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Olympische Sommerspiele 1924/Leichtathletik – Crosslauf (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Crosslauf Einzel
Geschlecht Männer
Teilnehmer 38 Athleten aus 10 Ländern
Wettkampfort Stade de Colombes (Start und Ziel)
Wettkampfphase 12. Juli 1924
Medaillengewinner
Paavo Nurmi (FinnlandFinnland FIN)
Ville Ritola (FinnlandFinnland FIN)
Earl Johnson (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA)
Disziplin Crosslauf Mannschaftswertung
Wettkampfphase 12. Juli 1924
Medaillengewinner
FinnlandFinnland FIN
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA
FrankreichFrankreich FRA

Als die Hitzeschlacht von Colombes (alternativ auch Sonnenschlacht von Colombes) ging der Querfeldeinlauf der Männer, der im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 1924 in Paris ausgetragen wurde, in die Geschichte ein.

Der Lauf fand am Samstag, dem 12. Juli 1924 statt. Start- und Zielort war das Stade de Colombes. Aufgrund enormer Hitze erreichten von den 38 gestarteten Läufern nur 15 das Ziel. Die finnische Lauflegende Paavo Nurmi bewältigte die rund 10.650 Meter lange Strecke als Schnellster mit einer Zeit von 32:54,8 Minuten. Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten, seinen Landsmann Ville Ritola, betrug fast eineinhalb Minuten.

Teilnehmerfeld

38 Läufer aus zehn Ländern gingen in Colombes an den Start. Mit dem Lauf verbunden war auch eine Mannschaftswertung. Die jeweils drei besten Läufer eines Landes kamen dabei über die Addition der Platzziffern in die Wertung – siehe Tabelle. Die Rangfolge ergab sich dann aus der jeweils niedrigsten Punktzahl. Frankreich, Spanien, die Vereinigten Staaten und Finnland schickten die maximale Teilnehmerzahl von sechs Läufern ins Rennen. Für Großbritannien starteten fünf Läufer, für Schweden vier. Italien war mit zwei Athleten im Rennen und Südafrika, Brasilien sowie Irland mit jeweils einem. Großer Favorit war der Finne Paavo Nurmi, der zwei Tage zuvor sowohl im 1500- als auch im 5000-Meter-Lauf die Goldmedaille gewonnen hatte und zudem schon 1920 in Antwerpen den Querfeldeinlaufwettbewerb gewonnen hatte. Nurmis Landsmann Ville Ritola zählte als Sieger des 10.000-Meter-Laufs ebenso zu den Favoriten wie der Schwede Edvin Wide, der über 10.000 Meter hinter Ritola die Silbermedaille gewonnen hatte. Nurmi selbst war beim 10.000-Meter-Lauf nicht an den Start gegangen, da die finnischen Funktionäre ihn nicht zu sehr belasten wollten. Belgien, Ecuador, Luxemburg und Mexiko hatten ihre Starter zurückgezogen.

Strecke

Die Strecke bei Colombes wurde auf weitestgehend flachem Gelände gewählt. Von den 10.650 Metern wurden 650 auf Asche zurückgelegt, die restlichen 10.000 Meter auf Wiese. Auf der Strecke gab es allerdings kaum natürlichen Schatten, wodurch die Hitze noch erheblich schwerer zu ertragen war. Gestartet wurde vor dem eigentlichen Stadion auf einer Wiese. Der Kurs führte dann über eine Aschenbahn schließlich weiter auf einer kleinen Schleife vor dem Stadion. Von dort ging es auf den eigentlichen Rundkurs mit einer Länge von 3420 Metern entlang der Seine. Dieser Kurs musste zweimal gelaufen werden, ehe es zurück zum Stadion ging, in dem noch einmal 300 Meter bis zum Ziel zurückzulegen waren.

