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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – Kugelstoßen (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin Kugelstoßen
Geschlecht Männer
Teilnehmer 39 Athleten aus 26 Ländern
Wettkampfort Antikes Stadion von Olympia
Wettkampfphase 18. August 2004 (Qualifikation und Finale)
Medaillengewinner
Adam Nelson (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Joachim Olsen (DanemarkDänemark DEN)
Manuel Martínez (SpanienSpanien ESP)

Das Kugelstoßen der Männer bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 18. August 2004 im antiken Stadion von Olympia ausgetragen. 39 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Adam Nelson. Er gewann vor dem Dänen Joachim Olsen und dem Spanier Manuel Martínez.

Mit Ralf Bartels, Peter Sack und Detlef Bock gingen drei deutsche Teilnehmer an den Start. Während Bartels im Finale Rang sieben belegte, schieden Sack und Bock in der Qualifikation aus.
Athleten aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmern.

Aktuelle Titelträger

Olympiasieger 2000 Arsi Harju (FinnlandFinnland Finnland) 21,29 m Sydney 2000
Weltmeister 2003 Andrej Michnewitsch (RusslandRussland Russland) 21,69 m Paris 2003
Europameister 2002 Jurij Bilonoh (UkraineUkraine Ukraine) 21,37 m München 2002
Panamerikanischer Meister 2003 Reese Hoffa (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) 20,95 m Santo Domingo 2003[1]
Zentralamerika und Karibik-Meister 2003 Yojer Medina (Venezuela
 Venezuela)
19,12 m St. George’s 2003[2]
Südamerika-Meister 2003 Marco Antonio Verni (Chile
 Chile)
20,23 m Barquisimeto 2003[3]
Asienmeister 2003 Bilal Saad Mubarak (KatarKatar Katar) 19,41 m Manila 2003[4]
Afrikameister 2004 Janus Robberts (SudafrikaSüdafrika Südafrika) 21,02 m Brazzaville 2004[5]
Ozeanienmeister 2002 Chris Mene (Samoa
 Samoa)
14,22 m Christchurch 2002[6]

Bestehende Rekorde

Weltrekord 23,12 m Randy Barnes (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) Los Angeles, USA 20. Mai 1990[7]
Olympischer Rekord 22,52 m Ryan Crouser (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten) Finale von Rio de Janeiro, Brasilien 18. August 2016

Anmerkungen:

  • Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen.
  • Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.

Qualifikation

18. August 2004, 10:00 Uhr

Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug betrug 20,40 m. Da nur sechs Athleten diese Weite erreichten (hellblau unterlegt), wurde das Finalfeld mit den nächstbesten Sportlern beider Gruppen auf zwölf Teilnehmer aufgefüllt (hellgrün unterlegt). Für die Teilnahme waren schließlich 20,04 m zu stoßen.

Gruppe A

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Adam Nelson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x 21,15 21,15
2 Ralf Bartels DeutschlandDeutschland Deutschland 20,65 20,65
DOP Jurij Bilonoh UkraineUkraine Ukraine 20,61 20,61 Ergebnis nachträglich dopingbedingt aberkannt[8]
4 Justin Anlezark AustralienAustralien Australien 18,53 20,45 20,45
5 Andrej Michnewitsch WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 20,10 20,11 20,09 20,11
6 Petr Stehlík TschechienTschechien Tschechien x 19,74 20,06 20,06
7 Rutger Smith NiederlandeNiederlande Niederlande 19,02 19,28 19,69 19,69
8 Gheorghe Guset RumänienRumänien Rumänien 19,42 19,26 19,68 19,68
9 Iwan Juschikow RusslandRussland Russland 19,15 19,42 19,67 19,67
10 Reese Hoffa Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 19,88 x 19,40 19,40
11 Pawel Tschumatschenko RusslandRussland Russland 19,17 19,38 x 19,38
13 Iwan Emilianow Moldau RepublikRepublik Moldau Moldau 18,83 18,92 19,25 19,25
13 Taavi Peetre EstlandEstland Estland 19,14 18,97 x 19,14
14 Antonin Zalsky TschechienTschechien Tschechien 18,93 19,09 x 19,09
15 Nedžad Mulabegović KroatienKroatien Kroatien x 18,86 19,07 19,07
16 Detlef Bock DeutschlandDeutschland Deutschland 18,40 18,89 x 18,89
17 Roman Wirastjuk UkraineUkraine Ukraine 18,12 18,40 18,52 18,52
18 Galin Kostadinov BulgarienBulgarien Bulgarien 17,75 17,51 17,47 17,75
ogV Marco Antonio Verni ItalienItalien Italien x x x ohne Weite
Bahadur Singh IndienIndien Indien x x x

