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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – Hammerwurf (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Hammerwurf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 22 Athleten aus 12 Ländern
Wettkampfort Estadio Olímpico Universitario
Wettkampfphase 16. Oktober 1968 (Qualifikation)
17. Oktober 1968 (Finale)
Medaillengewinner
Gyula Zsivótzky (Ungarn 1957
 HUN)
Romuald Klim (Sowjetunion 1955
 URS)
Lázár Lovász (Ungarn 1957
 HUN)

Der Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 16. und 17. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. 22 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der Ungar Gyula Zsivótzky. Er gewann vor Romuald Klim aus der Sowjetunion und Lázár Lovász, wie Zsivótzky ebenfalls aus Ungarn.

Für die BR Deutschland – offiziell Deutschland – traten Hans Fahsl, Lutz Caspers und Uwe Beyer an. Caspers und Beyer scheiterten in der Qualifikation, Fahsl erreichte das Finale und wurde dort Elfter.

Die DDR – offiziell Ostdeutschland – wurde durch Helmuth Baumann und Reinhard Theimer vertreten, die beide das Finale erreichten. Theimer wurde Siebter, Baumann Achter.

Der Schweizer Ernst Ammann schied in der Qualifikation aus.

Athleten aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 73,76 m Gyula Zsivótzky (Ungarn 1957
 Ungarn)
Budapest, Ungarn 14. September 1968[1]
Olympischer Rekord 69,74 m Romuald Klim (Sowjetunion 1955
 Sowjetunion)
Finale von Tokio, Japan 18. Oktober 1964

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athleten traten am 16. Oktober zu einer Qualifikationsrunde an, die in zwei Gruppen absolviert wurde. Die besten zwölf Starter qualifizierten sich für das Finale. Die Qualifikationsweite für das direkte Erreichen des Finales am 17. Oktober lautete 66,00 m. Dort hatte jeder Teilnehmer zunächst drei Versuche. Erstmals konnten die acht besten – und nicht wie bis 1964 sechs besten – Athleten dann drei weitere Versuche absolvieren.

Zeitplan

16. Oktober, 10.00 Uhr: Qualifikation

17. Oktober, 15.00 Uhr: Finale[2]

Anmerkung: Alle Zeiten sind Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6)

Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt.

Qualifikation

Datum: 16. Oktober 1968, ab 10.00 Uhr[3]

Gruppe A

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Gyula Zsivótzky Ungarn 1957
 Ungarn
72,60 m OR - - 72,60 m OR
2 Lázár Lovász Ungarn 1957
 Ungarn
68,96 m - - 68,96 m
3 Helmuth Baumann Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
68,24 m - - 68,24 m
4 Reinhard Theimer Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
65,78 m 68,12 m - 68,12 m
5 Hans Fahsl Deutschland BR
 BR Deutschland
65,80 m 67,90 m - 67,90 m
6 Takeo Sugawara JapanJapan Japan 67,76 m - - 67,76 m
7 Gennadi Kondraschow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
67,56 m - - 67,56 m
8 Edward Burke Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 67,36 m - - 67,36 m
9 Romuald Klim Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
66,82 m - - 66,82 m
10 Anatoli Schtschupljakow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
64,78 m 66,56 m - 66,56 m
11 Uwe Beyer Deutschland BR
 BR Deutschland
65,02 m 64,88 m 65,44 m 65,44 m

Gruppe B

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Sándor Eckschmiedt Ungarn 1957
 Ungarn
68,60 m - - 68,60 m
2 Howard Payne Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 65,52 m 64,80 m 68,06 m 68,06 m
3 Yoshihisa Ishida JapanJapan Japan 67,16 m - - 67,16 m
4 Albert Hall Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x 65,70 m 58,28 m 65,70 m
5 Lutz Caspers Deutschland BR
 BR Deutschland
x 65,54 m 64,70 m 65,54 m
6 Hal Connolly Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x x 65,00 m 65,00 m
7 José Luis Martínez Spanien 1945
 Spanien
60,60 m 63,40 m 62,84 m 63,40 m
8 Ernst Ammann SchweizSchweiz Schweiz x 61,48 m 62,40 m 62,40 m
9 Praveen Kumar IndienIndien Indien x 59,80 m 60,84 m 60,84 m
10 Gustavo Morales Nicaragua 1908
 Nicaragua
x 43,88 m 45,76 m 45,76 m
11 Carlos Hasbún El Salvador
 El Salvador
x 37,02 m 37,46 m 37,46 m

