Olympische Sommerspiele 1988/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1988/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 3000-Meter-Hindernislauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 32 Athleten aus 24 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Seoul
Wettkampfphase 26. September 1988 (Vorrunde)
28. September 1988 (Halbfinale)
30. September 1988 (Finale)
Medaillengewinner
Julius Kariuki (Kenia
 KEN)
Peter Koech (Kenia
 KEN)
Mark Rowland (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)

Der 3000-Meter-Hindernislauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul wurde am 26., 28. und 30. September 1988 im Olympiastadion Seoul ausgetragen. 32 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der Kenianer Julius Kariuki. Er gewann vor seinem Landsmann Peter Koech und dem Briten Mark Rowland.

Für die Bundesrepublik Deutschland ging Jens Volkmann an den Start, der im Halbfinale ausschied.
Der für die DDR startende Hagen Melzer erreichte das Finale und belegte dort Platz zehn.
Läufer aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle Titelträger

Olympiasieger 1984 Julius Korir (Kenia
 Kenia)
8:11,80 min Los Angeles 1984
Weltmeister 1987 Francesco Panetta (ItalienItalien Italien) 8:08,57 min Rom 1987
Europameister 1986 Hagen Melzer (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR) 8:16,65 min Stuttgart 1986
Panamerikanischer Meister 1987 Adauto Domingues (Brasilien 1968
 Brasilien)
8:23,26 min Indianapolis 1987
Zentralamerika und Karibik-Meister 1987 Juan Ramón Conde (KubaKuba Kuba) 8:42,38 min Caracas 1987
Südamerika-Meister 1987 Emilio Ulloa (ChileChile Chile) 8:51,41 min São Paulo 1987
Asienmeister 1987 Masashi Otokita (JapanJapan Japan) 9:04,21 min Singapur 1987
Afrikameister 1988 Azzedine Brahmi (AlgerienAlgerien Algerien) 8:26,56 min Annaba 1988

Bestehende Rekorde

Weltrekord 8:05,4 min Henry Rono (Kenia
 Kenia)
Seattle, USA 13. Mai 1978[1]
Olympischer Rekord 8:08,02 min Anders Gärderud (SchwedenSchweden Schweden) Finale von Montreal, Kanada 28. Juli 1976

Vorrunde

Datum: 26. September 1988[2]

Die Athleten traten zu insgesamt drei Vorläufen an. Für das Halbfinale qualifizierten sich pro Lauf die ersten sieben Athleten. Darüber hinaus kamen die nachfolgend fünf Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Vorlauf 1

Der Niederländer Johannes Koeleman erreichte das Halbfinale und schied dort als Achter seines Laufs aus
Der Niederländer Johannes Koeleman erreichte das Halbfinale und schied dort als Achter seines Laufs aus
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Raymond Pannier FrankreichFrankreich Frankreich 8:30,94 min
2 Mark Rowland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:31,40 min
3 Peter Koech Kenia
 Kenia
8:31,66 min
4 Alessandro Lambruschini ItalienItalien Italien 8:32,59 min
5 Adauto Domingues Brasilien 1968
 Brasilien
8:32,77 min
6 Henry Marsh Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:33,89 min
7 Johannes Koeleman NiederlandeNiederlande Niederlande 8:35,20 min
8 Héctor Begeo Philippinen 1986
 Philippinen
8:46,60 min
9 Ramón López Paraguay 1988
 Paraguay
8:56,06 min
10 Davendra Prakash Singh FidschiFidschi Fidschi 9:23,50 min
DSQ Abdelaziz Sahere MarokkoMarokko Marokko

