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Sudetendeutsches Wörterbuch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Sudetendeutsche Wörterbuch (SdWb) erfasst die sudetendeutschen Mundarten in Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien und ist eines der sog. großlandschaftlichen Wörterbücher des Deutschen.

Mundartliche Großlandschaften

  • Das Mittelbairische (Südmähren, unterer und mittlerer Böhmerwald, Schönhengst, die Sprachinseln von Budweis, Wischau, Brünn und Olmütz).
  • Das Nordbairische oder Oberpfälzische (Westböhmen, Iglauer Sprachinsel).
  • Das Ostfränkische (kleinste Sprachlandschaft; sie reicht von NW-Böhmen über das Erzgebirge bis in die Gegend von Bamberg und ist auch noch im Schönhengst und im mittleren Nordmähren vertreten).
  • Das Lausitzisch-Schlesische (Nord- und Ostböhmen, Nordmähren).
  • Das Thüringisch-Obersächsische (Nordböhmen und als Mischdialekt mit dem Nordbairischen in der Iglauer Sprachinsel).

Berücksichtigt werden alle in der Verzettelung dokumentierten Soziolekte (z. B. auch Sudetenjiddisch, Berufs- und Gaunersprachen) sowie der deutsch-slawische Lehnwortaustausch. Die Belege stammen aus dem Zeitraum 1910–1940, historische Quellen und etymologische Notizen finden (primär aus pragmatischen Gründen) nur in Ausnahmefällen Berücksichtigung und sind für spätere Folgebände vorgesehen.

Geschichte

Das SdWb wurde 1957 in der Nachfolge der von Ernst Schwarz und Erich Gierach an der Karls-Universität Prag begonnenen und heute verschollenen Sammlungen zu einem Wörterbuch der sudetendeutschen Mundarten an der Universität Gießen durch Franz J. Beranek, bis 1945 ebenfalls Dozent an der Karls-Universität begonnen. Nach dessen Tod 1967 übernahm seine Frau und Mitarbeiterin Herta Wolf-Beranek (bis 1977), Horst Kühnel (bis 1983) und Norbert Englisch (bis 1994) die Weiterarbeit. Heute wird das Wörterbuch kollegial von Bernd Kesselgruber (seit 1986), Bettina Hofmann-Käs (seit 1997) und Isabelle Hardt (seit 2007) bearbeitet. Die wissenschaftliche Leitung hatte bis 1978 Ernst Schwarz inne, dem Heinz Engels folgte; 1994 kam Otfrid-Reinald Ehrismann hinzu.

Die erste Lieferung erschien 1982, der erste Band 1988. Herausgeberin des Wörterbuchs ist das Collegium Carolinum in München.

Quellen und Materialbasis

Zettel-Archiv, alphabetisch geordnet mit ca. 2,7 Mio Belegen, 182.000 Synonymenverweisen und 16.500 Arbeitskarten.

Das Archiv wurde erstellt aufgrund von:

  • hundert Fragelisten
  • zwanzig Ergänzungsfragelisten
  • Sonderlisten zu bestimmten Berufsgruppen und Sachthemen
  • Heimatchroniken, -büchern
  • Zeitschriften
  • wissenschaftlichen Publikationen
  • freien Einsendungen.

Ca. 650 Gewährsleute wurden befragt. Neben dem Archiv besteht ein Zettelkatalog für Synonymenverweise.

Publikationsstand

  • Publikationsbeginn: 1988
  • Band 1 (A) 1988
  • Band 2 (B/P) 1996
  • Band 3 (C, D/T, E) 2002
  • Band 4 (F/V, G) 2010
  • Band 5 (H) im Erscheinen begriffen

Literatur

  • Franz J. Beranek: Das Sudetendeutsche Wörterbuch. In: Jahrbuch für Volkskunde der Heimatvertriebenen. Band 15, 1958, S. 230–233.
  • Hertha Wolf-Beranek: Das Sudetendeutsche Wörterbuch. In: Hans Friebertshäuser (Hrsg.): Dialektlexikographie. Beiheft NF 17. Wiesbaden 1976, S. 156–171.
  • Heinz Engels: Aufbau und Anliegen des Sudetendeutschen Wörterbuchs. In: Bohemia. Band 24, 1983, S. 348–357 (Digitalisat).
  • Bettina Hofmann-Käs: 28. Bericht über das Sudetendeutsche Wörterbuch (Arbeitsjahre 2003 bis 2010). Hrsg. im Selbstverlag vom Collegium Carolinum, München 2010.
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