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Renaud Lavillenie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Renaud Lavillenie Leichtathletik


Renaud Lavillenie bei den Hallenweltmeisterschaften 2016

Nation FrankreichFrankreich Frankreich
Geburtstag 18. September 1986 (33 Jahre)
Geburtsort Barbezieux-Saint-Hilaire
Größe 177 cm
Gewicht 69 kg
Karriere
Disziplin Stabhochsprung
Bestleistung 6,05 m (Freiluft)
6,16 m (Halle)
Verein Cognac AC
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 4 × Bronze
Hallenweltmeisterschaften 3 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Europameisterschaften 3 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Halleneuropameisterschaften 3 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
 Olympische Spiele
0Gold0 London 2012 5,97 m
0Silber0 Rio de Janeiro 2016 5,98 m
 Weltmeisterschaften
0Bronze0 Berlin 2009 5,80 m
0Bronze0 Daegu 2011 5,85 m
0Silber0 Moskau 2013 5,89 m
0Bronze0 Peking 2015 5,80 m
0Bronze0 London 2017 5,89 m
 Hallenweltmeisterschaften
0Gold0 Istanbul 2012 5,95 m
0Gold0 Portland 2016 6,02 m
0Gold0 Birmingham 2018 5,90 m
 Europameisterschaften
0Gold0 Barcelona 2010 5,85 m
0Gold0 Helsinki 2012 5,97 m
0Gold0 Zürich 2014 5,90 m
0Bronze0 Berlin 2018 5,95 m
 Halleneuropameisterschaften
0Gold0 Turin 2009 5,81 m
0Gold0 Paris 2011 6,03 m
0Gold0 Göteborg 2013 6,01 m
0Gold0 Prag 2015 6,04 m
letzte Änderung: 12. August 2018

Renaud Lavillenie ([ʁə.no la.vi.lə.ni] oder [ʁə.no la.vil.ni]; * 18. September 1986 in Barbezieux-Saint-Hilaire) ist ein französischer Stabhochspringer und mit in der Halle übersprungenen 6,16 m aktueller Weltrekordhalter. Er ist Olympiasieger 2012 und konnte als einziger Athlet sieben Jahre hintereinander die Gesamtwertung der IAAF Diamond League gewinnen (von 2010 bis 2016). Sein jüngerer Bruder Valentin ist ebenfalls Stabhochspringer.

Biografie

Der Sohn eines früheren Stabhochspringers und Leiters eines Pferdesportzentrums begann seine sportliche Laufbahn im Alter von sieben Jahren beim Cognac Athlétique Club (Cognac AC). Parallel zur Leichtathletik ging Lavillenie wie sein Vater auch dem Voltigieren nach. Als 15-Jähriger begann er mit dem systematischen Leichtathletiktraining bei Georges Martin. Auf Juniorenebene konnte Lavillenie keine herausragenden Resultate oder Medaillen an internationalen Wettkämpfen erzielen.[1]

Lavillenie startete auch bei der Elite weiterhin für den Cognac AC. 2006 übersprang er mit 5,25 m in der Halle und 5,22 m im Freien erstmals die 5-Meter-Marke. Im Jahr darauf konnte er sich zwar auf 5,58 m in der Halle und 5,45 m im Freien steigern, belegte aber bei den U23-Europameisterschaften nur den zehnten Platz. 2008 nahm er an den Hallenweltmeisterschaften in Valencia teil und schied dort als 13. in der Qualifikation aus.

Ein Jahr später siegte er mit 5,81 m bei den Halleneuropameisterschaften in Turin. Am 14. Juni 2009 sprang Lavillenie mit 5,96 m in Clermont-Ferrand an die Spitze der Freiluftweltjahresbestenliste. Eine Woche später, am 21. Juni 2009, überquerte er in Leiria, Portugal, 6,01 m und gewann damit den Wettbewerb beim Europapokal für Nationalmannschaften. Gleichzeitig verbesserte er den französischen Rekord von Jean Galfione um drei Zentimeter. Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin gewann Lavillenie mit 5,80 m die Bronzemedaille hinter dem Australier Steven Hooker und seinem Landsmann Romain Mesnil. 2010 reiste Lavillenie als europäischer Jahresbester zu den Europameisterschaften nach Barcelona, dort gewann er den Titel mit 5,85 m.

Auch bei den Halleneuropameisterschaften des folgenden Jahres war er mit 6,03 m nicht zu schlagen. Bei den Weltmeisterschaften 2011 in Daegu gewann Lavillenie die Bronzemedaille mit einer Höhe von 5,85 m. Seinen ersten Weltmeistertitel gewann Renaud Lavillenie bei den Hallenweltmeisterschaften 2012 in Istanbul. Er siegte mit übersprungenen 5,95 m vor dem Deutschen Björn Otto (5,80 m) und dem US-Amerikaner Brad Walker (5,80 m).