Vorlauf 2

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Francesco Panetta ItalienItalien Italien 8:29,75 min
2 Julius Kariuki Kenia
 Kenia
8:33,42 min
3 Azzedine Brahmi AlgerienAlgerien Algerien 8:35,59 min
4 Brian Diemer Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:38,40 min
5 Edison Wedderburn Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:38,90 min
6 Bogusław Mamiński PolenPolen Polen 8:45,72 min
7 Graeme Fell KanadaKanada Kanada 8:51,25 min
8 Cha Han-sik Korea SudSüdkorea Südkorea 8:59,82 min
9 Ikaji Salom TansaniaTansania Tansania 9:10,36 min
DNF Emilio Ulloa ChileChile Chile
DNS Bela Vago Ungarn 1957
 Ungarn

Vorlauf 3

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Patrick Sang Kenia
 Kenia
8:36,11 min
2 Jens Volkmann Deutschland BR
 BR Deutschland
8:36,37 min
3 Hagen Melzer Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 8:36,45 min
4 Brian Abshire Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:36,56 min
5 William Van Dijck BelgienBelgien Belgien 8:36,80 min
6 Bruno Le Stum FrankreichFrankreich Frankreich 8:36,95 min
7 Fethi Baccouche TunesienTunesien Tunesien 8:38,67 min
8 Roger Hackney Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:39,30 min
9 Brendan Quinn IrlandIrland Irland 8:40,87 min
10 Mohamed Barak Al-Dosari Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 8:45,25 min
11 Abdullah Al-Doseri Bahrain 1972
 Bahrain
9:10,85 min

Halbfinale

Datum: 28. September 1988[3]

Für das Finale qualifizierten sich pro Lauf die ersten fünf Athleten. Darüber hinaus kamen die nachfolgend drei Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Lauf 1

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 William Van Dijck BelgienBelgien Belgien 8:15,63 min
2 Peter Koech Kenia
 Kenia
8:15,68 min
3 Hagen Melzer Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 8:16,27 min
4 Patrick Sang Kenia
 Kenia
8:16,70 min
5 Francesco Panetta ItalienItalien Italien 8:17,23 min
6 Bogusław Mamiński PolenPolen Polen 8:18,28 min
7 Henry Marsh Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:18,94 min
8 Johannes Koeleman NiederlandeNiederlande Niederlande 8:21,86 min
9 Bruno Le Stum FrankreichFrankreich Frankreich 8:26,69 min
10 Edison Wedderburn Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:28,62 min
11 Adauto Domingues Brasilien 1968
 Brasilien
8:35,05 min
12 Héctor Begeo Philippinen 1986
 Philippinen
8:35,09 min
DNF Roger Hackney Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien

Lauf 2

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Azzedine Brahmi AlgerienAlgerien Algerien 8:16,54 min
2 Alessandro Lambruschini ItalienItalien Italien 8:16,92 min
3 Mark Rowland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:18,31 min
4 Julius Kariuki Kenia
 Kenia
8:18,53 min
5 Raymond Pannier FrankreichFrankreich Frankreich 8:19,39 min
6 Graeme Fell KanadaKanada Kanada 8:19,99 min
7 Brian Diemer Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:23,89 min
8 Jens Volkmann Deutschland BR
 BR Deutschland
8:25,19 min
9 Brian Abshire Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:27,78 min
10 Fethi Baccouche TunesienTunesien Tunesien 8:31,36 min
11 Brendan Quinn IrlandIrland Irland 8:43,34 min
12 Mohamed Barak Al-Dosari Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 8:44,22 min
13 Ramón López Paraguay 1988
 Paraguay
8:52,62 min

Finale

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Julius Kariuki Kenia
 Kenia
8:05,51 min OR
2 Peter Koech Kenia
 Kenia
8:06,79 min
3 Mark Rowland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 8:07,96 min
4 Alessandro Lambruschini ItalienItalien Italien 8:12,17 min
5 William Van Dijck BelgienBelgien Belgien 8:13,99 min
6 Henry Marsh Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 8:14,39 min
7 Patrick Sang Kenia
 Kenia
8:15,22 min
8 Bogusław Mamiński PolenPolen Polen 8:15,97 min
9 Francesco Panetta ItalienItalien Italien 8:17,79 min
10 Hagen Melzer Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 8:19,82 min
11 Graeme Fell KanadaKanada Kanada 8:21,73 min
12 Raymond Pannier FrankreichFrankreich Frankreich 8:23,80 min
13 Azzedine Brahmi AlgerienAlgerien Algerien 8:26,68 min

