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Olympische Sommerspiele 1988/Leichtathletik – Speerwurf (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Speerwurf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 38 Athleten aus 22 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Seoul
Wettkampfphase 24. September 1988 (Qualifikation)
25. September 1988 (Finale)
Medaillengewinner
Tapio Korjus (FinnlandFinnland FIN)
Jan Železný (Tschechoslowakei
 TCH)
Seppo Räty (FinnlandFinnland FIN)

Der Speerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul wurde am 24. und 25. September 1988 in zwei Runden im Olympiastadion Seoul ausgetragen. 38 Athleten nahmen teil.

Erstmals wurde bei diesen Olympischen Spielen ein 1986 modifizierter Speer mit einem nach vorne verlagerten Schwerpunkt eingesetzt. Die beiden Hauptgründe dafür lagen in den immer größeren erzielten Weiten und in der Messproblematik, die durch den flachen Auftreffwinkel der alten Speermodelle entstand. Oft gab es keine oder eine nur schwer erkennbare Marke, die der Speer beim Auftreffen hinterließ, was die Weitenmessung häufig sehr schwierig oder den Wurf manchmal sogar ungültig machte. Durch den beim neuen Speer nach vorne verlagerten Schwerpunkt wurden beide Probleme behoben.[1]

Olympiasieger wurde der Finne Tapio Korjus. Er gewann vor dem Tschechoslowaken Jan Železný und Seppo Räty, wie Korjus aus Finnland.

Klaus Tafelmeier ging für die Bundesrepublik Deutschland an den Start. Er erreichte das Finale und belegte Rang vier.
Für die DDR nahmen Detlef Michel, Silvio Warsönke und Gerald Weiß teil. Michel und Warsönke scheiterten in der Qualifikation. Weiß erreichte das Finale und wurde Sechster.
Der Schweizer Rudolf Steiner konnte sich nicht für das Finale qualifizieren.
Athleten aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle Titelträger

Olympiasieger 1984 Arto Härkönen (FinnlandFinnland Finnland) 86,76 m Weite erzielt mit altem Speermodell Los Angeles 1984
Weltmeister 1987 Seppo Räty (FinnlandFinnland Finnland) 83,54 m Rom 1987
Europameister 1986 Klaus Tafelmeier (Deutschland BR
 BR Deutschland)
84,76 m Stuttgart 1986
Panamerikanischer Meister 1987 Duncan Atwood (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) 78,68 m Indianapolis 1987
Zentralamerika und Karibik-Meister 1987 Luis Lucumí (KolumbienKolumbien Kolumbien) 72,46 m Caracas 1987
Südamerika-Meister 1987 Nivalde Beje Filho (Brasilien 1968
 Brasilien)
64,46 m São Paulo 1987
Asienmeister 1987 Takahiro Yamada (JapanJapan Japan) 72,62 m Singapur 1987
Afrikameister 1988 Justin Arop (UgandaUganda Uganda) 74,52 m Annaba 1988

Bestehende Rekorde

Weltrekord 87,66 m Jan Železný (Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei)
Nitra, Tschechoslowakei (heute Slowakei) 31. Mai 1987[2]
Olympischer Rekord Bei diesen Spielen erstmals neuer Speer eingesetzt, deshalb alter Rekord nicht mehr gültig

Anmerkung zu den Rekorden und dem neuen Speer:

1986 wurde ein neues Wurfgerät eingeführt, dessen Schwerpunkt weiter vorne lag. Die damit erzielten Weiten waren geringer, deshalb wurden alle früheren Rekorde ungültig.

Der letzte Weltrekord mit dem alten Speer lag bei 104,80 m und wurde am 20. Juli 1984 von Uwe Hohn (DDR) in Ost-Berlin aufgestellt.

Mit 94,58 m erzielte der Ungar Miklós Németh am 26. Juli 1976 in Montreal den letzten Olympiarekord mit dem alten Speer.

Qualifikation

Datum: 24. September 1988[3]

Für die Qualifikation wurden die Athleten in zwei Gruppen gelost. Die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug betrug 79,00 m. Da genau zwölf Werfer diese Weite übertrafen, (hellblau unterlegt), wurde das Finalfeld nicht weiter aufgefüllt.

Gruppe A

DDR-Werfer Silvio Warsönke wurde Siebter seiner Qualifikationsgruppe und schied damit aus
DDR-Werfer Silvio Warsönke wurde Siebter seiner Qualifikationsgruppe und schied damit aus
Detlef Michel aus der DDR belegte Platz neun in seiner Qualifikationsgruppe und konnte sich nicht für das Finale qualifizieren
Detlef Michel aus der DDR belegte Platz neun in seiner Qualifikationsgruppe und konnte sich nicht für das Finale qualifizieren

