Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 3000-Meter-Hindernislauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 49 Athleten aus 29 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München
Wettkampfphase 1. September 1972 (Vorläufe)
4. September 1972 (Finale)
Medaillengewinner
Kipchoge Keino (Kenia
 KEN)
Ben Jipcho (Kenia
 KEN)
Tapio Kantanen (FinnlandFinnland FIN)

Der 3000-Meter-Hindernislauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 1. und 4. September 1972 im Münchner Olympiastadion ausgetragen. 49 Athleten nahmen daran teil.

Olympiasieger wurde der Kenianer Kipchoge Keino vor seinem Landsmann Ben Jipcho. Bronze gewann der Finne Tapio Kantanen.

Für die Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland – starteten Willi Maier, Willi Wagner und Hans-Dieter Schulten, die alle in den Vorläufen ausschieden.
Auch die Schweizer Toni Feldmann, Hans Menet und Georges Kaiser schieden in der Vorrunde aus.
Läufer aus der DDR, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 8:22,0 min Kerry O’Brien (AustralienAustralien Australien) Berlin, BR Deutschland 4. Juli 1970[1]
Olympischer Rekord 8:30,8 min Gaston Roelants (BelgienBelgien Belgien) Finale von Tokio, Japan 17. Oktober 1964

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athleten traten am 1. September zu insgesamt vier Vorläufen an. Die jeweils vier Laufbesten qualifizierten sich für das Finale, das am 4. September stattfand.

Zeitplan

1. September, 16.30 Uhr: Vorläufe

4. September, 16.40 Uhr: Finale[2]

Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt.

Vorrunde

Datum: 1. September ab 16.30 1972, Uhr[3]

Vorlauf 1

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Tapio Kantanen FinnlandFinnland Finnland 8:24,8 min OR
2 Kipchoge Keino Kenia
 Kenia
8:27,6 min
3 Takaharu Koyama Japan 1870
 Japan
8:29,8 min
4 Gheorghe Cefan Rumänien 1965
 Rumänien
8:33,8 min
5 Andy Holden Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:33,8 min
6 Toni Feldmann SchweizSchweiz Schweiz 8:35,8 min
7 Steve Savage Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:39,0 min
8 Gérard Buchheit FrankreichFrankreich Frankreich 8:41,2 min
9 Filbert Bayi TansaniaTansania Tansania 8:41,4 min
10 Vitus Ashaba UgandaUganda Uganda 8:45,0 min
11 Tadeusz Zieliński Polen 1944
 Polen
8:49,8 min
12 Wigmar Pedersen DanemarkDänemark Dänemark 9:03,0 min

Vorlauf 2

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Ben Jipcho Kenia
 Kenia
8:31,6 min
2 Mikko Ala-Leppilampi FinnlandFinnland Finnland 8:31,8 min
3 Michail Schelew Bulgarien 1967
 Bulgarien
8:35,8 min
4 Willi Maier Deutschland BR
 BR Deutschland
8:37,6 min
5 Akira Takeuchi Japan 1870
 Japan
8:40,4 min
6 Sergei Skripka Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
8:41,4 min
7 Jan Voje NorwegenNorwegen Norwegen 8:42,0 min
8 Hans Menet SchweizSchweiz Schweiz 8:45,4 min
9 Eddie Leddy IrlandIrland Irland 8:47,4 min
10 Kazimierz Maranda Polen 1944
 Polen
8:50,4 min
11 Esau Adenji Kamerun 1961
 Kamerun
9:34,4 min
DNF Kerry O’Brien AustralienAustralien Australien

Vorlauf 3

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Pekka Päivärinta FinnlandFinnland Finnland 8:29,0 min
2 Romualdas Bitė Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
8:30,2 min
3 Jean-Paul Villain FrankreichFrankreich Frankreich 8:30,4 min
4 Josef Horčic Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
8:30,6 min
5 Anders Gärderud SchwedenSchweden Schweden 8:30,8 min
6 Willi Wagner Deutschland BR
 BR Deutschland
8:34,0 min
7 Paul Thijs BelgienBelgien Belgien 8:35,0 min
8 John Bicourt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:38,8 min
9 Doug Brown Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:41,2 min
10 Panagiotis Nakopoulos Griechenland 1970
 Griechenland
8:48,4 min
11 Yohannes Mohamed Athiopien 1941
 Äthiopien
8:52,6 min
12 Robert Hackman GhanaGhana Ghana 8:57,6 min

