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Olympische Sommerspiele 1996/Leichtathletik – 10 km Gehen (Frauen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 10-km-Gehen
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 44 Athletinnen aus 25 Ländern
Wettkampfort Centennial Olympic Stadium
(Start und Ziel)
Wettkampfphase 29. Juli 1996
Medaillengewinnerinnen
Jelena Nikolajewa (RusslandRussland RUS)
Elisabetta Perrone (ItalienItalien ITA)
Wang Yan (China VolksrepublikVolksrepublik China CHN)

Das 10-km-Gehen der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta wurde am 29. Juli 1996 ausgetragen. 44 Athletinnen nahmen an der zweiten und letzten Ausführung dieser Distanz bei Olympischen Spielen teil, 38 erreichten das Ziel. Ab 2000 in Sydney wurde die Distanz für die Geherinnen auf 20 Kilometer verlängert und damit der Streckenlänge der kürzeren Distanz für die Männer angeglichen.

Olympiasiegerin wurde die Russin Jelena Nikolajewa. Sie gewann vor der Italienerin Elisabetta Perrone und der Chinesin Wang Yan.

Für Deutschland starteten Kathrin Boyde und Beate Gummelt. Gummelt wurde disqualifiziert, Boyde kam als Fünfzehnte ins Ziel.
Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle Titelträgerinnen

Olympiasiegerin 1992 Chen Yueling (China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China) 44:32 min Barcelona 1992
Weltmeisterin 1995 Irina Stankina (RusslandRussland Russland) 42:13 min Göteborg 1995
Europameisterin 1994 Sari Essayah (FinnlandFinnland Finnland) 42:37 min Helsinki 1994
Panamerikanische Meisterin 1995 María Graciela Mendoza (MexikoMexiko Mexiko) 46:31,93 min10.000-Meter-Bahngehen Mar del Plata 1995
Zentralamerika und Karibik-Meisterin 1995 Francisca Martínez (MexikoMexiko Mexiko) 47:37 min Guatemala-Stadt 1995
Südamerika-Meisterin 1995 Geovana Irusta (BolivienBolivien Bolivien) 47:57 min São Paulo 1995
Asienmeisterin 1995 Feng Haixia (China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China) 45:58,76 min10.000-Meter-Bahngehen Jakarta 1995
Afrikameisterin 1996 Dounia Kara (AlgerienAlgerien Algerien) 23:15,8 min – 5000-Meter-Bahngehen Yaoundé 1996
Ozeanienmeisterin 1994 Monique Greenoff-Gaffney (AustralienAustralien Australien) 57:09 min Auckland 1994

Bestehende Rekorde

Weltbestzeit 41:56,2 min Nadeschda Rjaschkina (Sowjetunion 1955
 Sowjetunion)
Seattle, USA 24. Juli 1990[1]
Olympischer Rekord 44:32 min Chen Yueling (China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China) 10-km-Gehen von Barcelona, Spanien 3. August 1992

Anmerkung: Weltrekorde werden im Straßengehen wegen der unterschiedlichen Streckenbeschaffenheiten nicht geführt.

Streckenführung

Der Startpunkt lag im Centennial Olympic Stadium, in dem zunächst anderthalb Runden zurückzulegen waren. Anschließend führte der Weg aus dem Stadion heraus und unterquerte auf der Georgia Avenue den Interstate 85. Gleich danach bog die Strecke nach links auf die Central Avenue ab. Hier begann ein Rundkurs von einem Kilometer Länge, der achtmal zu absolvieren war. Nach Abschluss der letzten Runde führte die Strecke wieder zurück zum Stadion, wo das Ziel lag.[2]

Ausgangssituation

Favoritin war die russische Weltmeisterin Irina Stankina. Aber sie hatte starke Konkurrentinnen, dies waren vor allem drei Geherinnen: die italienische Vizeweltmeisterin Elisabetta Perrone, Stankinas Landsfrau Jelena Nikolajewa als WM-Dritte von 1995, EM-Dritte von 1994 und Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele 1992, sowie die finnische Europameisterin Sari Essayah, auch WM-Vierte. Zudem war mit chinesischen Geherinnen zu rechnen, die bei Olympischen Spielen stark auftrumpfen konnten, ohne vorher besonders auf sich aufmerksam gemacht zu haben.

Wettbewerbsverlauf

29. Juli 1996, Start um 8:30 Uhr, Ortszeit Atlanta (UTC−5)[3]

Im Anfangsteil übernahm Beate Gummelt, früher bekannt unter ihrem Namen Beate Anders, die Führung vor einer neunköpfigen Spitzengruppe, in der sich außer Essayah alle Favoritinnen befanden. Der Rückstand der Finnin betrug anfangs allerdings nur drei Sekunden. Zusammen mit Nikolajewa ergriff Stankina nach dem zweiten Kilometer die Initiative und die beiden setzten sich ein wenig von ihren Gegnerinnen ab. Das Tempo wurde nun noch höher und war äußerst schnell. Perrone, Gummelt und die Italienerin Rossella Giordano folgten mit fünf Sekunden Rückstand. Doch schon nach sechs Kilometern wurde Stankina disqualifiziert. Gummelt fiel im weiteren Verlauf zurück und musste dann nach Kilometer acht ebenfalls eine Disqualifikation hinnehmen. Jelena Nikolajewa war nun alleine vorn und ging unangefochten zum Olympiasieg. Dabei verbesserte sie den olympischen Rekord um 2:43 min und unterbot auch die bestehende Weltbestzeit um siebzehn Sekunden. Hinter ihr errang Elisabetta Perrone mit einem Rückstand von 23 Sekunden die Silbermedaille. Sieben Sekunden hinter Perrone erreichte die Chinesin Wang Yan als Dritte das Ziel. Sie hatte sich von Position sieben bei Kilometer vier vorbei an zwei vor ihr liegenden Gegnerinnen immer weiter nach vorne gearbeitet und sicherte sich so die Bronzemedaille vor ihrer Landsfrau Gu Yan und Rossella Giordano.

