Olympische Sommerspiele 1956/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1956/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 3000-Meter-Hindernislauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 23 Athleten aus 13 Ländern
Wettkampfort Melbourne Cricket Ground
Wettkampfphase 27. November 1956 (Vorläufe)
29. November 1956 (Finale)
Medaillengewinner
Chris Brasher (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)
Sándor Rozsnyói (Ungarn 1956
 HUN)
Ernst Larsen (NorwegenNorwegen NOR)

Der 3000-Meter-Hindernislauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne wurde am 27. und 29. November 1956 im Melbourne Cricket Ground ausgetragen. 23 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der Brite Chris Brasher. Er gewann vor dem Ungarn Sándor Rozsnyói und dem Norweger Ernst Larsen.

Schweizer und österreichische Athleten nahmen nicht teil. Aus Deutschland ging ein Athlet an den Start. Heinz Laufer erreichte im Finale Rang vier.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 8:35,6 min Sándor Rozsnyói (Ungarn 1949
 Ungarn)
Budapest, Ungarn 16. September 1956[1]
Olympischer Rekord 8:45,4 min Horace Ashenfelter (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA) Finale von Helsinki, Finnland 25. Juli 1952

Durchführung des Wettbewerbs

Die Läufer traten am 27. November zu zwei Vorläufen an. Die jeweils fünf Laufschnellsten qualifizierten sich für das Finale am 29. November.

Anmerkung: Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt.

Zeitplan

27. November, 16.00 Uhr: Vorläufe
29. November, 16.00 Uhr: Finale[2]

Anmerkung: Alle Zeitangaben sind Ortszeit von Melbourne (UTC + 10)

Vorläufe

Datum: 27. November 1956, ab 16.00 Uhr[3]

Vorlauf 1

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Sándor Rozsnyói Ungarn 1956
 Ungarn
8:46,6 min 8:46,89 min
2 John Disley Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:46,6 min 8:46,93 min
3 Ernst Larsen NorwegenNorwegen Norwegen 8:46,8 min 8:46,96 min
4 Deacon Jones Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 8:47,4 min 8:47,57 min
5 Zdzisław Krzyszkowiak Polen 1944
 Polen
8:48,0 min 8:48,29 min
6 Horace Ashenfelter Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 8:51,0 min 8:51,12 min
7 Wassili Wlassenko Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
8:55,0 min 8:54,99 min
8 Georgios Papavasileiou Königreich Griechenland
 Griechenland
8:55,6 min 8:55,93 min
9 Jewgeni Kadjaikin Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
9:09,6 min k. A.
10 Graham Thomas AustralienAustralien Australien 9:09,8 min
11 Olavi Rinteenpää FinnlandFinnland Finnland 9:10,0 min
DNF Frans Herman BelgienBelgien Belgien

Vorlauf 2

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Eric Shirley Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:52,6 min 8:52,72 min
2 Semjon Rschischtschin Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
8:53,0 min 8:53,18 min
3 Heinz Laufer Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch 1956
 Deutschland
8:53,0 min 8:53,23 min
4 Chris Brasher Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:53,8 min 8:54,19 min
5 Neil Robbins AustralienAustralien Australien 8:55,4 min 8:55,62 min
6 Gunnar Tjörnebo SchwedenSchweden Schweden 9:02,0 min 9:02,13 min
7 Ilkka Auer FinnlandFinnland Finnland 9:04,0 min 9:04,57 min
8 László Jeszenszky Ungarn 1956
 Ungarn
9:04,2 min 9:04,99 min
9 Phil Coleman Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 9:10,0 min k. A.
10 Ron Blackney AustralienAustralien Australien 9:16,0 min
DNF Eduardo Fontecilla ChileChile Chile

Finale

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Chris Brasher Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:41,2 min 8:41,35 min OR
2 Sándor Rozsnyói Ungarn 1956
 Ungarn
8:43,6 min 8:43,68 min
3 Ernst Larsen NorwegenNorwegen Norwegen 8:44,0 min 8:44,05 min
4 Heinz Laufer Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch 1956
 Deutschland
8:44,4 min 8:44,53 min
5 Semjon Rschischtschin Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
8:44,6 min 8:44,58 min
6 John Disley Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:44,6 min 8:44,79 min
7 Neil Robbins AustralienAustralien Australien 8:50,0 min 8:50,36 min
8 Eric Shirley Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:57,0 min k. A.
9 Deacon Jones Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 9:13,0 min

Datum: 29. November 1956, 16.00 Uhr[4]

In einem zügig gelaufenen Finalrennen setzte sich der Norweger Ernst Larsen an die Spitze, gefolgt vom Briten John Disley. Das Feld blieb dicht zusammen. In der letzten Runde führte der ungarische Weltrekordhalter Sándor Rozsnyói vor Larsen und dem Briten Christopher Brasher. Am Hindernis auf der Gegengeraden schob sich Brasher zwischen seine beiden Kontrahenten und passierte sie. Bei diesem Überholvorgang kam es zwischen Brasher und Larsen zu einem Kontakt. Brasher durchlief als Erster das Ziel, hinter ihm Rozsnyói, Larsen, der Deutsche Heinz Laufer, der sowjetischen Ex-Weltrekordler Semjon Rschischtschin und Disley. Alle diese sechs Läufer unterboten den bis dahin bestehenden Olympiarekord.[5]
Wegen des Kontakts beim Überholen wurde Brasher zunächst disqualifiziert. Die Disqualifikation wurde später jedoch vor allem wegen der Unterstützung der anderen Finalisten zurückgenommen. Larsen gab an, er habe sich nicht behindert gefühlt.[6]

Sándor Rozsnyói und Ernst Larsen gewannen die ersten Medaillen ihrer Länder in dieser Disziplin.

Der Europameister von 1954 Rozsnyói nutzte die Olympischen Spiele zur Flucht aus dem von der Sowjetunion besetzten Ungarn und gab später den Wettkampfsport auf, nachdem ihm die IAAF untersagt hatte, für Österreich bei den Europameisterschaften 1958 an den Start zu gehen.
Horace Ashenfelter, 1952 noch Olympiasieger auf dieser Distanz, erreichte in seinem Vorlauf hier in Melbourne mit 8:51,0 min exakt seine Vorlaufzeit von vor vier Jahren, mit der er damals diesen Vorlauf gewonnen hatte. Gleichzeitig stellte seine damalige Leistung olympischen Rekord dar. Diesmal reichte das nicht einmal mehr, um das Finale zu erreichen.

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 136f

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 553 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Offizieller Bericht S. 284, engl. (PDF), abgerufen am 3. Oktober 2017
  3. Offizieller Bericht S. 313, engl. (PDF), abgerufen am 3. Oktober 2017
  4. Offizieller Bericht S. 314, engl. (PDF), abgerufen am 3. Oktober 2017
  5. Offizieller Bericht, Seite 274 (engl.)
  6. SportsReference (engl.)
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Olympische Sommerspiele 1956/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer)
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