Vorlauf 4

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Amos Biwott Kenia
 Kenia
8:23,8 min OR
2 Bronisław Malinowski Polen 1944
 Polen
8:28,2 min
3 Dušan Moravčík Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
8:33,4 min
4 Steve Hollings Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:35,0 min
5 Franco Fava ItalienItalien Italien 8:35,0 min
6 Hans-Dieter Schulten Deutschland BR
 BR Deutschland
8:39,8 min
7 Boualem Rahoui AlgerienAlgerien Algerien 8:41,0 min
8 Spyridon Kontosoros Griechenland 1970
 Griechenland
8:41,0 min
9 Georges Kaiser SchweizSchweiz Schweiz 8:45,4 min
10 Mike Manley Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:50,4 min
11 Sverre Sørnes NorwegenNorwegen Norwegen 8:54,8 min
12 Usaia Sotutu FidschiFidschi Fidschi 9:12,0 min
13 Julio Quevedo GuatemalaGuatemala Guatemala 9:28,4 min

Finale

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Kipchoge Keino Kenia
 Kenia
8:23,6 min OR
2 Ben Jipcho Kenia
 Kenia
8:24,6 min
3 Tapio Kantanen FinnlandFinnland Finnland 8:24,8 min
4 Bronisław Malinowski Polen 1944
 Polen
8:28,0 min
5 Dušan Moravčík Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
8:29,2 min
6 Amos Biwott Kenia
 Kenia
8:33,6 min
7 Romualdas Bitė Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
8:34,6 min
8 Pekka Päivärinta FinnlandFinnland Finnland 8:37,2 min
9 Takaharu Koyama Japan 1870
 Japan
8:37,8 min
10 Mikko Ala-Leppilampi FinnlandFinnland Finnland 8:41,0 min
11 Jean-Paul Villain FrankreichFrankreich Frankreich 8:46,8 min
12 Michail Schelew Bulgarien 1967
 Bulgarien
9:02,6 min

Datum: 4. September 16.40 1972, Uhr[4]

Als Favoriten galten der Franzose Jean-Paul Villain, Europameister von 1971, der Weltrekordler Kerry O’Brien, Australien, sowie die drei Kenianer Amos Biwott, Olympiasieger von 1968, Kipchoge Keino, u. a. Olympiasieger von 1968 über 1500 Meter, und Ben Jipcho. Hinzu kam nach seinem olympischen Rekord im ersten Vorlauf noch der Finne Tapio Kantanen. Aus diesem Favoritenkreis konnte sich O’Brien nicht für das Finale qualifizieren, er musste seinen Vorlauf abbrechen.

Das Finalrennen wurde nicht besonders zügig angegangen. Die ersten 1000 Meter wurden in 2:54 Minuten durchlaufen, der zweite 1000-Meter-Abschnitt war mit 3:00 Minuten noch langsamer. An der Spitze lag der Pole Bronislaw Malinowski, der jetzt das Tempo forcierte und zwei Runden vor Schluss eine kleine Lücke zu seinen Konkurrenten herauslief. Das Feld wurde weit auseinandergezogen. Auf der vorletzten Runde hatte sich mit Malinowski, den drei Kenianern, dem Finnen Kantanen sowie dem Tschechoslowaken Dušan Moravčík eine Spitzengruppe aus sechs Läufern gebildet. Eingangs der letzten Runde übernahm Keino die Spitze, dahinter lag Jipcho. Überraschend war Biwott hier bereits etwas zurückgefallen. Keinos langgezogenen Spurt konnten jetzt nur noch Jipcho und Kantanen folgen. Aber schon in der Zielkurve löste sich Kipchoge Keino von seinen letzten Verfolgern und lief dem Olympiasieg entgegen. Um die Silbermedaille gab es einen Zweikampf mit knappem Ausgang. Ben Jipcho wurde schließlich Zweiter und Bronze ging zwei Zehntelsekunden dahinter an Tapio Kantanen. Bronisław Malinowski wurde Vierter, Dušan Moravčík Fünfter. Kipchoge Keino legte die letzten 1000 Meter in schnellen 2:38 Minuten zurück und verbesserte Amos Biwotts olympischen Rekord aus dem vierten Vorlauf um zwei Zehntelsekunden.[5]

Kipchoge Keino und Ben Jipcho liefen zum zweiten kenianischen Doppelerfolg in Folge in diesem Wettbewerb.

Literatur

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 553 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 43, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 23. November 2017
  3. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 54f, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 23. November 2017
  4. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 55, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 23. November 2017
  5. SportsReference (engl.), abgerufen am 23. November 2017
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