Zwischenzeiten
Zwischenzeit-
marke
Zwischenzeit Führende 2-km-Zeit
2 km 8:39 min Beate Gummelt in neunköpfiger Spitzengruppe 8:39 min
4 km 16:49 min Nikolajewa / Stankina – 5 s vor Perrone / Gummelt / Giordano 8:10 min
6 km 25:00 min Jelena Nikolajewa – 19 s vor Elisabetta Perrone 8:11 min
8 km 33:24 min Jelena Nikolajewa – 27 s vor Elisabetta Perrone 8:24 min
10 km 41:49 min Jelena Nikolajewa – 23 s vor Elisabetta Perrone 8:25 min

Ergebnis

Die Portugiesin Susana Feitor belegte Rang dreizehn
Die Portugiesin Susana Feitor belegte Rang dreizehn
Beate Gummelt aus Deutschland wurde disqualifiziert
Beate Gummelt aus Deutschland wurde disqualifiziert
Platz Athletin Land Zeit (min) Anmerkung
01 Jelena Nikolajewa RusslandRussland Russland 41:49 WBL / OR
02 Elisabetta Perrone ItalienItalien Italien 42:12
03 Wang Yan China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 42:19
04 Gu Yan China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 42:34
05 Rossella Giordano ItalienItalien Italien 42:43
06 Wolha Kardapolzawa Weissrussland 1995
 Weißrussland
43:02
07 Katarzyna Radtke PolenPolen Polen 43:05
08 Waljanzina Zybulskaja Weissrussland 1995
 Weißrussland
43:21
09 Mária Rosza-Urbanik UngarnUngarn Ungarn 43:32
10 Jelena Grussinowa RusslandRussland Russland 43:50
11 Annarita Sidoti ItalienItalien Italien 43:57
12 Kerry Saxby-Junna AustralienAustralien Australien 43:59
13 Susana Feitor PortugalPortugal Portugal 44:24
14 Michelle Rohl Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 44:29
15 Kathrin Boyde DeutschlandDeutschland Deutschland 44:50
16 Sari Essayah FinnlandFinnland Finnland 45:02
17 Natallja Misjulja Weissrussland 1995
 Weißrussland
45:11
18 María Graciela Mendoza MexikoMexiko Mexiko 45:13
19 Anne Manning AustralienAustralien Australien 45:27
20 Debbi Lawrence Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 45:32
21 Swetlana Tolstaja KasachstanKasachstan Kasachstan 45:35
22 Anita Liepiņa LettlandLettland Lettland 45:35
23 Deirdre Gallagher IrlandIrland Irland 45:47
24 Annastasia Raj MalaysiaMalaysia Malaysia 45:47
25 Janice McCaffrey KanadaKanada Kanada 45:47
26 Jane Saville AustralienAustralien Australien 45:56
27 Anikó Szebenszky UngarnUngarn Ungarn 45:57
28 María Vasco SpanienSpanien Spanien 46:09
29 Norica Câmpean RumänienRumänien Rumänien 46:19
30 Tatjana Ragossina UkraineUkraine Ukraine 46:25
31 Nathalie Fortain FrankreichFrankreich Frankreich 46:43
32 Tina Poitras KanadaKanada Kanada 46:51
33 Victoria Lupton Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 47:05
34 Geovana Irusta BolivienBolivien Bolivien 47:13
35 Maja Sassonowa KasachstanKasachstan Kasachstan 47:33
36 Valérie Nadaud FrankreichFrankreich Frankreich 47:49
37 Sonata Milušauskaitė Litauen 1989
 Litauen
48:05
38 Kada Delić Bosnien und Herzegowina 1992
 Bosnien und Herzegowina
48:47
DNF Encarna Granados SpanienSpanien Spanien
DSQ Gao Hongmiao China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China
Beate Gummelt DeutschlandDeutschland Deutschland
Victoria Herazo Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
Yuka Mitsumori JapanJapan Japan
Irina Stankina RusslandRussland Russland

Literatur

  • Gerd Rubenbauer (Hrsg.), Olympische Sommerspiele Atlanta 1996 mit Berichten von Britta Kruse, Johannes Ebert, Andreas Schmidt und Ernst Christian Schütt, Kommentare: Gerd Rubenbauer und Hans Schwarz, Chronik Verlag im Bertelsmann Verlag, Gütersloh / München 1996, S. 49

Video

Einzelnachweise

  1. Weltrekorde Frauen (Memento des Originals vom 20. Februar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bergfieber.de auf bergfieber.de, abgerufen am 14. März 2018
  2. Streckenkurs auf runscore.com, Anlage WN 11 (engl.) (Memento des Originals vom 26. September 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/runscore.com, abgerufen am 14. März 2018
  3. Offizieller Report, Teil III zu den Olympischen Spielen in Atlanta (Memento des Originals vom 7. Oktober 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org, S. 105, englisch/französisch (PDF, 13.520 MB), abgerufen am 14. März 2018
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