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Sickersbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sickersbach

Blick über das Tal des Sickersbachs in Sickershausen ostwärts auf die dortigen Weinberge und den Schwanberg am Horizont

Daten
Gewässerkennzahl DE: 24336
Lage Mainfränkische Platten

Bayern

Flusssystem Rhein
Abfluss über Main → Rhein → Nordsee
Ursprung Q. Wehrbach:
Südhang des Schwanbergs
49° 43′ 28″ N, 10° 17′ 9″ O
Zsfls. Wehrbach/Siechenhausbach:
Westrand von Iphofen
49° 42′ 8″ N, 10° 15′ 10″ O
Quellhöhe Zsfls. Wehrbach/Siechenhausbach:
ca. 243 m ü. NHN[1]
Q. Wehrbach:
ca. 412 m ü. NHN[1]
Mündung westlich von SickershausenKoordinaten: 49° 43′ 45″ N, 10° 10′ 2″ O
49° 43′ 45″ N, 10° 10′ 2″ O
Mündungshöhe ca. 183 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 229 m
Sohlgefälle ca. 17 ‰
Länge Hauptstrang ab Q. Wehrbach:
 13,5 km[2] 
ab Zsfls. Wehrbach/Siechenhausbach:
0 7,9 km[2]
Einzugsgebiet 31,85 km²[2]
Linke Nebenflüsse Buschgraben, Siechhausbach
Rechte Nebenflüsse Wehrbach, Franzosengraben

Der Sickersbach ist ein Bach im Steigerwaldvorland, der nach einem fast 14 km langen, im Wesentlichen nordwestlichen Lauf bei Sickershausen von links in den Main mündet. Der Bach ist ein ganzjähriges Fließgewässer 3. Ordnung und entsteht am Südabfall des Schwanbergs (474 m ü. NHN[1]) im unterfränkischen Landkreis Kitzingen im Hauptoberlauf als Wehrbach.

Geographie

Der Sickersbach als Hauptstrang (zusammen mit dem Wehrbach) beginnt am Schwanberghang und endet am Main und erreicht damit eine Gesamtlänge von 13,52 km. Der Bach wird erst am Zusammenfluss des rechten (Haupt-)Oberlaufs Wehrbach und des linken (Neben-)Oberlaufs Siechhausbach Sickersbach genannt.

Rechter Hauptstrang-Oberlauf

Der Wehrbach entspringt an der südöstlichen bewaldeten Flanke des Schwanbergs (Gipfel auf 474 m ü. NHN), östlich des gleichnamigen Schlosses auf etwa 412 m ü. NHN. Zunächst verläuft er in einem steilen Kerbtal, umfließt das Kirchberglein 348 m ü. NHN[3], speist in Iphofen den Stadtsee und den Stadtgraben der Stadtmauer und vereinigt sich dann mit dem von links kommenden Siechhausbach wenig westlich der Wohnbebauung Iphofens.

Linker Nebenstrang-Oberlauf

Der Siechhausbach entspringt auf etwa 301 m ü. NHN[1] am westlichen Fuß des Vogelgesangbergs (413 m ü. NHN[3]), tangiert den Stadtgraben von Iphofen im Süden der Altstadt und fließt wenig unterhalb des westlichen Siedlungsrandes auf etwa 243 m ü. NHN[1] mit dem Wehrbach zusammen.

Unterlauf

Nach dem Zusammenfluss der beiden Oberläufe wird der Bach Sickersbach genannt und verläuft durch offene Flur west-nordwestwärts. Nach der Unterquerung der St 2420 Marktsteft – Neuses am Sand nimmt er südwestlich des Iphöfer Stadtteils Gumpertsmühle zwei sich an dieser Mühle vereinigende, westlich von Iphofen entstehende Zuflüsse auf. An der Gemarkungsgrenze zu Mainbernheim fließt von rechts ein weiterer, im Oberlauf in den Weinbergen südwestlich des Schwanbergs entspringender Nebenlauf zu. Weiter westlich passiert der Bach mit einem kleinen Nebenlauf die Kettenmühle und anschließend in zwei längeren Ästen die Kellersmühle. Nach Unterquerung der Nürnberger Straße, die vor dem Bau der B 8 die Hauptdurchgangsstraße von Mainbernheim war, folgt ihm kurz die Straße Am Wehrbach, was darauf hindeutet, dass der Sickersbach früher hier noch wie sein Hauptoberlauf hieß. Nach der Kreuzung mit der Bundesstraße, fließt er östlich durch die Randbebauung von Mainbernheim, linker Hand am Sportgelände des örtlichen Sportvereins vorbei. Von links und Südosten mündet nun der Buschgraben zu, in dessen Zulaufrichtung der Sickersbach dann zunächst in breiter Fluraue am restlichen Mainbernheim vorbeizieht. Von hier bis nach der Neumühle wird der Sickersbach auch Buschgraben genannt[4].

