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Rüdisbronn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Rüdisbronn
Koordinaten: 49° 33′ 53″ N, 10° 26′ 9″ O
Höhe: 316–339 m ü. NHN
Einwohner: 226 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91438
Vorwahl: 09841
St. Maria und Pankratius
Rüdisbronn von Süden
Rüdisbronn von Süden

Rüdisbronn ist ein Ortsteil der Stadt Bad Windsheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geografische Lage

Durch das Kirchdorf fließt der Heßlerbach (im Unterlauf Riedgraben genannt), der ein linker Zufluss der Tief ist, die wiederum ein linker Zufluss der Aisch ist. Ca. 1 km nordöstlich erhebt sich der Spielberg (420 m ü. NHN), auf dem sich die Überreste einer ehemaligen Höhenburg befinden. Im Osten befindet sich der Güterwald, im Südwesten das Kaiholz. Im Nordwesten liegen das Sandbrunnenfeld und die Lange Läng, im Südwesten das Ewigfeld und im Südosten das Mühlfeld.

Die Staatsstraße 2253 führt nach Berolzheim (1,8 km südlich) bzw. nach Deutenheim (2,8 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße NEA 35 bei Kaubenheim (2,7 km südöstlich).[2]

Geschichte

Erstmals namentlich erwähnt wurde der Ort in einer Urkunde des Jahres 1158, in der Kaiser Barbarossa dem Kloster Münchaurach samt seinen Besitzungen, zu denen auch Rüdisbronn gehörte, seinen Schutz zusicherte. Mit dessen Auflösung im Reformationsjahr 1528 fielen dessen Besitzungen an Brandenburg-Bayreuth.[3] Der Ortsname bedeutet „zur Quelle des Rüdiger“.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Rüdisbronn 59 Anwesen (Kirche, Pfarrhaus, Schulhaus, Wildmeisterwohnung, 1 Dreiviertelhube, 12 Halbhuben, 11 Viertelhuben, 7 Sölden, 12 Häuser, Wirtshaus, Schafhaus, Mühle, Ziegelei). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Lenkersheim aus, was aber von dem würzburgischen Cent Markt Bibart bestritten wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Ipsheim inne.[5]

1810 kam Rüdisbronn an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es 1811 dem Steuerdistrikt Kaubenheim zugewiesen. 1817 wurde die Ruralgemeinde Kaubenheim gebildet, zu der Rüdisbronn gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) löste sich Rüdisbronn mit Rehhof und bildete eine eigene Ruralgemeinde.[6] Die Ruralgemeinde Rüdisbronn unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.[7] Ab 1862 wurde Rüdisbronn vom Bezirksamt Uffenheim (1938 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 vom Rentamt Windsheim (1920 in Finanzamt Windsheim umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Windsheim, ab 1880 Amtsgericht Windsheim. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 6,703 km².[8]

Am 1. Juli 1972 wurde Rüdisbronn im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Bad Windsheim eingegliedert.[9]

Baudenkmäler

  • Am Herrnberg 2: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria und Pankratius
  • Am Herrnberg 15: ehemaliges Pfarrhaus
  • Spielbergstraße 17: ehemaliges Gasthaus
  • Waldstr. 3: Fachwerk-Wohnstallhaus
  • Waldstr. 4: Wohnstallhaus
  • Zum Wildmeisterhaus 1: Feuerwehrgerätehaus

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Rüdisbronn

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 367 393 359 346 368 340 342 361 370 342 347 331 319 329 326 296 297 288 270 344 349 312 262 249
Häuser[10] 62 64 67 66 66 63 64 61
Quelle [11] [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [13] [8] [20]

Ort Rüdisbronn

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 340 373 354 320 324 308 280 336 252 245 226
Häuser[10] 60 62 64 64 61 63 60 70
Quelle [11] [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [8] [20] [1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 338 (Digitalisat).
  2. Rüdisbronn im BayernAtlas
  3. Rüdisbronn auf der Website mgoesswein.de
  4. R. Hoeppner (Hrsg.), S. 93.
  5. H. H. Hofmann, S. 127.
  6. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 73 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 227.
  7. H. H. Hofmann, S. 216.
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 831 (Digitalisat).
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 582.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 79 (Digitalisat). Für die Gemeinde Rüdisbronn zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Rehhof (S. 74).
  12. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 263–264 (Digitalisat).
  13. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 186, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1097, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1264, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1199 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1272 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1310 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1134 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 175 (Digitalisat).
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