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Olympische Sommerspiele 1948/Leichtathletik – Marathon (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Marathonlauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 41 Athleten aus 21 Ländern
Wettkampfort Wembley-Stadion (Start und Ziel)
Wettkampfphase 7. August 1948
Medaillengewinner
Delfo Cabrera (ArgentinienArgentinien ARG)
Tom Richards (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)
Étienne Gailly (BelgienBelgien BEL)

Der Marathonlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1948 in London wurde am 7. August 1948 ausgetragen. Start und Ziel war das Wembley-Stadion. 41 Athleten nahmen teil, von denen 30 ins Ziel kamen.

Olympiasieger wurde der Argentinier Delfo Cabrera vor dem Briten Tom Richards. Bronze gewann Étienne Gailly aus Belgien.

Bestehende Rekorde

Streckenführung

Der Marathonkurs startete im Wembley-Stadion. Nach dem Verlassen des Stadions ging nach Nordwesten. An der A 4088 bog die Strecke nach rechts ab, der Straße folgend bis zur Salmon Street, die nach Nordwesten führte. Die Salmon Street, die im weiteren Verlauf zum Fryant Way wird, durchquert den Fryant Country Park. Weiter Richtung Nordwesten verlief die Route entlang der Honeypot Lane und der Marsh Lane. In Stanmore führte der Weg nach rechts in die London Lane. Über die Spur Road ging es dann auf den Edgware Way nach Edgware. Nach Überquerung der Eisenbahnlinie führte die Strecke anschließend über den Barnet By-Pass nach Norden. Vorbei am Stirling Corner ging es nun links in den Elstree Way. Kurz vor der Eisenbahnlinie führte die Route nach rechts in die Theobald Street Richtung Nordwesten parallel zur Bahnstrecke, die am Tennisclub von Radlett überquert wurde. Danach ging es links in die Watling Street in Richtung Südosten wieder parallel zur Bahnlinie. In Elstree bog die Strecke auf den Edgware Way ein, bis es schließlich nach rechts wieder in die Spur Road und zum Stadion zurück ging.[1]

Das Rennen

Das Starterfeld verlässt das Stadion
Das Starterfeld verlässt das Stadion

7. August 1948, 15.00 Uhr[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es schwer, für den Marathonlauf einen Favoriten auszumachen. Die besten Chancen wurden dem Finnen Viljo Heino eingeräumt, der über 10.000 Meter den Weltrekord hielt.
Das Rennen wurde bei trockenen aber bewölkten Witterungsverhältnissen gestartet. Der Belgier Étienne Gailly, der seinen ersten Marathon absolvierte, ging sofort an die Spitze. Bis Kilometer 35 konnte er die Führung behaupten, als er vom Koreaner Yoon-chil eingeholt wurde. Gailly konnte den Angriff des Koreaners kontern und lief als Erster ins Stadion. Ältere Zuschauer fühlten sich nun an das Marathondrama von 1908 um den Italiener Dorando Pietri erinnert, welches ebenfalls in London stattgefunden hatte. Der total entkräftete Gailly torkelte mehr die Bahn entlang, als dass er lief. Der Argentinier Delfo Cabrera überholte den Belgier und errang die Goldmedaille. Auch der Brite Tom Richards zog am stolpernden Gailly vorbei zur Silbermedaille. Gailly schaffte es gerade noch so über die Ziellinie und brach zusammen. Er hatte die Bronzemedaille gerettet.[3]

Étienne Gailly errang die erste belgische Medaille im Marathonlauf.

Endergebnis

Delfo Cabrera (ARG) beim Zieleinlauf
Delfo Cabrera (ARG) beim Zieleinlauf
Der Kanadier Gérard Côté (Aufnahme von 1940) wurde 17.
Der Kanadier Gérard Côté (Aufnahme von 1940) wurde 17.
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Delfo Cabrera ArgentinienArgentinien Argentinien 2:34:51,6 h
2 Tom Richards Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2:35:07,6 h
3 Étienne Gailly BelgienBelgien Belgien 2:35:33,6 h
4 Johannes Coleman Sudafrika 1928
 Südafrikanische Union
2:36:06,0 h
5 Eusebio Guiñez ArgentinienArgentinien Argentinien 2:36:36,0 h
6 Syd Luyt Sudafrika 1928
 Südafrikanische Union
2:38:11,0 h
7 Gustav Östling SchwedenSchweden Schweden 2:38:40,6 h
8 John Systad NorwegenNorwegen Norwegen 2:38:41,0 h
9 Alberto Sensini ArgentinienArgentinien Argentinien 2:39:30,0 h
10 Henning Larsen DanemarkDänemark Dänemark 2:41:22,0 h
11 Viljo Heino FinnlandFinnland Finnland 2:41:32,0 h
12 Anders Melin SchwedenSchweden Schweden 2:42:20,0 h
13 Jussi Kurikkala FinnlandFinnland Finnland 2:42:48,0 h
14 Ted Vogel Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 2:45:27,0 h
15 Enrique Inostroza Chile
 Chile
2:47:48,0 h
16 Lloyd Evans Kanada 1921
 Kanada
2:48:07,0 h
17 Gérard Côté Kanada 1921
 Kanada
2:48:31,0 h
18 Stylianos Kyriakides Königreich Griechenland
 Griechenland
2:49:00,0 h
19 József Kiss Ungarn 1946
 Ungarn
2:50:20,0 h
20 Şevki Koru TurkeiTürkei Türkei 2:51:07,0 h
21 Johnny Kelley Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 2:51:56,0 h
22 Kaspar Schiesser SchweizSchweiz Schweiz 2:52:09,0 h
23 Walter Fedorick Kanada 1921
 Kanada
2:52:12,0 h
24 Ollie Manninen Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 2:56:49,0 h
25 Hong Jong-o Korea Sud 1948
 Südkorea
2:56:54,0 h
26 Patrick Mulvihill IrlandIrland Irland 2:57:35,0 h
27 Suh Yun-bok Korea Sud 1948
 Südkorea
2:59:36,0 h
28 Sven Håkansson SchwedenSchweden Schweden 3:00:09,0 h
29 Jakob Jutz SchweizSchweiz Schweiz 3:03:55,0 h
30 Stan Jones Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 3:09:16,0 h
DNF Salvatore Costantino ItalienItalien Italien
Pierre Cousin Frankreich 1946
 Frankreich
Hans Frischknecht SchweizSchweiz Schweiz
Mikko Hietanen FinnlandFinnland Finnland
Jack Holden Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien
René Josset Frankreich 1946
 Frankreich
Arsène Piesset Frankreich 1946
 Frankreich
Athanasios Ragazos Königreich Griechenland
 Griechenland
Chhota Singh IndienIndien Indien
Lou Wen-ngau China Republik 1928
 China
Choi Yun-chil Korea Sud 1948
 Südkorea

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 25f

Einzelnachweise

  1. Offizieller Bericht S. 261 (engl.)
  2. Offizieller Bericht S. 241 (engl.)
  3. SportsReference (engl.)
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