Datum: 30. September 1988[3]

Für das Finale hatte sich das Trio der Kenianer sowie ein Duo aus Italien qualifiziert. Komplettiert wurde das Starterfeld durch je einen Teilnehmer aus Großbritannien, der DDR, den USA, Algerien, Belgien, Frankreich, Kanada und Polen.

Als Favoriten galten die drei Kenianer Peter Koech, Julius Kariuki und Patrick Sang sowie der italienische Weltmeister Francesco Panetta.

Im Finalrennen übernahm Panetta von Anfang an die Führungsposition und legte ein hohes weltrekordreifes Tempo vor. Die 1000-Meter-Durchgangszeit betrug 2:42,51 min. Das Feld war noch einigermaßen zusammen, aber bedingt durch das schnelle Tempo schon etwas auseinandergezogen. Es gab kaum Positionskämpfe. An zweiter Stelle lief der Belgier William Van Dijck, hinter ihm die beiden Kenianer Kariuki und Koech sowie Europameister Hagen Melzer aus der DDR. Nach 1500 Metern fiel Melzer zurück, nun war der Brite Mark Rowland Fünfter. Die 2000-Meter-Zwischenzeit lautete 5:27,88 min, es war nur geringfügig langsamer geworden. Panetta an der Spitze konnte nun allerdings das hohe Tempo nicht mehr ganz halten. Vorne hatte sich eine siebenköpfige Führungsgruppe gebildet, die sich jetzt etwas zusammenschob. Zwei Runden vor dem Ziel übernahm Kariuki die Initiative und zog an Panetta vorbei, Koech folgte ihm sofort. Der Italiener war am Ende seiner Kräfte und wurde durch das Feld bis auf den neunten Platz durchgereicht. Rowland war nun Dritter. Hinter ihm entstand eine Lücke, die drei Läufer vorne setzten sich weiter ab. In der letzten Runde verschärfte Kariuki, seine Verfolger konnten sein Spurttempo nicht mitgehen. Auch zwischen Koech und Rowland gab es nun eine Lücke, die Medaillen waren schon zu Beginn der Zielgeraden so gut wie verteilt. Julius Kariuki lief zum Olympiasieg und verpasste den zehn Jahre alten Weltrekord seines Landsmannes Henry Rono um nur elf Hundertstelsekunden. Mehr als eine Sekunde nach Kariuki kam Koech als Zweiter ins Ziel. Die Bronzemedaille gewann Mark Rowland. Mit über viereinhalb Sekunden Rückstand folgte der Italiener Alessandro Lambruschini als Vierter vor William Van Dijck und dem US-Amerikaner Henry Marsh.

Julius Korir gewann die vierte Goldmedaille für Kenia in dieser Disziplin. Damit schloss Kenia zu Finnland auf, das zwischen 1924 und 1936 vier Olympiasiege hatte verbuchen können. Sowohl finnische als auch kenianische Läufer hatten bislang drei Silbermedaillen gewonnen. Nur durch zwei Bronzemedaillen lagen die Finnen in der Medaillenwertung dieser Disziplin noch vor Kenia.

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Peking 2015 Seite 674 (engl.), abgerufen am 24. Januar 2018
  2. Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Seoul Band zwei, Teil zwei, Resultate Leichtathletik: S. 230f, englisch/französisch (PDF, 25.64 MB), abgerufen am 24. Januar 2018
  3. a b Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Seoul Band zwei, Teil zwei, Resultate Leichtathletik: S. 231, englisch/französisch (PDF, 25.64 MB), abgerufen am 24. Januar 2018
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Olympische Sommerspiele 1988/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer)
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