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Olympische Sommerspiele 1964/Leichtathletik – 50 km Gehen (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 50-km-Gehen
Geschlecht Männer
Teilnehmer 34 Athleten aus 19 Ländern
Wettkampfort Stadtautobahn Tokio
Olympiastadion Tokio (Start und Ziel)
Wettkampfphase 18. Oktober 1964
Medaillengewinner
Abdon Pamich (ItalienItalien ITA)
Paul Nihill (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)
Ingvar Pettersson (SchwedenSchweden SWE)
Kurt Sakowski (GER) belegte Rang acht
Kurt Sakowski (GER) belegte Rang acht

Das 50-km-Gehen der Männer bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio wurde am 18. Oktober 1964 ausgetragen. Start und Ziel war das Olympiastadion Tokio. Es nahmen 34 Athleten teil, von denen 31 das Ziel erreichten.

Olympiasieger wurde der Italiener Abdon Pamich. Er gewann vor dem Briten Paul Nihill und dem Schweden Ingvar Pettersson.

Die gesamtdeutsche Mannschaft schickte drei allesamt aus der DDR stammende Geher ins Rennen, die sich alle unter den Top Zehn platzieren konnten. Burkhard Leuschke erreichte Platz vier, Christoph Höhne Platz sechs und Kurt Sakowski Platz acht. Der Schweizer Erwin Stütz belegte Platz 23. Geher aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltbestleistung Michail Lawrow (Sowjetunion 1955
 Sowjetunion)
4:00:50 h Kasan, Sowjetunion (heute Russland) 5. September 1961[1]
Olympischer Rekord Don Thompson (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien) 4:25:30 h 50-km-Gehen in Rom, Italien 7. September 1960

Weltrekorde werden im Straßengehen wegen der unterschiedlichen Streckenbeschaffenheiten nicht geführt.

Streckenführung

Das Rennen begann im Olympiastadion. Nach zwei Runden führte die Strecke aus dem Stadion heraus in nordwestlicher Richtung in den Bezirk Shinjuku. Auf dem Metropolitan Expressway ging es dann Richtung Westen durch die Ortsteile Hatagaya, Sasazuka, Izumi, Karasuyama und Shinkawa. Die Route verlief weiter durch die Stadt Chōfu. In Fuchū lag der Wendepunkt, von welchem aus es auf dem gleichen Weg wieder zum Stadion zurück ging, wo das Ziel lag.[2]

Rennverlauf

Datum: 18. Oktober 1964, 12.20 Uhr[3]

Favorit war Abdon Pamich aus Italien, Olympiavierter von 1956, Olympiadritter von 1960 und Europameister von 1962.

Auf dem ersten Streckenteil erarbeitete sich der sowjetische Geher Gennadij Agapow einen Vorsprung von mehr als 40 Sekunden, seine Gegner hielten sich zurück und gingen sein hohes Tempo nicht mit. Nach Kilometer 15 ließ der Sowjetgeher mehr und mehr nach und wurde am Ende Zwölfter. Pamich übernahm nun die Spitze, ging aber sehr kontrolliert, ohne sich zu sehr zu verausgaben. Bei Kilometer 20 hatte sich der Deutsche Christoph Höhne ca. 15 Sekunden hinter Pamich auf den zweiten Platz vorgearbeitet, weitere fünf Sekunden zurück lagen der Brite Paul Nihill und noch immer Agapow. Nach weiteren fünf Kilometern hatten Nihill und Höhne zu Pamich aufgeschlossen, es hatte sich eine Dreiergruppe gebildet. Aber Höhne hatte sich bei seiner Aufholjagd wohl doch etwas übernommen und musste abreißen lassen Bis Kilometer 40 änderte sich an dieser Situation nichts, der Abstand von Pamich und Nihill zu Höhne vergrößerte sich allerdings nach und nach. Dann konnte auch der Brite dem Italiener nicht mehr folgen und es entstand eine Lücke zwischen den beiden, die bis zum Ziel bis auf 19 Sekunden wuchs. Abdon Pamich wurde in neuer olympischer Rekordzeit Olympiasieger vor Paul Nihill. Hinter den beiden gab es noch einen spannenden Kampf um die Bronzemedaille. Fünf Kilometer vor dem Ziel lag Burkhard Leuschke, der seinen schwächer werdenden Landsmann Höhne inzwischen passiert hatte, auf Rang drei. Aber von hinten kam der Schwede Ingvar Pettersson heran, der sich den Wettkampf sehr gut eingeteilt hatte. Auch er lag nun vor Höhne und nur noch ein paar wenige Sekunden hinter Leuschke. Mit etwas mehr als drei Minuten Rückstand auf Pamich erreichte Ingvar Pettersson schließlich das Ziel als Bronzemedaillengewinner. Leuschke verlor noch mehr als eine Minute auf den Schweden und wurde Vierter vor dem Australier Bob Gardiner und Christoph Höhne, der seinen größten Erfolg als Olympiasieger in Mexiko-Stadt noch vor sich haben sollte.[4]