Bei den Europameisterschaften 2012 in Helsinki wurde Lavillenie Europameister mit einer übersprungenen Höhe von 5,97 m vor den beiden Deutschen Björn Otto (5,92 m) und Raphael Holzdeppe (5,77 m). Etwas mehr als einen Monat später gewann er bei den Olympischen Spielen 2012 in London mit 5,97 m die Goldmedaille, erneut vor Otto (5,91 m) und Holzdeppe (5,91 m).

Am 3. März 2013 wurde er bei den Halleneuropameisterschaften 2013 im schwedischen Göteborg mit einer übersprungenen Höhe von 6,01 m zum dritten Mal Halleneuropameister im Stabhochsprung. Auch im Freien überzeugte er mit konstant guten Höhen wie den 5,95 m bei den französischen Meisterschaften. Nachdem er am 19. Juli in Monaco mit 5,96 m einen neuen Diamond-League-Rekord gesprungen war, verbesserte er diesen und auch seine persönliche Bestleistung am 27. Juli in London weiter auf 6,02 m. Damit kamen zwar die sechs besten Höhen des Jahres von Lavillenie, bei den Weltmeisterschaften in Moskau musste er sich aber mit 5,89 m überraschend Raphael Holzdeppe geschlagen geben, der bei derselben übersprungenen Höhe aufgrund der geringeren Anzahl an Fehlversuchen die Goldmedaille gewann.

Am 15. Februar 2014 überquerte Lavillenie im ukrainischen Donezk 6,16 m und überbot damit den 20 Jahre alten Hallenweltrekord von Serhij Bubka um einen Zentimeter.[2] Dieser hatte damals seinen Weltrekord bei demselben Meeting aufgestellt und war nun als Anwesender einer der ersten Gratulanten.[3] In seinem darauffolgenden ersten Versuch über 6,21 m wurde Lavillenie von seinem Stab zurückgeschleudert und zog sich eine Risswunde am linken Knöchel zu, die mit zwölf Stichen genäht werden musste.[4] Bei den Europameisterschaften 2014 in Zürich gewann er mit 5,90 m auch im Freien seinen dritten Europameisterschaftstitel in Folge.

Obwohl er wieder als klarer Favorit galt, konnte Lavillenie auch bei den Weltmeisterschaften 2015 in Peking den Weltmeistertitel nicht gewinnen. Er scheiterte an 5,90 m und musste sich mit der Bronzemedaille begnügen.

Nach einem souveränen Sieg bei den Hallenweltmeisterschaften 2016 in Portland scheiterte er bei den Europameisterschaften 2016 in Amsterdam bei schwierigen Bedingungen dreimal an seiner Anfangshöhe von 5,75 m, die um 15 Zentimeter höher lag als die Siegeshöhe. Als Zweitplatzierter wurde Lavillenie während der Medaillenübergabe an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im 2016 ausgebuht. Er hatte sich über das unfaire Publikum während des Wettkampfs beklagt, dessen Sympathie beim Lokalmatadoren und Olympiasieger Thiago Braz da Silva gelegen hatte.[5]

Bei den Weltmeisterschaften 2017 in London gewann Lavillenie im Stabhochsprungfinale hinter Sam Kendricks und Piotr Lisek die Bronzemedaille.[6]

Bei den Hallenweltmeisterschaften 2018 in Birmingham gelang Lavillenie die Titelverteidigung mit einer Höhe von 5,90 m.[7]

Bei einer Körpergröße von 1,76 m beträgt sein Wettkampfgewicht 69 kg; Lavillenie ist der bislang kleinste Stabhochspringer, der die 6-Meter-Marke übersprang.[8] (Stand 2009) Insgesamt war Lavillenie der siebzehnte Stabhochspringer, der die 6-Meter-Marke übersprang, wobei dies Jean Galfione und Danny Ecker nur in der Halle gelang.

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. Renaud Lavillenie. In: Internationales Sportarchiv 27/2011 vom 5. Juli 2011, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 36/2012 (abgerufen via Munzinger Online).
  2. Leichtathletik - Lavillenie springt Stab-Weltrekord - 6,16 m (Memento vom 2. März 2014 im Internet Archive), in: eurosport.yahoo.com (abgerufen am 15. Februar 2014).
  3. iaaf.org: Renaud Lavillenie sets pole vault world record of 6.16m in Donetsk, 15. Februar 2014
  4. spox.com: Lavillenie verletzt sich bei Weltrekord, 16. Februar 2014
  5. Rio 2016: Boo 2 - Lavillenie booed again by Olympic home crowd (Memento vom 19. September 2016 im Internet Archive), Associated Press, 17. August 2016
  6. Holzdeppes "Salto nullo" bei Kendricks-Triumph, auf sportschau.de, vom 8. August 2017. Abgerufen am 14. August 2017.
  7. [1]
  8. Leichtathletik-special vom 7. August 2009, Seite 40
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Renaud Lavillenie
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