In dieser Gruppe wurden die ersten Olympiarekorde mit dem neuen Speer aufgestellt. Der erste Werfer, der Finne Seppo Räty, erzielte 76,76 m. Die erste Verbesserung gelang dem Japaner Kazuhiro Mizoguchi auf 77,44 m. Anschließend warf der Schwede Peter Borglund 78,66 m. Dem Tschechoslowaken Jan Železný gelang schließlich eine Weite von 85,90 m. Dieser Wert wurde während der Spiele in Seoul nicht mehr übertroffen, weder in der anderen Qualifikationsgruppe, noch im Finale, und blieb damit als olympischer Speerwurfrekord bis zu den nächsten Olympischen Spielen 1992 in Barcelona bestehen.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Jan Železný Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
85,90 m OR - - 85,90 m OR mit dem neuen Speer
2 Seppo Räty FinnlandFinnland Finnland 76,76 m 77,70 m 81,62 m 81,62 m
3 Wladimir Owtschinnikow SowjetunionSowjetunion Sowjetunion x 77,68 m 80,26 m 80,26 m
4 Kimmo Kinnunen FinnlandFinnland Finnland 77,22 m 80,24 m - 80,24 m
5 Gerald Weiß Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 78,20 m 74,80 m 80,22 m 80,22 m
6 Peter Borglund SchwedenSchweden Schweden 78,66 m 73,76 m 80,16 m 80,16 m
7 Sejad Krdžalić Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 72,40 m 78,06 m 79,90 m 79,90 m
8 Einar Vilhjálmsson IslandIsland Island 78,46 m 75,64 m 78,92 m 78,92 m
9 Tom Petranoff Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 71,42 m 75,04 m 77,48 m 77,48 m
10 Kazuhiro Mizoguchi JapanJapan Japan 77,44 m x 77,46 m 77,46 m
11 Rudolf Steiner SchweizSchweiz Schweiz 76,02 m 67,56 m x 76,02 m
12 Roald Bradstock Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 75,96 m 73,66 m 72,60 m 75,96 m
13 Brian Crouser Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 72,66 m 72,64 m 72,72 m 72,72 m
14 Charlus Bertimon FrankreichFrankreich Frankreich 70,84 m 70,58 m 70,48 m 70,84 m
15 Michael Mahovlich KanadaKanada Kanada x 69,44 m 67,32 m 69,44 m
16 Stéphane Laporte FrankreichFrankreich Frankreich 63,66 m x 69,40 m 69,40 m
17 Zakayo Malekwa TansaniaTansania Tansania x 67,14 m 67,56 m 67,56 m
18 Ghanem Mabrouk Zaid Johar KuwaitKuwait Kuwait 62,88 m 63,50 m 65,84 m 65,84 m
19 Paul Hurlston Cayman Islands 1958
 Cayman Islands
x 62,34 m 61,78 m 62,34 m

Gruppe B

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Tapio Korjus FinnlandFinnland Finnland 76,42 m 78,26 m 81,42 m 81,42 m
2 David Ottley Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 80,98 m - - 80,98 m
3 Klaus Tafelmeier Deutschland BR
 BR Deutschland
77,98 m 75,08 m 80,52 m 80,52 m
4 Dag Wennlund SchwedenSchweden Schweden x 79,66 m - 79,66 m
5 Wiktor Jewsjukow SowjetunionSowjetunion Sowjetunion 71,18 m 79,26 m - 79,26 m
6 David Stephens Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 78,42 m 76,80 m 70,86 m 78,42 m
7 Silvio Warsönke Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 75,88 m 75,78 m 78,22 m 78,22 m
8 Lee Wook-jong Korea SudSüdkorea Südkorea x 67,96 m 78,10 m 78,10 m
9 Detlef Michel Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 73,54 m 77,68 m 77,70 m 77,70 m
10 Mick Hill Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 77,20 m 74,98 m 72,98 m 77,20 m
11 Masami Yoshida JapanJapan Japan 74,76 m 71,38 m 76,90 m 76,90 m
12 Terry McHugh IrlandIrland Irland 76,46 m 73,34 m 69,18 m 76,46 m
13 Pascal Lefèvre FrankreichFrankreich Frankreich 76,42 m 74,56 m 72,90 m 76,42 m
14 Zdeněk Nenadál Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
75,56 m 69,78 m 75,34 m 75,56 m
15 Sigurður Einarsson IslandIsland Island 69,18 m 72,90 m 75,52 m 75,52 m
16 Stephen Feraday KanadaKanada Kanada 68,78 m 66,22 m 73,32 m 73,32 m
17 Justin Arop UgandaUganda Uganda 67,54 m 69,10 m 67,68 m 69,10 m
18 Hafez El-Hussein SyrienSyrien Syrien 63,34 m 63,34 m 63,30 m 63,34 m
19 Abdul Azim Al-Aliwat Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 56,32 m 53,32 m 49,48 m 56,32 m

Finale

Datum: 25. September 1988[3]

Für das Finale hatten sich zwölf Athleten qualifiziert. Jeder von ihnen hatte die geforderte Qualifikationsweite übertroffen. Alle drei Teilnehmer aus Finnland waren im Finale dabei. Hinzu kamen jeweils zwei Werfer aus Schweden und der Sowjetunion. Komplettiert wurde das Teilnehmerfeld durch jeweils einen Starter aus der Bundesrepublik Deutschland, der DDR, Jugoslawien, der Tschechoslowakei und Großbritannien. Erstmals wurde bei Olympischen Spielen das neue Speermodell mit einem nach vorne verlagerten Schwerpunkt eingesetzt.