In der flachen Talaue westlich der Stadtmauer von Mainbernheim, in der auch der Franzosengraben entspringt, verläuft der Bach anfangs durch aufgelockerte Bebauung, später durch offene, landwirtschaftlich genutzte Fluren in der Hauptsache nordwestlich. Unterhalb der Neumühle wendet sich der Sickersbach langsam nach Westen und fließt durch offene Landschaft. Nach dem Wechsel auf das Stadtgebiet Kitzingens ändert sich die Natur des Tals: Es schneidet sich nun stärker in die Landschaft ein, am inzwischen wieder nordöstlichen rechten Hang liegen Weinberge, links gegenüber befindet sich der Stadtteil Sickershausen. Durch von Büschen und Bäumen bestandenes Terrain nähert sich der Sickersbach im sich verengenden Tal immer mehr dem Franzosengraben, den er auf etwa 198 m ü. NHN[1] kurz vor der einzigen den Bach querenden Straße Sickershausen auf dem Gelände einer ehemaligen Mühle von rechts aufnimmt. Von nun an kurz nördlich, später wieder westlich verlaufend, teilt sich der Bach in zwei Äste auf, der südliche nennt sich dort Weidiggraben, beide rahmen das weitläufige Schul- und Sportgelände am Südrand des Kitzinger Stadtteils Siedlung ein. Der nördliche Ast passiert die Galgenmühle gegenüber dem Sportgelände und später, nach Unterquerung der dort aus dem linksmainischen Kitzingen heraus dem Mainlauf folgenden St 2271, die Hagenmühle. Nach Vereinigung der beiden Äste mündet der Sickersbach weniger als hundert Meter weiter von links südlich des Sportboothafens in den Main.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet umfasst etwa 31,85 km² und liegt in der nördlichen Hellmitzheimer Bucht und in der Mainbernheimer Ebene, einem Unterraum der Kitzinger Mainebene vor dem westlichen Steigerwald im Unterraum Steigerwaldvorland des Naturraums Mainfränkische Platten. Die höchste Erhebung im Einzugsgebiet ist der Schwanberg, ein Westsporn des Steigerwaldes nördlich des Quellgebiets, der eine Höhe von 474 m ü. NHN[3] erreicht. Die Bucht liegt an einer größeren Wasserscheide, die Gewässer östlich von ihr – das nächste Hauptgewässer ist die Bibart – verlaufen in der alten danubischen Richtung südostwärts letztlich in die Aisch, die zwar über die Regnitz ebenfalls in den Main entwässert, allerdings in den Obermain mit einem großen Umweg durch Mittel- und Oberfranken, während der Sickersbach, seine Zuflüsse und die anderen nahen Bäche zum Main des Maindreiecks entwässern.

Der konkurrierende Bach an der kurzen östlichen Wasserscheide nahe dem Kirchberglein ist die dort nahebei entstehende Bibart. Die südliche Wasserscheide trennt vom Einzugsgebiet des abwärts des Sickersbachs in den Main entwässernden Breitbachs, der nächste Bach ist dort lange dessen rechter Zufluss Moorseebach. Dann folgt bis zur Mündung des Sickersbachs ein Stück südwestlicher Wasserscheide, hinter der allein der nur unstet wasserführende Mainzufluss Traugraben erwähnenswert ist.

An der nördlichen Wasserscheide liegt bis hinauf zum Schwanberg das Einzugsgebiet des Rödelbachs an, der etwas oberhalb im linksmainischen Kissingen den Main erreicht, anschließend auf dem Schwanberg-Sporn kurz das des Bimbachs, der in Kitzingen in den Main mündet, dann wenig länger an der Nordostecke das des Gründleinsbachs, dessen Einzugsgebiet wieder an das der Bibart stößt, und dessen Abfluss den Main erst über den Castellbach und die Schwarzach deutlich weiter flussaufwärts den Main speist.

