Plagiatsfalle

an unverfänglicher Stelle in Datenbeständen absichtlich eingebauter Fehler, mit dessen Hilfe unerlaubte Kopien aufgespürt werden können / aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Eine Plagiatsfalle ist ein an unverfänglicher Stelle in Datenbeständen absichtlich eingebauter, harmloser Fehler, mit dessen Hilfe unerlaubte Kopien aufgespürt werden können.

Plagiatsfallen in Lexika oder Wörterbüchern ermöglichen als schnell auffindbare Übernahmeindikatoren die Überprüfung später erscheinender, konkurrierender Publikationen. Auch fingierte Lexikonartikel können als Plagiatsfallen genutzt werden, doch haben diese primär humoristische Intention (wie zum Beispiel die Steinlaus).

Viele Herausgeber von Telefonbüchern oder Adressregistern setzen frei erfundene Einträge als Plagiatsfallen ein. Da niemand danach sucht, entsteht dem Anwender dadurch kein Schaden. So fügt die Telekom Austria in jedem Vorwahlbereich eine nicht existente Telefonnummer ins Telefonbuch ein. Erscheint diese Telefonnummer auf Telefonbuch-CDs, ist eine direkte Handhabe gegeben, um wegen Urheberrechtsverletzung gegen den Herausgeber der CD vorzugehen. Kontrolladressen erfüllen diesen Zweck in Adressdatenbanken. Listbroker können zur Kontrolle der Nutzungshäufigkeit von verkauften Adressbeständen bestimmte Adressen einfügen, die nicht der eingekauften Zielgruppe entsprechen und deren Eingangspost kontrolliert wird.

In kartografischen Werken und Geodaten werden als Plagiatsfallen fiktive kleine Straßen (Trap Streets) eingebunden.

In digitalen Bildern können digitale Wasserzeichen dabei helfen, eine unerlaubte Verbreitung oder Veränderung eines Bildes nachweisen zu können.

Eine Kanarienvogelfalle (aus dem Englischen und Spionagejargon, dort canary trap genannt) wird gelegt, indem verschiedene Kopien eines Schriftstücks oder E-Mails unterschiedliche Details aufweisen, entweder im Text oder bei Schriftstücken etwa fiktive Patzer einer Füllfeder oder sonstige Scan-Artefakte (die mittels einer darübergelegten Folie beim Kopieren erzeugt werden). Gibt eine „undichte Stelle“ im Unternehmen Kopien ihres Schriftstücks oder E-Mails weiter, kann anhand dieser „Leimrute“ (siehe auch Vogelfalle) der Besitzer der Erstkopie eruiert werden.