Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – 110 m Hürden (Männer) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – 110 m Hürden (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 110-Meter-Hürdenlauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 39 Athleten aus 27 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München
Wettkampfphase 3. September 1972 (Vorläufe)
4. September 1972 (Halbfinale)
7. September 1972 (Finale)
Medaillengewinner
Rod Milburn (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Guy Drut (FrankreichFrankreich FRA)
Thomas Hill (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)

Der 110-Meter-Hürdenlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 3., 4. und 7. September 1972 im Münchner Olympiastadion ausgetragen. 39 Athleten nahmen daran teil.

Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Rod Milburn, der im Finale einen neuen Weltrekord lief. Er gewann vor dem Franzosen Guy Drut und Thomas Hill aus den USA.

Für die Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland – starteten Eckart Berkes, Günther Nickel und Manfred Schumann, der später bei den Winterspielen von Innsbruck 1976 eine Silber- und eine Bronzemedaille im Bobfahren gewann. Berkes und Schumann schieden im Vorlauf aus, Nickel im Halbfinale.
Die DDR wurde durch Frank Siebeck vertreten, der im Finale auf Platz fünf einlief.
Der Schweizer Beat Pfister schied in der Vorrunde aus.
Läufer aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 13,2 s Martin Lauer (Deutschland BR
 BR Deutschland)
Zürich, Schweiz 7. Juli 1959
Lee Calhoun (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) Bern, Schweiz 21. August 1960
Earl McCullouch (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) Minneapolis, USA 16. Juli 1967
Willie Davenport (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) Zürich, Schweiz 4. Juli 1969[1]
Olympischer Rekord 13,5 s Ervin Hall (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA) Halbfinale von Mexiko-Stadt, Mexiko 16. Oktober 1968
Willie Davenport (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) Finale von Mexiko-Stadt, Mexiko 17. Oktober 1968

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athleten traten am 3. September zu insgesamt fünf Vorläufen an. Die jeweils drei Laufbesten sowie der nachfolgend Zeitschnellste erreichten das Halbfinale am 4. September. Hier qualifizierten sich die vier Laufbesten für das Finale, das am 7. September stattfand.

Zeitplan

3. September, 10.00 Uhr: Vorläufe
4. September, 14.30 Uhr: Halbfinale
7. September, 16.00 Uhr: Finale[2]

Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die übrigen hellgrün unterlegt.

Vorrunde

Datum: 3. September 1972, ab 10.00 Uhr[3]

Vorlauf 1

Wind: +0,4 m/s

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Frank Siebeck Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 13,83 s
2 Willie Davenport Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 13,97 s
3 Leszek Wodzyński Polen 1944
 Polen
14,03 s
4 Eckart Berkes Deutschland BR
 BR Deutschland
14,14 s
5 Adeola Aboyade-Cole NigeriaNigeria Nigeria 14,16 s
6 Arnaldo Bristol Puerto Rico
 Puerto Rico
14,61 s
7 Ishtiaq Mubarak MalaysiaMalaysia Malaysia 14,78 s
8 Muhammad Ahmed Bashir PakistanPakistan Pakistan 15,38 s

Vorlauf 2

Wind: −1,6 m/s

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Thomas Hill Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 13,62 s
2 Berwyn Price Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 13,94 s
3 Günther Nickel Deutschland BR
 BR Deutschland
13,95 s
4 Mirosław Wodzyński Polen 1944
 Polen
14,02 s
5 Wiktor Mjasnikow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
14,13 s
6 Bo Forssander SchwedenSchweden Schweden 14,56 s
7 Alberto Matos PortugalPortugal Portugal 14,74 s
8 Lee Chung-ping TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan 14,98 s

Vorlauf 3

Wind: −0,7 m/s

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Rod Milburn Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 13,57 s
2 Lubomír Nádeníček Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
13,93 s
3 Richard McDonald KanadaKanada Kanada 14,36 s
4 Danny Smith Bahamas 1964
 Bahamas
14,46 s
5 Jesper Tørring DanemarkDänemark Dänemark 14,50 s
6 Mal Baird AustralienAustralien Australien 14,55 s
7 Simbara Maki ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste 14,59 s
DSQ Giuseppe Buttari ItalienItalien Italien