Finale

Datum: 16. Oktober 1968, 15.00 Uhr[3]

Topfavoriten waren die Gold- und Silbermedaillengewinner von 1964, Romuald Klim aus der UdSSR und der Ungar Gyula Zsivótzky. Als Weltjahresbester reiste der bundesdeutsche Werfer Uwe Beyer an, der 1964 hinter Klim und Zsivótzky Bronze gewonnen hatte. Dass die Entwicklung im Hammerwurf weitergegangen war, zeigte Weltrekordler Zsivótzky: schon in der Qualifikation warf er einen neuen Olympiarekord, während Klim die notwendige Weite von 66,00 m gerade mal um 82 cm übertroffen hatte. Ganz schlecht ging der Ausscheidungswettkampf für Beyer aus. Er konnte sich nicht für das Finale qualifizieren und blieb mehr als fünf Meter hinter seiner Jahresbestleistung zurück.

Im ersten Finaldurchgang übernahm der Zsivótzky mit zwei Zentimetern Vorsprung die Führung vor Klim. Im zweiten Versuch konnte der Ungar sich zwar noch einmal leicht verbessern, doch in Runde drei übernahm Klim mit neuem Olympiarekord die Spitzenposition und baute diese im vierten Versuch noch weiter aus. Gleich im folgenden fünften Versuch konterte Zsivótzky mit einem weiteren Olympiarekord, dem vierten in diesem Wettkampf. Damit war der Kampf um Gold und Silber entschieden. Bronze ging an Zsivótzkys Landsmann Lovász, der die gleiche Weite wie der Japaner Sugawara geworfen hatte. Zur Entscheidung wurde die zweitbeste Weite herangezogen. Hier lag Lovász mit 69,38 m um 32 Zentimeter besser als Sugawara mit 69,06 m.[4]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Gyula Zsivótzky Ungarn 1957
 Ungarn
72,26 m 72,46 m 72,54 m x 73,36 m OR 72,22 m 73,36 m OR
2 Romuald Klim Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
72,24 m 68,96 m 72,82 m OR 73,28 m OR 71,16 m 71,64 m 73,28 m
3 Lázár Lovász Ungarn 1957
 Ungarn
64,76 m x 69,78 m x 69,38 m x 69,78 m
4 Takeo Sugawara JapanJapan Japan 67,24 m 68,12 m x 69,06 m 69,78 m 61,40 m 69,78 m
5 Sándor Eckschmiedt Ungarn 1957
 Ungarn
67,84 m 68,50 m 69,46 m x 67,64 m 68,08 m 69,46 m
6 Gennadi Kondraschow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
69,08 m 67,00 m 68,64 m 67,10 m 67,98 m 67,70 m 69,08 m
7 Reinhard Theimer Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
68,82 m x 66,16 m 68,84 m 67,86 m 63,54 m 68,84 m
8 Helmuth Baumann Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
65,94 m 66,98 m 68,26 m x 63,76 m x 68,26 m
9 Anatoli Schtschupljakow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
67,58 m 67,74 m 66,90 m nicht im Finale der
besten acht Werfer
67,74 m
10 Howard Payne Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 65,98 m 67,62 m 66,58 m 67,62 m
11 Hans Fahsl Deutschland BR
 BR Deutschland
x 64,00 m 66,36 m 66,36 m
12 Edward Burke Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x 65,72 m 65,46 m 65,72 m
13 Yoshihisa Ishida JapanJapan Japan 65,04 m 63,72 m x 65,04 m

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 368–370

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 558 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 9. November 2017
  2. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1968 S. 10, engl./frz. (PDF), abgerufen am 9. November 2017
  3. a b Offizieller Report der Olympischen Spiele 1968 S. 530, engl./frz. (PDF), abgerufen am 9. November 2017
  4. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 368f
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