Zum Favoritenkreis gehörten vor allem der finnische Weltmeister Seppo Räty, der tschechoslowakische Weltrekordhalter Jan Železný, der amtierende Europameister Klaus Tafelmeier aus der Bundesrepublik Deutschland, erster Weltrekordler mit dem neuen Speer, und der sowjetische Vizeweltmeister Wiktor Jewsjukow, gleichzeitig EM-Dritter.

Die Führung in der ersten Runde übernahm der Finne Tapio Korjus mit 82,74 m. Auf Platz zwei lag Jewsjukow vor dem DDR-Werfer Gerald Weiß. Im zweiten Durchgang schloss Železný, der sich auf 82,32 m verbesserte, zu Jewsjukow auf. Dieser hatte exakt die gleiche Weite erzielt. Auch Weiß verbesserte sich auf nun 81,30 m, blieb aber auf Platz vier vor Tafelmeier. Mit 83,26 m übernahm Räty dann in Runde drei die Führung, die ihm Železný im darauf folgenden Durchgang mit 83,46 m wieder abnahm. Im fünften Versuch änderte sich nichts. Železný lag vor Räty, Korjus, Jewsjukow, Weiß und Tafelmeier. Im letzten Durchgang wurde das Klassement noch einmal durcheinandergewürfelt. Zunächst schob sich Tafelmeier mit 82,72 m an Weiß und Jewsjukow vorbei auf Platz vier. Räty konnte seine Weite nicht verbessern. Železný baute dann seine Führung auf 84,12 m aus, ehe Tapio Korjus mit seinem letzten Wurf 84,28 m erzielte und damit Olympiasieger wurde. Jan Železný gewann die Silbermedaille, Seppo Räty Bronze. Klaus Tafelmeier belegte Platz vier vor Wiktor Jewsjukow und Gerald Weiß. Jan Železnýs olympische Rekordweite von 85,90 m aus der Qualifikation wurde in diesem Finale nicht übertroffen und hatte Bestand bis zu den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona.

Tapio Korjus errang die insgesamt siebte Goldmedaille für Finnland im Speerwurf.

Jan Železný gewann die erste tschechoslowakische Medaille in dieser Disziplin.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Tapio Korjus FinnlandFinnland Finnland 82,74 m 76,26 m - - x 84,28 m 84,28 m
2 Jan Železný Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
x 82,32 m 81,60 m 83,46 m 77,88 m 84,12 m 84,12 m
3 Seppo Räty FinnlandFinnland Finnland 80,00 m 76,26 m 83,26 m 78,74 m 80,66 m 80,44 m 83,26 m
4 Klaus Tafelmeier Deutschland BR
 BR Deutschland
80,14 m 78,72 m 78,28 m x 77,76 m 82,72 m 82,72 m
5 Wiktor Jewsjukow SowjetunionSowjetunion Sowjetunion 81,42 m 82,32 m x 80,38 m 81,42 m 79,52 m 82,32 m
6 Gerald Weiß Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 80,66 m 81,30 m 79,94 m 77,26 m 77,80 m 78,28 m 81,30 m
7 Wladimir Owtschinnikow SowjetunionSowjetunion Sowjetunion 76,48 m 76,58 m 79,12 m x 77,32 m x 79,12 m
8 Dag Wennlund SchwedenSchweden Schweden 76,88 m 75,62 m 78,30 m x 76,60 m x 78,30 m
9 Peter Borglund SchwedenSchweden Schweden 78,16 m 78,22 m 74,76 m nicht im Finale der
besten acht Werfer
78,22 m
10 Kimmo Kinnunen FinnlandFinnland Finnland 75,62 m 77,78 m 78,04 m 78,04 m
11 David Ottley Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 74,52 m 75,70 m 76,96 m 76,96 m
12 Sejad Krdžalić Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 72,12 m 73,28 m x 73,28 m
DDR-Werfer Gerald Weiß belegte im Finale den sechsten Platz
DDR-Werfer Gerald Weiß belegte im Finale den sechsten Platz

Video

Einzelnachweise

  1. Dr. Jürgen Schiffer: "Why did the senior javelin specification have to be changed?" - Artikel in IAAF/New Studies in athletics 3/4.00 (engl.), abgerufen am 29. Januar 2018
  2. IAAF Statistics Handbook, Peking 2015 Seite 680 (engl.), abgerufen am 29. Januar 2018
  3. a b Offizieller Report zu den Olympischen Spielen in Seoul Band zwei, Teil zwei, Resultate Leichtathletik: S. 245, englisch/französisch (PDF, 25,64 MB), abgerufen am 29. Januar 2018
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Olympische Sommerspiele 1988/Leichtathletik – Speerwurf (Männer)
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