Das Einzugsgebiet der beiden Oberläufe des Wehrbachs liegt im Landschaftsschutzgebiet LSG-00569.01[5] und damit innerhalb des Naturparks Steigerwald.

Das Einzugsgebiet ist Bestandteil des Natura-2000-Netzwerkes und als Schutzgebiet DE6327371, Vorderer Steigerwald mit Schwanberg[6] ausgewiesen.

Geologisch liegt das Einzugsgebiet am Oberlauf und bis zum Stadtgrabenlauf um Iphofen im Gipskeuper, der Unterlauf im Unterkeuper.[7]

Zuflüsse

Vom Ursprung zur Mündung. Auswahl.

  • Wehrbach (GKZ 24336 wie Sickersbach), rechter und Hauptstrang-Oberlauf, 5,67 km und 7,86 km².[2]
  • Siechhausbach (GKZ 243362), linker Oberlauf, 3,42 km und 5,56 km².[2]
  • (Zufluss) (GKZ 243364) von rechts nach der Gumpertsmühle, 2,49 km und 1,93 km².[8]
  • Buschgraben (GKZ 243366), von links am Westrand von Mainbernheim, Länge 2,33 km und 4,79 km².[8]
  • Franzosengraben (GKZ 243368), von rechts in Sickershausen, Länge 2,73 km und 2,56 km².[8]

Flusssystem Main

Geologie

Im Einzugsgebiet streichen triassische Schichten vom Oberen Muschelkalk bis zum Blasensandstein der Steigerwald-Höhen aus. Der letztgenannte bildet die Hochfläche des Schwanbergs, darunter setzt der Fränkische Gipskeuper ein, in dem auch beide Oberläufe des Sickersbachs entstehen. Etwa am Ostrand von Iphofen beginnt dann der Unterkeuper, in dem der Sickersbach nur etwa bis Mainbernheim bleibt. Dort ziehen nämlich von Südosten her zwei nahe benachbarte Störungslinien ins Einzugsgebiet, zwischen denen der Bach in Störungsrichtung wieder in einem Keil des geologisch höheren Gipskeupers läuft; nordöstlich der rechten Störung steht sogar in einem Begleitstreifen erstmals geologisch noch tieferer Oberer Muschelkalk an. Kurz vor Sickershausen verlässt der Bach den inzwischen Unterkeuperschichten enthaltenden Störungskeil nach links, der dann in würmzeitlichen Terrassenschotter neben dem Main unklar ausläuft, in dem auch der Sicḱersbach mündet.[7]

Naturschutz

Das Einzugsgebiet des Zuflusses Buschgraben ist Bestandteil des Natura 2000 Netzwerkes und ist als Schutzgebiet DE6327372, Gemeindewälder um Willanzheim[9], sein Oberlauf bis zur Bahnlinie als Vogelschutzgebiet DE6227-471, Südliches Steigerwaldvorland[10] ausgewiesen.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Höhe abgefragt auf dem BayernAtlas (Rechtsklick). Siehe bei den → Weblinks.
  2. a b c d e Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 75 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 3,3 MB)
  3. a b c Höhe nach schwarzer Beschriftung auf dem BayernAtlas.
  4. Jedenfalls beschriftet der BayernAtlas zwischen dem Buschgraben-Zulauf und der Neumühle den Lauf des Sickersbach in Blau mit „Buschgraben“.
  5. World Database on Protected Areas – innerhalb des Naturparks Steigerwald (ehemals Schutzzone) (englisch)
  6. Natura 2000: DE6327371, Vorderer Steigerwald mit Schwanberg (Abgerufen am 24. Juni 2015)
  7. a b Geologie nach der Geologischen Karte 1:500.000 auf dem BayernAtlas.
  8. a b c Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 76 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 3,3 MB)
  9. Natura 2000: DE6327372, Gemeindewälder um Willanzheim (Abgerufen am 25. Juni 2015)
  10. Natura 2000: DE6227471, Südliches Steigerwaldvorland (Abgerufen am 25. Juni 2015)
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