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Olympische Sommerspiele 1936/Leichtathletik – Hochsprung (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Hochsprung
Geschlecht Männer
Teilnehmer 40 Athleten aus 23 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Berlin
Wettkampfphase 2. August 1936
Medaillengewinner
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Cornelius Johnson (USA)
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Dave Albritton (USA)
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Delos Thurber (USA)
1932 1948

Der Hochsprung der Männer bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin wurde am 2. August 1936 im Olympiastadion Berlin ausgetragen. Vierzig Athleten nahmen teil.

Die US-Mannschaft konnte einen Dreifach-Sieg verbuchen. Cornelius Johnson gewann die Goldmedaille, Silber ging an Dave Albritton und Bronze an Delos Thurber.

Bestehende Rekorde

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athleten begannen mit einer Qualifikationsrunde in zwei Gruppen. Die Springer, die die hier geforderten 1,85 m überspringen konnten, waren für das Halbfinale qualifiziert. Im Halbfinale mussten 1,94 m überquert werden, um in das Finale zu kommen. Alle drei Teilwettkämpfe fanden am 2. August statt.

Anmerkung: Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt. Die Reihenfolgen und Höhen der Versuchsserien in der Qualifikationsrunde sind nicht bekannt.

Qualifikation

2. August 1936, 10.30 Uhr
Wetterbedingungen: bedeckt, 18 °C, Windgeschwindigkeit ca. 1,6 m/s.[2]

Gruppe 1

Platz Name Nation Höhe Anmerkung
1 Dave Albritton Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 1,85 m
Mihály Bodosi Ungarn 1918
 Ungarn
Reindert Brasser NiederlandeNiederlande Niederlande
Günther Gehmert Deutsches Reich NS
 Deutsches Reich
Aksel Kuuse EstlandEstland Estland
Poul Otto DanemarkDänemark Dänemark
Veikko Peräsalo FinnlandFinnland Finnland
Jerzy Pławczyk Polen 1928
 Polen
Simeon Toribio Philippinen 1919
 Philippinen
Yada Kimio Japan 1870
 Japan
11 Robert Kennedy Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 1,80 m
Alfredo Mendes Brasilien 1889Brasilien Brasilien
Svend Aage Thomsen DanemarkDänemark Dänemark
14 Břetislav Krátký Tschechoslowakei 1920
 Tschechoslowakei
1,70 m
Hans Martens Deutsches Reich NS
 Deutsches Reich
Hans Mohr Jugoslawien Konigreich 1918
 Jugoslawien
Fritz Neuruhrer OsterreichÖsterreich Österreich
Zdeněk Sobotka Tschechoslowakei 1920
 Tschechoslowakei
Stan West Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien

Gruppe 2

Platz Name Nation Höhe Anmerkung
1 Asakuma Yoshirō Japan 1870
 Japan
1,85 m
Rudolf Eggenberg SchweizSchweiz Schweiz
Joseph Haley Kanada 1921
 Kanada
Cornelius Johnson Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA
Lauri Kalima FinnlandFinnland Finnland
Kalevi Kotkas FinnlandFinnland Finnland
Jack Metcalfe AustralienAustralien Australien
Åke Ödmark SchwedenSchweden Schweden
Tanaka Hiroshi Japan 1870
 Japan
Edwin Thacker Sudafrika 1928
 Südafrikanische Union
Delos Thurber Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA
Gustav Weinkötz Deutsches Reich NS
 Deutsches Reich
13 Ícaro Mello Brasilien 1889Brasilien Brasilien 1,80 m
Jack Newman Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien
15 Gerard Carlier NiederlandeNiederlande Niederlande 1,80 m
Fritz Flachberger OsterreichÖsterreich Österreich
Edvard Natvig NorwegenNorwegen Norwegen
Sigurður Sigurðsson
Island
19 Karol Hoffmann Polen 1928
 Polen
1,70 m
Konstantinos Pantazis Königreich Griechenland
 Griechenland
21 Wu Bixian China Republik 1928
 China
1,70 m

