Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – 4 × 400 m (Männer) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – 4 × 400 m (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 4-mal-400-Meter-Staffel
Geschlecht Männer
Teilnehmer 64 Athleten aus 16 Ländern
Wettkampfort Estadio Olímpico Universitario
Wettkampfphase 19. Oktober 1968 (Vorläufe)
20. Oktober 1968 (Finale)
Medaillengewinner
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
Kenia
 KEN
Deutschland BR
 FRG

Die 4-mal-400-Meter-Staffel der Männer bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 19. und 20. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. In sechzehn Staffeln nahmen 64 Athleten teil.

Olympiasieger wurde die Staffel der USA mit Vince Matthews, Ron Freeman, Larry James und Lee Evans in neuer Weltrekordzeit vor den Staffeln aus Kenia (Charles Asati, Munyoro Nyamau, Naftali Bon, Daniel Rudisha) und der Bundesrepublik Deutschland (Helmar Müller, Manfred Kinder, Gerhard Hennige, Martin Jellinghaus).

Für die BR Deutschland – offiziell Deutschland – starteten Helmar Müller, Manfred Kinder, Gerhard Hennige und Martin Jellinghaus. Das Team gewann die Bronzemedaille. Für die DDR – offiziell Ostdeutschland – gingen Hartmut Schwabe, Dieter Fromm, Wolfgang Müller und Michael Zerbes an den Start. Diese Staffel schied in der Vorrunde aus.
Mannschaften aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 2:59,6 min Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
(Robert Frey, Lee Evans, Tommie Smith, Theron Lewis)
Los Angeles, USA 24. Juli 1967[1]
Olympischer Rekord 3:00,7 min Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
(Ollan Cassell, Mike Larrabee, Ulis Williams, Henry Carr)
Finale von Tokio, Japan 21. Oktober 1964

Durchführung des Wettbewerbs

Die Staffeln traten am 19. Oktober zu insgesamt drei Vorläufen an. Die jeweils besten zwei Teams und die nachfolgend beiden Zeitschnellsten qualifizierten sich für das Finale am 20. Oktober.

Zeitplan

19. Oktober, 16.40 Uhr: Vorläufe
20. Oktober, 16.00 Uhr: Finale[2]

Anmerkung: Alle Zeiten sind Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6)

Die für die nächste Runde direkt qualifizierten Staffeln sind hellblau, die über die Zeit qualifizierten Staffeln hellgrün unterlegt.

Vorläufe

Datum: 19. Oktober 1968, ab 16.40 Uhr[3]

Vorlauf 1

Platz Staffel Besetzung Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Vince Matthews
Ron Freeman
Larry James
Lee Evans
3:00,7 min 3:00,71 min ORe
2 Kenia
 Kenia
Daniel Rudisha
Munyoro Nyamau
Naftali Bon
Charles Asati
3:00,8 min 3:00,84 min
3 ItalienItalien Italien Sergio Ottolina
Giacomo Puosi
Furio Fusi
Sergio Bello
3:04,8 min 3:04,93 min
4 Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
Hartmut Schwabe
Dieter Fromm
Wolfgang Müller
Michael Zerbes
3:06,9 min 3:07,00 min
5 Dominikanische Republik
 Dominikanische Republik
Rolando Gómez
José L’Oficial
Radhames Mora
David Soriano
3:19,4 min 3:19,42 min
DNS MalaysiaMalaysia Malaysia

Vorlauf 2

Platz Staffel Besetzung Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Polen 1944
 Polen
Stanisław Grędziński
Jan Balachowski
Jan Werner
Andrzej Badeński
3:03,0 min 3:03,02 min
2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien Martin Winbolt-Lewis
Colin Campbell
David Hemery
John Sherwood
3:03,6 min 3:03,67 min
3 NigeriaNigeria Nigeria Mamman Makama
David Ejoke
Musa Dogon Yaro
Anthony Egwunyenga
3:05,7 min 3:05,78 min
4 SenegalSenegal Senegal Amadou Gakou
Daour M’Baye
Papa M’Baye N’Diaye
Mamadou Sarr
3:06,9 min 3:06,94 min
DNS Jamaika
 Jamaika
BelgienBelgien Belgien

Vorlauf 3

Platz Staffel Besetzung Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Deutschland BR
 BR Deutschland
Helmar Müller
Manfred Kinder
Gerhard Hennige
Martin Jellinghaus
3:03,8 min 3:03,90 min
2 Trinidad und Tobago
 Trinidad und Tobago
George Simon
Euric Bobb
Benedict Cayenne
Edwin Roberts
3:04,5 min 3:04,55 min
3 FrankreichFrankreich Frankreich Jean-Claude Nallet
Jacques Carette
Gilles Bertould
Jean-Pierre Boccardo
3:04,6 min 3:04,69 min
4 Kuba
 Kuba
Carlos Martínez
Eddy Téllez
Miguel Oliveira
Rodobaldo Díaz
3:05,2 min 3:05,28 min
5 Venezuela 1954
 Venezuela
Víctor Patíñez
Raúl Dome
Víctor Maldonado Flores
José Jacinto Hidalgo
3:07,6 min 3:07,65 min
6 MexikoMexiko Mexiko Melesio Piña
Salvador Medina
Carlos Castro
Francisco Sardo
3:08,1 min 3:08,19 min
7 KanadaKanada Kanada Ross MacKenzie
Brian MacLaren
Bill Crothers
Wes Brooker
3:09,6 min 3:09,70 min