John Ljunggren nahm zum fünften Mal an Olympischen Spielen teil. Mit 45 Jahren war er nicht nur der mit Abstand älteste Teilnehmer im Feld, er war zugleich der älteste Leichtathlet, der in Tokio teilnahm. Insgesamt startete er fünfmal über 50 km und dreimal über 20 km. Sein größter Erfolg war der Olympiasieg auf der langen Strecke in London 1948. Hinzu kamen noch eine Silbermedaille 1960 in Rom und eine Bronzemedaille 1956 in Melbourne.

Überblick: Zwischenzeiten
Zwischenzeit-
Marke
Zwischenzeit Führende(r) 5-km-Zeit
5 km 24:12 min Gennadij Agapow 24:12 min
10 km 47:31 min Gennadij Agapow 23:19 min
15 km 1:11:52 h Gennadij Agapow 24:19 min
20 km 1:37:33 h Abdon Pamich 25:00 min
25 km 2:03:09 h Abdon Pamich, Paul Nihill, Christoph Höhne 25:36 min
30 km 2:27:56 h Abdon Pamich, Paul Nihill 24:47 min
35 km 2:53:30 h Abdon Pamich, Paul Nihill 25:34 min
40 km 3:19:16 h Abdon Pamich 25:46 min
45 km 3:45:25 h Abdon Pamich 26:09 min
50 km 4:11:12 h Abdon Pamich 25:47 min

Endergebnis

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Abdon Pamich ItalienItalien Italien 4:11:12,4 h OR
2 Paul Nihill Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 4:11:31,2 h
3 Ingvar Pettersson SchwedenSchweden Schweden 4:14:17,4 h
4 Burkhard Leuschke Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch
 Deutschland
4:15:26,8 h
5 Bob Gardiner AustralienAustralien Australien 4:17:06,8 h
6 Christoph Höhne Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch
 Deutschland
4:17:41,6 h
7 Anatoli Wedjakow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
4:19:55,8 h
8 Kurt Sakowski Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch
 Deutschland
4:20:31,0 h
9 Charles Sowa LuxemburgLuxemburg Luxemburg 4:20:37,2 h
10 Don Thompson Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 4:22:39,4 h
11 Ronald Crawford AustralienAustralien Australien 4:24:19,6 h
12 Gennadij Agapow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
4:24:34,0 h
13 Ray Middleton Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 4:25:49,2 h
14 Alex Oakley Kanada 1957
 Kanada
4:27:24,6 h
15 Henri Delerue FrankreichFrankreich Frankreich 4:27:47,6 h
16 John Ljunggren SchwedenSchweden Schweden 4:29:09,2 h
17 Ted Allsopp AustralienAustralien Australien 4:31:07,8 h
18 Jewgeni Ljungin Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
4:32:01,6 h
19 István Havasi Ungarn 1957
 Ungarn
4:34:14,0 h
20 Alexander Bílek Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
4:34:54,2 h
21 Chris McCarthy Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 4:35:41,6 h
22 Tadamasa Ejiri Japan 1870
 Japan
4:37:31,8 h
23 Erwin Stütz SchweizSchweiz Schweiz 4:40:45,0 h
24 Roy Syversson SchwedenSchweden Schweden 4:41:47,6 h
25 Kazuo Sato Japan 1870
 Japan
4:43:01,0 h
26 Bruce MacDonald Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 4:45:10,4 h
27 Sumio Miwa Japan 1870
 Japan
4:52:00,6 h
28 Ilie Popa Rumänien 1952
 Rumänien
4:57:40,8 h
29 Mike Brodie Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 4:57:41,0 h
30 Chedli El-Marghni TunesienTunesien Tunesien 4:59:13,0 h
31 So Kam Tong Hongkong 1959
 Hongkong
5:07:53,2 h
DNF Maung Rajan Birma 1948
 Birma
DSQ Naceur Ben Messaoud TunesienTunesien Tunesien
Mieczysław Rutyna Polen 1944
 Polen
DNS István Göri Ungarn 1957
 Ungarn
Antal Kiss Ungarn 1957
 Ungarn
Kim Tai Koo Korea NordNordkorea Nordkorea
Pak Tai Keun Korea NordNordkorea Nordkorea
Emil Dragan Rumänien 1952
 Rumänien

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 271

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 566 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 27. Oktober 2017
  2. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1964 (Memento des Originals vom 30. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 74 (englisch) auf library.la84.org (PDF), abgerufen am 27. Oktober 2017
  3. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1964 (Memento des Originals vom 30. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 78 (englisch) auf library.la84.org (PDF), abgerufen am 27. Oktober 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 27. Oktober 2017
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