Halbfinale

2. August 1936, 15.00 Uhr
Wetterbedingungen: bedeckt, 18 bis 19 °C, Windgeschwindigkeit bei ca. 2,3 m/s.[2]

Platz Name Nation 1,70 m 1,80 m 1,85 m 1,90 m 1,94 m Höhe Anmerkung
1 Dave Albritton Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA o xo o o o 1,94 m
Cornelius Johnson Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA o o o o o
Tanaka Hiroshi Japan 1870
 Japan
o o o o o
Delos Thurber Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA o - o o o
Yada Kimio Japan 1870
 Japan
o o o o o
6 Asakuma Yoshirō Japan 1870
 Japan
o o o o xo 1,94 m
Lauri Kalima Japan 1870
 Japan
o o o o xo
8 Kalevi Kotkas FinnlandFinnland Finnland - o - o xxo 1,94 m
Gustav Weinkötz Deutsches Reich NS
 Deutsches Reich
o o xo o xxo
10 Günther Gehmert Deutsches Reich NS
 Deutsches Reich
- xo o xxo xxx 1,90 m
Aksel Kuuse EstlandEstland Estland o o o xxo xxx
12 Reindert Brasser NiederlandeNiederlande Niederlande o o o xxx 1,85 m
Joseph Haley Kanada 1921
 Kanada
- xo o xxx
Jack Metcalfe AustralienAustralien Australien o o o xxx
Åke Ödmark SchwedenSchweden Schweden o o o xxx
Edwin Thacker Sudafrika 1928
 Südafrikanische Union
o o o xxx
Simeon Toribio Philippinen 1919
 Philippinen
o xo o xxx
Poul Otto DanemarkDänemark Dänemark o xo o xxx
Mihály Bodosi Ungarn 1918
 Ungarn
o o xxo xxx
Rudolf Eggenberg SchweizSchweiz Schweiz - o xxo xxx
Veikko Peräsalo FinnlandFinnland Finnland xo o xxo xxx
22 Jerzy Pławczyk Polen 1928
 Polen
o o xxx 1,80 m

Finale

2. August 1936, 17.30 Uhr
Wetterbedingungen: bedeckt, 18 bis 19 °C, Rückenwind bei ca. 2,3 m/s.[2]

Topfavorit war der US-amerikanische Weltrekord-Mitinhaber Cornelius Johnson. Auch der zweite Weltrekordler Dave Albritton – beide hatten 2,07 m übersprungen – war in Berlin dabei. Johnson übersprang als einziger die olympische Rekordhöhe von 2,03 m und gewann damit die Goldmedaille. An der neuen Weltrekordhöhe von 2,08 m scheiterte er jedoch.
Da es noch keine Mehrversuchs- oder Fehlversuchsregel gab, musste um die Plätze zwei bis vier ein Stechspringen zwischen Albritton, Kalevi Kotkas und Delos Thurber entscheiden. Die Latte wurde auf 2,00 Meter gelegt, doch keiner der Springer konnte diese Höhe überqueren. Anschließend versuchten sich die Athleten an 1,95 m. Albritton und Thurber schafften die Höhe, Kotkas riss und belegte damit Rang vier. Bei 1,97 m riss Thurber die Latte, während Albritton die Höhe schaffte und damit Silber gewann. Nach heutigen Regeln wäre Thurber Zweiter gewesen, Kotkas und Albritton hätten sich Bronze geteilt.
Auch um die Plätze sechs bis neun wurde ein Stechspringen ausgetragen. Die beiden Japaner Asakuma Yoshiro und Tanaka Hiroshi trafen auf den Deutschen Gustav Weinkötz und den Lauri Finnen Kalima. Die Höhe von 1,97 m wurde von keinem der Springer überquert. Man einigte sich darauf, das Stechen abzubrechen und alle Springer auf Platz sechs zu werten.

Zu einem durch die Ideologie der Nationalsozialisten bedingten rassistischen Eklat kam es, als die Siegerehrung vorgenommen werden sollte. Adolf Hitler verweigerte dem afro-amerikanischen Goldmedaillengewinner Cornelius Johnson den Handschlag. Das IOC forderte Hitler auf, entweder allen Siegern zu gratulieren oder niemandem. Hitler entschied sich dafür, zukünftig keine Gratulationen im Stadion vorzunehmen. Später wurde fälschlicherweise berichtet, Hitler habe dem vierfachen Olympiasieger Jesse Owens den Handschlag verweigert. Tatsächlich hatte es sich um Cornelius Johnson gehandelt, was diese Handlung allerdings keineswegs in einem besseren Licht erscheinen lässt.[3]

Cornelius Johnson gewann im zehnten olympischen Finale die neunte Goldmedaille für die USA.
Von den bislang vergebenen dreißig Hochsprungmedaillen gewannen US-Athleten alleine neunzehn.

Platz Name Nation 1,97 m 2,00 m 2,03 2,08 m Höhe Anmerkung
1 Cornelius Johnson Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA o o o xxx 2,03 m OR
2 Dave Albritton Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA xo xxo xxx 2,00 m 1,97 m im Stechen mit Thurber und Kotkas
3 Delos Thurber Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA o xo xxx 2,00 m 1,95 m im Stechen mit Albritton und Kotkas
4 Kalevi Kotkas FinnlandFinnland Finnland o xxo xxx 2,00 m ogV im Stechen mit Albritton und Thurber
5 Yada Kimio Japan 1870
 Japan
o xxx 1,97 m
6 Asakuma Yoshirō Japan 1870
 Japan
xxx 1,94 m Stechen zwischen
Kalima, Asakuma,
Tanaka und Weinkötz
abgebrochen
Lauri Kalima FinnlandFinnland Finnland xxx
Tanaka Hiroshi Japan 1870
 Japan
xxx
Gustav Weinkötz Deutsches Reich NS
 Deutsches Reich
xxx

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 266–268

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 554 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. a b c Offizieller Bericht S. 664, engl. (PDF)
  3. SportsReference (engl.)
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