Gruppe B

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Joachim Olsen DanemarkDänemark Dänemark 20,78 20,78
2 John Godina Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 19,73 20,53 20,53
3 Manuel Martínez SpanienSpanien Spanien 19,15 19,54 20,37 20,37
4 Mikuláš Konopka SlowakeiSlowakei Slowakei 20,32 20,20 x 20,32
5 Juri Below UkraineUkraine Ukraine x x 20,06 20,06
6 Miran Vodovnik SlowenienSlowenien Slowenien 19,83 20,04 x 20,04
7 Tepa Reinikainen FinnlandFinnland Finnland 18,27 19,71 19,74 19,74 wäre nach Bilonohs Disqualifikation im Finale teilnahmeberechtigt gewesen
8 Pawel Lyschin WeissrusslandWeißrussland Weißrussland x x 19,60 19,60
9 Tomasz Majewski PolenPolen Polen 19,55 19,07 x 19,55
10 Ville Tiisanoja FinnlandFinnland Finnland 19,28 19,50 x 19,50
11 Bradley Snyder KanadaKanada Kanada 19,36 19,46 x 19,46
13 Janus Robberts SudafrikaSüdafrika Südafrika 19,41 x x 19,41
13 Zsolt Biber UngarnUngarn Ungarn 19,31 x x 19,46
14 Peter Sack DeutschlandDeutschland Deutschland 19,09 17,91 x 19,09
15 Khalid Habash Al-Suwaidi KatarKatar Katar x x 19,04 19,04
16 Pawel Sofjin RusslandRussland Russland 18,78 19,02 x 19,02
17 Dragan Perić SerbienSerbien Serbien 18,91 18,79 18,74 18,91
18 Burger Lambrechts SudafrikaSüdafrika Südafrika 18,67 18,63 x 18,67
19 Edis Elkasević KroatienKroatien Kroatien 17,54 18,44 x 18,44

Finale

18. August 2004, 17:30 Uhr

Für das Finale hatten sich zwölf Athleten qualifiziert, sechs von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere sechs über ihre Platzierungen. Vertreten waren zwei US-Amerikaner und zwei Weißrussen sowie je ein Teilnehmer aus Australien, Dänemark, Deutschland, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und der Ukraine.

Zu den Favoriten für diesen Wettbewerb gehörten vor allem der amtierende Weltmeister Andrej Michnewitsch aus Weißrussland, der Weltmeister von 2001 John Godina aus den Vereinigten Staaten, sein Landsmann, der zweifache Vizeweltmeister Adam Nelson, sowie der ukrainische Europameister und WM-Dritte von 2003 Jurij Bilonoh, der im Dezember 2012 nachträglich des Dopingvergehens bei diesem Wettbewerb überführt und disqualifiziert wurde.[8] In der weiteren Beschreibung finden seine Versuche deshalb keine Erwähnung. Das bedeutet aber auch, dass die unten beschriebenen Platzierungen und Medaillenränge zum Zeitpunkt des Wettkampfabschlusses allesamt nicht wie beschrieben gewertet waren, was für die Betroffenen mit entsprechenden Enttäuschungen und anderen Konsequenzen verbunden war. Die Richtigstellung erfolgte ja erst nach mehr als acht Jahren.

Es gab eine Reihe weiterer Athleten, die zu einem erweiterten Kreis von Anwärtern auf vordere Platzierungen zählten. U. a. waren dies der dänische Vizeeuropameister Joachim Olsen, der deutsche EM-Dritte und WM-Fünfte Ralf Bartels sowie der spanische WM-Vierte von 2001 Manuel Martínez.

Im Finale blieben nicht zum ersten Mal bei Olympischen Spielen die ganz großen Leistungen aus. Zunächst übernahm Nelson mit einem Stoß von 21,16 m die Führung. Hinter ihm lagen Martínez mit 20,70 m und Olsen mit 20,47 m. In Durchgang zwei verbesserte Olsen sich um einen Zentimeter, fiel aber dennoch um einen Platz zurück, denn Michnewitsch schob sich mit seinen 20,51 m auf Rang drei vor. In Runde drei konterte der Däne. Mit 21,07 m zog er auch an Martínez vorbei und war jetzt Zweiter. Der Spanier verbesserte sich in den nächsten beiden Runden bis auf 20,84 m, blieb damit aber weiterhin auf Platz drei. Michnewitsch kam mit seinen 20,60 m im fünften Versuch etwas näher heran. Er war damit immer noch Vierter. Im letzten Durchgang gab es schließlich nur drei gültige Stöße. Zunächst war darunter auch der entscheidende Versuch für den Olympiasieg. Bilonoh verbesserte sich um einen Zentimeter auf 21,16 m und war damit zunächst Spitzenreiter – bis zu seiner Disqualifikation im Jahr 2012. Joachim Olsen gewann die Silbermedaille. Nur die beiden Erstplatzierten dieses Wettbewerbs übertrafen die 21-Meter-Marke. Manuel Martínez errang Bronze vor den beiden Weißrussen Andrej Michnewitsch und Juri Below. Der Australier Justin Anlezark kam auf Rang sechs, Ralf Bartels wurde Siebter.