Rennen und Ergebnis

Einzelwertung

Platz(ziffer) Athlet Land Zeit
1  (1) Paavo Nurmi FinnlandFinnland Finnland 32:54,8 min
2  (2) Ville Ritola FinnlandFinnland Finnland 34:19,4 min
3  (3) Earl Johnson Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 35:21,0 min
4  (-) Ernie Harper Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
35:45,4 min
5  (4) Henri Lauvaux Dritte Französische Republik
 Frankreich
36:44,8 min
6  (5) Arthur Studenroth Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 36:45,4 min
7  (-) Carlo Martinenghi Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 37:01,0 min
8  (6) August Fager Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 37:40,6 min
9  (-) Leonard Richardson Sudafrika 1912
 Südafrikanische Union
37:46,0 min
10  (7) Gaston Heuet Dritte Französische Republik
 Frankreich
37:52,0 min
11  (-) Jimmy Henigan Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 38:00,0 min
12  (8) Heikki Liimatainen FinnlandFinnland Finnland 38:18,0 min
13  (-) Fabián Velasco Spanien 1875
 Spanien
39.07,6 min
14  (-) Miguel Peña Spanien 1875
 Spanien
41:34,0 min
15  (9) Maurice Norland Dritte Französische Republik
 Frankreich
41:38,3 min
DNF (-) José Andía Spanien 1875
 Spanien
Arthur Sewell Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
John Gray Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA
Robert Marchal Dritte Französische Republik
 Frankreich
Edvin Wide SchwedenSchweden Schweden
Väinö Sipilä FinnlandFinnland Finnland
Sven Thuresson SchwedenSchweden Schweden
John Benham Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
Verne Booth Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA
John Ryan Irland 1922
 Irischer Freistaat
Sidon Ebeling SchwedenSchweden Schweden
Gösta Bergström SchwedenSchweden Schweden
Eino Rastas FinnlandFinnland Finnland
André Lausseigh Dritte Französische Republik
 Frankreich
Jesús Diéguez Spanien 1875
 Spanien
Carlo Speroni Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
Amador Palma Spanien 1875
 Spanien
Eero Berg FinnlandFinnland Finnland
Eddie Webster Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
Lucien Dolquès Dritte Französische Republik
 Frankreich
Joseph Williams Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
Alfredo Gomes Brasilien 1889Brasilien Brasilien
Miguel Palau Spanien 1875
 Spanien
DNS (-) José Andía Spanien 1875
 Spanien
G. Bertrand BelgienBelgien Belgien
L. Cattelain BelgienBelgien Belgien
L. de Grande BelgienBelgien Belgien
J.-F. Van Campenhout BelgienBelgien Belgien
G. Van den Broele BelgienBelgien Belgien
C. Van de Velde BelgienBelgien Belgien
A. Jarrin Ecuador
 Ecuador
W.-M. Cotterell Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
M. Mangascia Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
T. Redda Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
M. Hoffmann LuxemburgLuxemburg Luxemburg
F. Cuevos LuxemburgLuxemburg Luxemburg
P. Curiel Mexiko 1918
 Mexiko
J. Escutia Mexiko 1918
 Mexiko
D. Esclava Mexiko 1918
 Mexiko
H. Skogström SchwedenSchweden Schweden

Den ersten Kontrollposten nach 2700 Metern passierten die Favoriten noch gemeinsam. Es führte Edvin Wide, der auch beim zweiten Kontrollposten weiter vorne lag. Zur Rennmitte musste er allerdings Nurmi und Ritola ziehen lassen. Wide konnte noch lange den dritten Rang halten, stieg aber nach ungefähr acht Kilometern völlig erschöpft aus. Zuvor hatten auch die aussichtsreich liegenden Läufer Väinö Sipilä und Sidon Ebeling das Rennen aufgegeben. Auf dem letzten Teilstück hängte Nurmi seinen letzten verbliebenen Gegner Ritola ab und wurde mit fast eineinhalb Minuten Vorsprung Olympiasieger. Auch die weiteren Abstände im Ziel waren groß. Mehr als eine Minute auf Ritola folgte Earl Johnson, der damit die Bronzemedaille gewann.

Sven Thuresson aus Schweden erlitt einen schweren Hitzschlag, blieb aber trotz der Hitze und der zahlreichen Aufgaben der einzig ernsthaft geschädigte Teilnehmer des Wettbewerbes.

Mannschaftswertung

Platz Land Athleten Platzziffer
1 FinnlandFinnland Finnland Paavo Nurmi (1.)
Ville Ritola (2.)
Heikki Liimatainen (12.)
11
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Earl Johnson (3.)
Arthur Studenroth (5.)
August Fager (8.)
14
3 Dritte Französische Republik
 Frankreich
Henri Lauvaux (5.)
Gaston Heuet (10.)
Maurice Norland (15.)
20

Nur diesen Mannschaften gelang es, drei Läufer ins Ziel zu bringen.

Siehe auch

Literatur

  • Ekkehard zur Megede: Die Geschichte der olympischen Leichtathletik. 2. Auflage. Band 1: 1896–1936. Bartels & Wernitz KG, Berlin 1970, S. 162 f.
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Olympische Sommerspiele 1924/Leichtathletik – Crosslauf (Männer)
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