Vorlauf 4

Wind: +0,4 m/s

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Marco Acerbi ItalienItalien Italien 13,99 s
2 Marek Jóźwik Polen 1944
 Polen
14,06 s
3 Alan Pascoe Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 14,08 s
4 Abdoulaye Sarr SenegalSenegal Senegal 14,12 s
5 Manfred Schumann Deutschland BR
 BR Deutschland
14,13 s
6 Beat Pfister SchweizSchweiz Schweiz 14,33 s
7 Moreldin Mohamed Hamdi SudanSudan Sudan 15,80 s
DNF Alejandro Casañas KubaKuba Kuba

Vorlauf 5

Wind: +0,7 m/s

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Guy Drut FrankreichFrankreich Frankreich 13,78 s
2 Sergio Liani ItalienItalien Italien 13,95 s
3 Petr Čech Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
14,04 s
4 Godfrey Murray JamaikaJamaika Jamaika 14,16 s
5 Loránd Milassin Ungarn 1957
 Ungarn
14,21 s
6 David Wilson Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 14,31 s
7 Tony Nelson KanadaKanada Kanada 14,73 s

Halbfinale

Datum: 4. September 1972, ab 14.30 Uhr[4]

Lauf 1

Wind: +1,2 m/s

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Thomas Hill Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 13,47 s
2 Guy Drut FrankreichFrankreich Frankreich 13,49 s
3 Leszek Wodzyński Polen 1944
 Polen
13,81 s
4 Petr Čech Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
13,82 s
5 Sergio Liani ItalienItalien Italien 13,90 s
6 Richard McDonald KanadaKanada Kanada 14,22 s
7 Berwyn Price Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 14,37 s
8 Mirosław Wodzyński Polen 1944
 Polen
14,63 s

Lauf 2

Wind: 0,0 m/s

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Rod Milburn Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 13,44 s
2 Frank Siebeck Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 13,58 s
3 Willie Davenport Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 13,73 s
4 Lubomír Nádeníček Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
13,89 s
5 Marek Jóźwik Polen 1944
 Polen
14,06 s
6 Günther Nickel Deutschland BR
 BR Deutschland
14,23 s
7 Alan Pascoe Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 14,24 s
8 Marco Acerbi ItalienItalien Italien 14,45 s

Finale

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Rod Milburn Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 13,24 s WR
2 Guy Drut FrankreichFrankreich Frankreich 13,34 s
3 Thomas Hill Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 13,48 s
4 Willie Davenport Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 13,50 s
5 Frank Siebeck Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 13,71 s
6 Leszek Wodzyński Polen 1944
 Polen
13,72 s
7 Lubomír Nádeníček Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
13,76 s
8 Petr Čech Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
13,86 s

Datum: 7. September 1972, 16.00 Uhr[4]

Wind: +0,3 m/s

Der US-Läufer Rod Milburn war der Topfavorit. Der US-Meister war bis zur Olympiaausscheidung seit 1971 unbesiegt und hatte in 27 aufeinanderfolgenden Finals gewonnen. Bei den US Trials jedoch qualifizierte er sich nur knapp für München – auf Platz drei hinter Thomas Hill und Willie Davenport.[5]

Das Finale gewann der hier wieder erstarkte Rod Milburn mit dem ersten offiziellen elektronisch gestoppten Weltrekord in dieser Disziplin. Der Olympiasieger von 1968, Willie Davenport, lag bis zur achten Hürde auf Silbermedaillenkurs, wurde jedoch vom Franzosen Guy Drut und seinem Landsmann Thomas Hill abgefangen.[6]

Die handgestoppten Rekorde wurden noch bis Ende 1976 in den offiziellen Listen geführt. Danach hatte Rod Milburn den bestehenden Weltrekord mit 13,2 s eingestellt. Er war der fünfte Hürdensprinter, der diese Zeit erreichte.[7]

Im 17. olympischen Finale errang Rod Milburn den 15. US-Sieg. Es war der neunte Erfolg für die USA in Folge und zusammen mit Thomas Hills Bronzemedaille die insgesamt 39. von 50 Medaillen – 1896 hatte es keinen dritten Platz gegeben.

Guy Drut war der erste französische Medaillengewinner in dieser Disziplin.

Literatur

Einzelnachweise

  1. IAAF Weltrekorde. 110 m Hürden Männer auf rekorde-im-sport.de, abgerufen am 22. November 2017
  2. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 43, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 22. November 2017
  3. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 53, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 22. November 2017
  4. a b Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 54, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 22. November 2017
  5. Richard Hymans (ATFS): History of the Olympic Trials, S. 157 (engl.), abgerufen am 22. November 2017
  6. SportsReference (engl.), abgerufen am 22. November 2017
  7. IAAF-Weltrekorde der Leichtathletik, abgerufen am 22. November 2017
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