Das Kugelstoßen war in Athen eine Disziplin mit einem ziemlich fragwürdigen Charakter hinsichtlich der Doping-Problematik. Zwei der teilnehmenden Athleten waren bei vergangenen Olympischen Spielen der Einnahme verbotener Substanzen überführt worden. Dabei handelte es sich um den Südafrikaner Burger Lambrechts – hier in der Qualifikation ausgeschieden – sowie um den Slowaken Mikuláš Konopka – hier im Finale Zehnter. Konopkas Landsmann Milan Haborák war bereits angereist zu den Spielen von Athen, durfte dann jedoch wegen Hormon-Dopings nicht teilnehmen und reiste wieder ab. Die deutschen Teilnehmer beklagten darüber hinaus, sie selber seien immer wieder kontrolliert worden während der Olympiasaison, was bei Athleten anderer Nationen allzu häufig nicht der Fall sei. Die beiden Weißrussen Andrej Michnewitsch – früher bereits einmal positiv getestet – und Juri Below sowie der Ukrainer Jurij Bilonoh hatten sich in den vorolympischen Monaten nur jeweils einmal in Wettbewerben gezeigt und waren für die restliche Zeit untergetaucht.[9]

Die Krone setzte dem Ganzen dann die Aberkennung der Goldmedaille wegen Dopings für den ursprünglich erstplatzierten Ukrainer Jurij Bilonoh am 5. Dezember 2013 auf.[8] Alle Teilnehmer rückten um einen Rang vor, sodass die oben beschriebene Reihenfolge zustande kam. Darüber hinaus hatte Bilonoh mit seinem Betrug dem Finnen Tepa Reinikainen den Finalplatz und dem US-Amerikaner Godina die Chance auf drei weitere Stöße im Finale der besten Acht genommen.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Adam Nelson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 21,16 x x x x x 21,16
2 Joachim Olsen DanemarkDänemark Dänemark 20,47 20,48 21,07 20,78 x x 21,07
3 Manuel Martínez SpanienSpanien Spanien 20,70 20,21 20,49 20,78 20,84 x 20,84
4 Andrej Michnewitsch WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 20,41 20,51 x x 20,60 x 20,60
5 Juri Below WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 20,34 20,33 x x x 19,88 20,34
6 Justin Anlezark AustralienAustralien Australien 20,07 x 20,31 x x x 20,31
7 Ralf Bartels DeutschlandDeutschland Deutschland 20,26 x x 20,07 x 20,00 20,26
8 John Godina Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x x 20,19 nicht im Finale der
besten acht Athleten
20,19 wäre wg. Bilonohs Disqualifik. im Finale d. besten Acht gewesen
9 Mikuláš Konopka SlowakeiSlowakei Slowakei x 19,92 19,91 19,92
10 Miran Vodovnik SlowenienSlowenien Slowenien 19,34 18,93 x 19,34
11 Petr Stehlík TschechienTschechien Tschechien 18,72 x 19,21 19,21
DOP Jurij Bilonoh UkraineUkraine Ukraine 21,15 21,15 21,07 x x 21,16 21,16
  • Goldmedaillengewinner Adam Nelson aus den USA im Jahre 2010
    Goldmedaillengewinner Adam Nelson aus den USA im Jahre 2010
  • Silbermedaillengewinner Joachim Olsen, Dänemark
    Silbermedaillengewinner Joachim Olsen, Dänemark
  • Der spanische Olympiadritte Manuel Martínez
    Der spanische Olympiadritte Manuel Martínez
  • Der Weißrusse Andrej Michnewitsch belegte im Finale Rang vier
    Der Weißrusse Andrej Michnewitsch belegte im Finale Rang vier
  • Der Deutsche Ralf Bartels wurde Olympiasiebter
    Der Deutsche Ralf Bartels wurde Olympiasiebter

Videos

Einzelnachweise

  1. Pan American Games auf gbrathletics.com, abgerufen am 30. April 2018
  2. Central American and Caribbean Championships (Men) auf gbrathletics.com, abgerufen am 30. April 2018
  3. South American Championships (Men) auf gbrathletics.com, abgerufen am 30. April 2018
  4. Asian Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 30. April 2018
  5. African Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 30. April 2018
  6. Oceania Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 30. April 2018
  7. IAAF Weltrekorde, Kugelstoßen Männer, abgerufen am 30. April 2018
  8. a b c IOC Media Relations Team: IOC disqualifies four medallists from Athens 2004 following further analysis of stored samples (Englisch) Internationales Olympisches Komitee. 5. Dezember 2012. Abgerufen am 30. April 2018.
  9. Athen 2004. Kugelstoßen in Olympia: Sünder-Disziplin im heiligen Hain. In: Mitteldeutsche Zeitung. 16. August 2004, abgerufen am 30. April 2018.
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