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Olympische Sommerspiele 1924/Leichtathletik – Marathon (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Marathonlauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 58 Athleten aus 20 Ländern
Wettkampfort Stade de Colombes (Start und Ziel)
Wettkampfphase 13. Juli 1924
Medaillengewinner
Albin Stenroos (FinnlandFinnland FIN)
Romeo Bertini (Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA)
Clarence DeMar (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA)

Der Marathonlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris wurde am 13. Juli 1924 ausgetragen. 58 Athleten nahmen daran teil. Die Strecke führte nach 1908 zum zweiten Mal über die bis heute gültige Standarddistanz von 42,195 km.

Olympiasieger wurde der Finne Albin Stenroos vor dem Italiener Romeo Bertini und dem US-Amerikaner Clarence DeMar.

Bestehende Rekorde

Strecke

Start des Marathonlaufs im Stade de Colombes
Start des Marathonlaufs im Stade de Colombes

Nach dem Start im Stade de Colombes führte die Strecke aus dem Stadion heraus über die Seine auf der Pont-Aqueduc de Colombes. Es ging weiter in nordwestlicher Richtung zur Kontrollstation in Val-Notre-Dame. Über den Ort Cormeilles-en-Parisis führte die Route nach Herblay-sur-Seine und dann in nördlicher Richtung nach Pierrelaye. Vorbei an einer weiteren Kontrollstation in Saint-Ouen-l’Aumône überquerte der Weg über die Pontoise den Fluss Oise und bog anschließend in nordöstlicher Richtung dem Flussverlauf folgend ab. Im Ortsteil Le Chou gab es eine Schleife, wonach es auf der gleichen Strecke wieder zurück ins Stadion ging. Dort musste zuletzt noch eine halbe Runde zurückgelegt werden.[1]

Endergebnis

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Albin Stenroos FinnlandFinnland Finnland 2:41:22,6 h
2 Romeo Bertini Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 2:47:19,6 h
3 Clarence DeMar Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 2:48:14,0 h
4 Lauri Halonen FinnlandFinnland Finnland 2:49:47,4 h
5 Sam Ferris Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
2:52:26,0 h
6 Manuel Plaza Chile
 Chile
2:52:54,0 h
7 Boughera El-Ouafi Dritte Französische Republik
 Frankreich
2:54:19,6 h
8 Gustav Kinn SchwedenSchweden Schweden 2:54:33,4 h
9 Dionisio Carreras Spanien 1875
 Spanien
2:57:18,4 h
10 Jüri Lossmann EstlandEstland Estland 2:57:54,6 h
11 Axel Jensen DanemarkDänemark Dänemark 2:58:44,8 h
12 Jean-Baptiste Manhès Dritte Französische Republik
 Frankreich
3:00:34,0 h
13 John Cuthbert Kanada 1921
 Kanada
3:00:44,6 h
14 Victor McAuley Kanada 1921
 Kanada
3:02:05,4 h
15 Marcel Alavoine BelgienBelgien Belgien 3:03:20,0 h
16 Frank Wendling Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 3:05:09,8 h
17 Arthur Farrimond Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
3:05:15,0 h
18 Frank Zuna Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 3:05:52,2 h
19 Harry Phillips Sudafrika 1912
 Südafrikanische Union
3:07:13,0 h
20 Auguste Broos BelgienBelgien Belgien 3:14:03,0 h
21 Henning Karlsson SchwedenSchweden Schweden 3:14:21,4 h
22 Tullio Biscuola Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 3:19:05,0 h
23 William Churchill Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 3:19:18,0 h
24 Mohammed Ghermati Dritte Französische Republik
 Frankreich
3:20:27,0 h
25 Charles Mellor Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 3:24:07,0 h
26 Pierre-Georges LeClercq BelgienBelgien Belgien 3:27:54,0 h
27 Jack McKenna Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
3:30:40,0 h
28 Antal Lovas Ungarn 1918
 Ungarn
3:35:24,0 h
29 Mahadeo Singh Britisch-Indien
 Britisch-Indien
3:37:36,0 h
30 Elmar Reimann EstlandEstland Estland 3:40:52,0 h
DNF Ernesto Alciati Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
Kikunosuke Tashiro Japan 1870
 Japan
Angelo Malvicini Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
Bohumil Honzátko Tschechoslowakei 1920
 Tschechoslowakei
Ralph Williams Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA
Belisario Villacís Ecuador
 Ecuador
Gabriel Ruotsalainen FinnlandFinnland Finnland
Kanaguri Shisō Japan 1870
 Japan
Félicien Van De Putte BelgienBelgien Belgien
Ville Kyrönen FinnlandFinnland Finnland
Alexandros Kranis Zweite Hellenische Republik
 Griechenland
Josef Eberle Tschechoslowakei 1920
 Tschechoslowakei
Alberto Cavallero Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
Ettore Blasi Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
Georges Verger Dritte Französische Republik
 Frankreich
Iraklis Sakellaropoulos Zweite Hellenische Republik
 Griechenland
Yahei Miura Japan 1870
 Japan
Ján Kalous Tschechoslowakei 1920
 Tschechoslowakei
Henrik Hietakari FinnlandFinnland Finnland
Teunis Sprong NiederlandeNiederlande Niederlande
Bobby Mills Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
Dunky Wright Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
Hannes Kolehmainen FinnlandFinnland Finnland
Pál Király Ungarn 1918
 Ungarn
Cornelis Brouwer NiederlandeNiederlande Niederlande
Théophilus Steurs BelgienBelgien Belgien
Ernest Letherland Vereinigtes Konigreich 1801
 Großbritannien
Vyron Athanasiadis Zweite Hellenische Republik
 Griechenland