Finale

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Vince Matthews
Ron Freeman
Larry James
Lee Evans
2:56,1 min 2:56,16 min WR
2 Kenia
 Kenia
Charles Asati
Munyoro Nyamau
Naftali Bon
Daniel Rudisha
2:59,6 min 2:59,64 min
3 Deutschland BR
 BR Deutschland
Helmar Müller
Manfred Kinder
Gerhard Hennige
Martin Jellinghaus
3:00,5 min 3:00,57 min
4 Polen 1944
 Polen
Stanisław Grędziński
Jan Balachowski
Jan Werner
Andrzej Badeński
3:00,5 min 3:00,58 min
5 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien Martin Winbolt-Lewis
Colin Campbell
David Hemery
John Sherwood
3:01,2 min 3:01,21 min
6 Trinidad und Tobago
 Trinidad und Tobago
George Simon
Euric Bobb
Benedict Cayenne
Edwin Roberts
3:04,5 min 3:04,54 min
7 ItalienItalien Italien Sergio Ottolina
Giacomo Puosi
Furio Fusi
Sergio Bello
3:04,6 min 3:04,64 min
8 FrankreichFrankreich Frankreich Jean-Claude Nallet
Jacques Carette
Gilles Bertould
Jean-Pierre Boccardo
3:07,5 min 3:07,51 min

Datum: 20. Oktober 1968, 16.00 Uhr[3]

Klarer Favorit war die Staffel der USA, die mit ihren drei Medaillengewinnern aus dem 400-m-Einzelrennen antrat. Schon im Vorlauf stellte dieses Team den bestehenden Olympischen Rekord ein.
Im Finale wurde die erste Runde überraschend deutlich von den Kenianern dominiert, Charles Asati brachte sein Team mit vier Metern Vorsprung vor den US-Amerikanern in Führung. Anschließend lief Ronald Freeman die schnellste Zeit aller Staffelläufer überhaupt und legte damit den Grundstein für den Erfolg der US-Staffel. Die Mannschaft gewann in der Höhenluft von Mexiko-Stadt das Rennen mit mehr als dreißig Metern Vorsprung. Dabei verbesserte das Team den aktuellen Weltrekord gleich um 3,5 Sekunden. Dieser Rekord wurde erst im Jahre 1992 unterboten und war damit der Weltrekord von Mexiko-Stadt, der am längsten Bestand hatte. Die Staffel Kenias kam hinter den US-Amerikanern mit 2:59,6 min auf den zweiten Platz. Damit blieb Kenia als zweites Land überhaupt in dieser Disziplin unter der 3-Minuten-Marke. Um die Bronzemedaille gab es ein spannendes Duell zwischen der BR Deutschland und Polen. Der deutsche Schlussläufer Martin Jellinghaus lag bei Staffelübergabe eine Zehntelsekunde hinter den Briten auf Platz vier und hatte versucht, den Kenianer Daniel Rudisha vom Silberrang noch abzufangen, sich dabei jedoch etwas verausgabt, sodass der Pole Andrzej Badeński ihn auf der Ziellinie fast noch überholt hätte. Erst das Zielfoto machte deutlich, dass Jellinghaus mit einer Hundertstelsekunde vor Badeński Dritter war. Beide Staffeln liefen mit 3:00,5 min neuen Europarekord.[4]

Im zwölften olympischen Finale gab es den neunten US-Sieg. Dieser war der vierte in Folge.
Kenia und die BR Deutschland gewannen ihre ersten Medaillen in dieser Disziplin.

Zwischenzeiten und Einzellaufzeiten – inoffiziell:

  • Wechsel 1 – 44,6 Kenia (Asati) / 45,0 USA (Matthews) / 46,1 Trinidad/Tobago (Simon) / 46,2 Großbrit. (Winbolt-Lewis) / 46,4 BR Deutschl. (H. Müller) / 46,4 Italien (Ottolina) / 46,6 Frankreich (Nallet) / 46,8 Polen (Grędziński)
  • Wechsel 2 – 1:28,2 USA (Freeman 43,2) / 1:30,1 KEN (Nyamau 45,5) / 1:31,1 FRG (Kinder 44,7) / 1:31,1 GBR (Campbell 44,9) / 1:31,5 POL (Balachowski 44,7) / 1:32,2 ITA (Puosi 45,8) / 1:32,4 FRA (Carette 45,8) / 1:33,5 TTO (Bobb 46,7)
  • Wechsel 3 – 2:12,0 USA (James 43,8) / 2:15,2 KEN (Bon 45,1) / 2:15,7 GBR (Hemery 44,6) / 2:15,8 FRG (Hennige 44,7) / 2:16,0 POL (Werner 44,5) / 2:18,7 TTO (Cayenne 45,9) / 2:18,7 ITA (Fusi 46,5) / 2:19,5 FRA (Bertould 47,1)
  • Ziel – 2:56,1 USA (Evans 44,1) / 2:59,6 KEN (Rudisha 44,4) / 3:00,5 FRG (Jellinghaus 44,7) / 3:00,5 POL (Badeński 44,5) / 3:01,2 GBR (Sherwood 45,5) / 3:04,5 TTO (Roberts 45,8) / 3:04,6 ITA (Bello 45,9) / 3:07,5 FRA (Boccardo 48,0)[5]

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 377f

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 562 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 7. November 2017
  2. Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1968 S. 11, engl./frz. (PDF), abgerufen am 7. November 2017
  3. a b Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1968 S. 525, engl./frz. (PDF), abgerufen am 7. November 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 7. November 2017
  5. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 295
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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – 4 × 400 m (Männer)
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