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Osterfestspiele Salzburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Große Festspielhaus in Salzburg
Das Große Festspielhaus in Salzburg

Die Osterfestspiele Salzburg wurden 1967 von Herbert von Karajan gegründet.[1] Sie umfassen alljährlich eine Opernproduktion und mehrere Konzerte. Das zehntägige Festival gilt als elitärstes Festival der Welt und ist organisatorisch und finanziell unabhängig von den Salzburger Festspielen, die jeweils zu Pfingsten und im Sommer veranstaltet werden.

Orchester

Berliner Philharmoniker (1967 bis 2012)

Ab 1967 bildeten die Berliner Philharmoniker unter der musikalischen Leitung ihres jeweiligen Chefdirigenten das künstlerische Zentrum des Festivals. Die Hauptspielstätte bildet das Große Festspielhaus in Salzburg, ergänzt um Veranstaltungen im Großen Saal der Stiftung Mozarteum sowie im republic. Die musikalische Leitung der Oper und der meisten Orchesterkonzerte hatte der jeweilige Chefdirigent der Berliner Philharmoniker inne, wobei für jeweils ein Konzert auch ein erstrangiger Gastdirigent eingeladen wurde.

Ab 1994 ergänzte die von Claudio Abbado gegründete Kammermusikreihe „Kontrapunkte“ das Programm,[2] bei der Mitglieder der Berliner Philharmoniker mit namhaften Solisten als Kammermusiker zu erleben waren. Die Osterfestspiele Salzburg waren der einzige Ort, an dem die Berliner Philharmoniker als Opernorchester zu hören waren (abgesehen von etwaigen Koproduktionen).

Auffällig ist die hohe finanzielle Eigendeckungsquote des Festivals: 92 Prozent des Budgets werden durch Mitgliedsbeiträge der Förderer des Festivals, Kartenverkauf sowie Sponsoring eingebracht. Nur acht Prozent kommen als Subvention von der öffentlichen Hand.[3] Dieser hohe Eigendeckungsgrad ist nur durch ein Förderer- und Abonnementsystem mit sehr hohen Kartenpreisen aufrechtzuerhalten, die dem Festival den Vorwurf des Elitären einbrachten. Herbert von Karajan hat das System entwickelt, wonach man, um fixe Plätze zu bekommen, zunächst Förderer der Osterfestspiele werden muss (Beitrag: ab 300,- EUR, Jugend: 50,- EUR) und damit berechtigt wird, ein Abonnement aus einer Opernvorstellung und drei Konzerten zu kaufen. Kurzfristig sind auch nicht verkaufte Abos als einzelne Restkarten (ohne Mitgliedschaft im Förderverein) erhältlich. Zu sehr günstigen Preisen und im Freiverkauf kann man hingegen die Kammerkonzerte besuchen (5,- bis 50,- EUR).

Zum Jahreswechsel 2009/2010 wurden die Osterfestspiele Salzburg mit einem Finanzskandal konfrontiert. Gegen mehrere Verdächtige ermittelt die Staatsanwaltschaft Salzburg wegen Betrug und Untreue. Die Vorwürfe richten sich unter anderem gegen den ehemaligen Geschäftsführer Michael Dewitte und den ehemaligen Technischen Leiter der Salzburger Festspiele (Sommerfestspiele), Klaus Kretschmer, der für die Osterfestspiele Dienstleistungen erbrachte. Beide wurden im Zuge der bekannt gewordenen Malversationen entlassen.[4]

Infolge des Skandals wurden die Osterfestspiele im Frühjahr 2010 strukturell und personell neu organisiert. Eine neue „Osterfestspiele Salzburg GmbH“ wurde gegründet, mit folgenden Gesellschaftern: Stiftung Herbert von Karajan Osterfestspiele Salzburg (25 %), Stadt Salzburg (20 %), Land Salzburg (20 %), Salzburger Land Tourismus GmbH (20 %), Verein der Förderer der Osterfestspiele in Salzburg (15 %). Mit der Leitung des Festivals wurde der britische Musikmanager Peter Alward betraut, der als geschäftsführender Intendant fungierte. Zum kaufmännischen Geschäftsführer wurde Bernd Gaubinger bestellt.[3]

Wenige Wochen nach der Festspielsaison 2011 gaben die Berliner Philharmoniker überraschend ihren Rückzug von den Osterfestspielen Salzburg nach der Saison 2012 bekannt. Sie bestreiten ihre Osterfestspiele seit 2013 im Festspielhaus Baden-Baden.

