9]
  • Brücke über den „Grünen Graben“, sogenanntes „Judenbrücklein“ am Kirchweg nach Hagenbüchach. Einbogige Hausteinbrücke, am südlichen Bogenlauf bezeichnet 1798.[9]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Mausdorf

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 225 272 273 259 268 270 257 233 245 259 248 254 263 269 263 245 256 241 227 283 271 267 217 230
Häuser[10] 40 45 41 43 46 43 42 43
Quelle [11] [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [13] [7] [20]

Ort Mausdorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 167 186 163 162 163 186 165 179 146 153 194
Häuser[10] 27 31 29 30 29 28 29 41
Quelle [11] [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [7] [20] [1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 339 (Digitalisat).
  2. Mausdorf im BayernAtlas
  3. H. Sponholz (Hrsg.), S. 111.
  4. H. H. Hofmann, S. 112.
  5. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 34 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 225.
  6. H. H. Hofmann, S. 203.
  7. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 806 (Digitalisat).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  9. a b c R. Strobel, S. 110. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 58 (Digitalisat). Für die Gemeinde Mausdorf zuzüglich der Einwohner von Grieshof (S. 32), Leitsmühle (S. 53) und Oberniederndorf (S. 68).
  12. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 101–102 (Digitalisat).
  13. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1061, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1227, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1161 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1234 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1272 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1099 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 176 (Digitalisat).
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