Datum: 13. Juli 1924, 17.23 Uhr

Der Start hatte sich um zwei Stunden verzögert, weil die Organisatoren wegen der Hitze und den Vorkommnissen beim Crosslauf dieser Spiele, der sogenannten Hitzeschlacht von Colombes um die Gesundheit der Läufer besorgt waren.[2] Gleich zu Anfang ging der Grieche Alexandros Kranis in Führung, gefolgt vom Kanadier John Cuthbert, dem Japaner Kikunosuke Tashiro und dem Schweden Gustav Kinn. Die Favoriten Albin Stenroos, Ville Kyrönen, Hannes Kolehmainen, Dunky Wright und Clarence DeMar hielten sich auf den ersten Kilometern zurück. Bei Herblay schoss DeMar zu den Führenden auf. Auch der Franzose Georges Verger ging mit nach vorne und übernahm bei Pierrelaye zur Begeisterung der französischen Zuschauer die Führung. Bald darauf folgten Stenroos, Romeo Bertini und DeMar. Auch Vergers Landsmann Jean-Baptiste Manhès blieb in Tuchfühlung. Bei der Wende übernahm Stenroos dann die Führung. Verger, DeMar, Bertini, der Italiener Ettore Blasi und der Finne Lauri Halonen folgten. Während Stenroos unangefochten vorne weg lief, kam es zwischen Bertini und DeMar zu einem Duell um Platz zwei, das der Italiener schließlich für sich entscheiden konnte. Halonen konnte das Tempo des Trios nicht mehr mitgehen und kam als Vierter ins Ziel. Verger hatte schon in Pierrelaye aufgegeben, während mit Boughera El-Ouafi der beste Franzose auf Platz sieben ins Ziel kam. Titelverteidiger Kolehmainen konnte sich während des Rennens nicht an die Führungsgruppe heranarbeiten und gab ca. zwölf km vor dem Ziel, an Position 29 liegend, auf.

Bildergalerie

  • Clarence DeMar (USA), Gewinner der Bronzemedaille (Porträt von 1912)
    Clarence DeMar (USA), Gewinner der Bronzemedaille (Porträt von 1912)
  • Der Chilene Manuel Plaza wurde Sechster
    Der Chilene Manuel Plaza wurde Sechster
  • Bester Franzose auf Platz 7: Boughera El-Ouafi
    Bester Franzose auf Platz 7: Boughera El-Ouafi
  • Der Italiener Tullio Biscuola kam nur auf Platz 22
    Der Italiener Tullio Biscuola kam nur auf Platz 22
  • Der Japaner Kanaguri Shisō musste nach rund 20 km aufgeben
    Der Japaner Kanaguri Shisō musste nach rund 20 km aufgeben
  • Auch der Titelverteidiger Hannes Kolehmainen (FIN) kam nicht ins Ziel
    Auch der Titelverteidiger Hannes Kolehmainen (FIN) kam nicht ins Ziel

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 164

Video

Einzelnachweise

  1. Offizieller Bericht, Seite 121 (fr.)
  2. SportsReference (engl.)
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Olympische Sommerspiele 1924/Leichtathletik – Marathon (Männer)
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