Sächsische Staatskapelle Dresden (2013 bis 2022)

In der Nachfolge konnte Christian Thielemann als neuer Künstlerischer Leiter ab der Saison 2013 sowie die Sächsische Staatskapelle Dresden als das neue Orchester der Osterfestspiele Salzburg präsentiert werden. Die Opernproduktionen werden seither nach ihrer Premiere in Salzburg an der Semperoper übernommen. Die Zusammenarbeit soll 2022 mit dem Lohengrin als "Abschiedsgruß" beendet werden, nachdem es einen Streit zwischen Thielemann und dem designierten Intendanten Nikolaus Bachler über die künstlerische Ausrichtung gab.[5] Bachler wird die Festspiele ab 2020 leiten und soll nach dem Willen der Gesellschafter ab 2023 das Programm mit wechselnden internationalen Spitzen-Orchestern bestreiten und ein "neues Kapitel aufschlagen".[6]

Ab 1. Juli 2015 übernahm der Kulturmanager, Komponist und Dirigent Peter Ruzicka die Leitung des Festivals als Geschäftsführender Intendant. Er folgte damit auf Peter Alward und Bernd Gaubinger.[7] Seit 2017 ergänzte eine Kammeroper als zweite szenische Produktion das Programm. Im Fokus stand jeweils ein Werk des 20. oder 21. Jahrhunderts. Auf Salvatore Sciarrinos Lohengrin folgten 2018 Satyricon von Bruno Maderna und 2019 die Uraufführung von Thérèse von Philipp Maintz[8][9]

Ruzickas Nachfolger Nikolaus Bachler kündigte an, die Festspiele ab 2020 "inhaltlich und strukturell in die Zukunft" zu führen. Er sei immer schon der Überzeugung gewesen, "dass Musik und Szene gleichwertig zueinander finden" müssten, um eine gegenwärtige Sicht auf alte und neue Werke zu vermitteln. Demnach sollen Oper, Konzert, Kammermusik, Tanz und Chorwerke in der Konzentration von zehn Tagen einen neuen ‚Festbegriff‘ kreieren und eine eigenständige Identität entwickeln. Bachler will "Ostern als Aufbruch – ganz der Jahreszeit angemessen" verstanden wissen.[10] Damit dürfte die Regie der jeweiligen Neuproduktion gegenüber dem Dirigat spätestens ab 2023 deutlich aufgewertet werden.

Künstlerische Leitung und Opernproduktionen

1967–1989
1967–1989
1992–1993
1992–1993
1994–2002
1994–2002
2003–2012
2003–2012
2013–
2013–

Herbert von Karajan

Alle Inszenierungen lagen in den Händen von Herbert von Karajan, ausgenommen La Bohème (Franco Zeffirelli) und Don Giovanni (Michael Hampe).

Nach Karajans Tod folgte ein zweijähriges Interregnum:

Sir Georg Solti

Claudio Abbado

Sir Simon Rattle

Christian Thielemann

Planung

Trivia

In den 1990er Jahren wurden im Rahmen der Osterfestspiele Künstler der Bildenden Kunst mit dem Prix Eliette von Karajan, der Komposition und der Literatur mit dem Prix Nonino ausgezeichnet.

Siehe auch

Quellen

  1. Einführungstext zu Geschichte und Philosophie des Festivals auf der Website der Osterfestspiele Salzburg
  2. Einführungstext zur Reihe Kontrapunkte 2012 auf der Website der Osterfestspiele Salzburg (Memento vom 5. April 2012 im Internet Archive)
  3. a b Prüfbericht des Salzburger Landesrechnungshofs (Oktober 2010) (Memento vom 11. Januar 2014 im Internet Archive) (PDF-Datei; 632 kB)
  4. Salzburger Osterfestspiele-Skandal weitet sich aus. In: Salzburger Nachrichten. 3. Februar 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.salzburg.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  5. Kulturnachrichten – Wir sehen uns Ostern an der Salzach – FAZ online
  6. Pressemitteilung des Landes Salzburg vom 17. September 2019 [1] abgerufen am 17. September 2019
  7. derStandard.at – Peter Ruzicka neuer Chef der Salzburger Osterfestspiele. Artikel vom 24. Oktober 2014, abgerufen am 24. Oktober 2014.
  8. 50 Jahre Osterfestspiele Salzburg. (PDF) In: osterfestspiele-salzburg.at. 20. März 2016;.
  9. Kammeroper „Thérèse“ von Philipp Maintz. In: osterfestspiele-salzburg.at. 14. April 2019;.
  10. Pressemitteilung des Landes Salzburg vom 17. September 2019 [2] abgerufen am 17. September 2019
  11. Offizielles Programm der Osterfestspiele Salzburg (PDF-Datei; 120 kB)
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