Temple du Marais - Wikiwand
For faster navigation, this Iframe is preloading the Wikiwand page for Temple du Marais.

Temple du Marais

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Temple du Marais
Temple du Marais

Der Temple du Marais in der Rue Saint-Antoine Nr. 17 im 4. Arrondissement von Paris ist eine evangelisch-reformierte Kirche, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als katholisches Gotteshaus für den Orden von der Heimsuchung Mariens errichtet worden war. Die Kirche, die Maria von den Engeln geweiht war, hieß ursprünglich Sainte-Marie-des-Anges de la Visitation. Sie ist eines der ersten Bauwerke des Architekten François Mansart. Ihr Vorbild war das Pantheon in Rom. 1887 wurde die Kirche als geschütztes Baudenkmal in die Liste der Monuments historiques aufgenommen. Die Kirchengemeinde ist Teil der Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs.[1]

Die nächste Metrostation ist Bastille der Linien 1, 5 und 8.

Geschichte

Portal
Portal
Altarraum
Altarraum

1610 gründeten Johanna Franziska von Chantal und Franz von Sales in Annecy den Orden von der Heimsuchung Mariens. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ließen sich Schwestern dieses Ordens, die auch als Visitandinnen oder Salesianerinnen bezeichnet werden, mit ihrer Gründerin im Maraisviertel in Paris nieder. 1628 vergrößerten sie ihr Kloster und 1632 wurde François Mansart beauftragt, eine neue Kirche im Stil des Barock zu errichten. 1634 war die Kirche fertiggestellt.

Berühmte französische Familien ließen sich in der Kirche bestatten, u. a. die Familie von Nicolas Fouquet, des in Ungnade gefallenen Finanzministers von Ludwig XIV., und die Familie von Noël Brûlart de Sillery, der den Bau der Kirche finanziert hatte.

Während der Französischen Revolution wurde das Kloster aufgehoben und die Kirche zum Nationaleigentum erklärt. Sie wurde zunächst als Depot von Büchern genutzt, die in den aufgelösten Klöstern konfisziert worden waren. Später diente sie dem von Anne-Josèphe Théroigne de Méricourt gegründeten Club der Amis de la loi (Freunde des Gesetzes) als Versammlungsraum. Unter dem Konsulat wurde das Gebäude 1803 protestantische Kirche.

Architektur

Außenbau

Das als Zentralbau angelegte Gebäude, von bescheidenen Ausmaßen, wird von einer schiefergedeckten Kuppel überragt, die mit ihrer durchfensterten Laterne eine Höhe von 33 Metern erreicht.

Das Eingangsportal wird von Pilastern mit Kompositkapitellen flankiert und ist mit einem von zwei weiblichen Figuren besetzten Dreiecksgiebel bekrönt. Die Skulpturen stammen von dem Architekten Varcollier, der die Kirche in den Jahren 1872/74 restaurierte. Über dem Portal öffnet sich ein Rundfenster, an dem oben ein geflügelter Engelskopf angebracht ist. Ein großer Rundbogen überfängt die Portalfassade.

Innenraum

Der Innenraum, dessen Durchmesser 15 Meter beträgt, wird von Pilastern gegliedert, zwischen denen sich weite Rundbögen zu ovalen Seitenkapellen öffnen. Dem rechteckigen Vorraum entspricht auf der gegenüberliegenden Seite ein ovaler Chor. Unter dem Ansatz der Kuppel verläuft ein weit vorstehender Fries. Die Decken sind mit reichem Skulpturenschmuck, mit Girlanden, Kartuschen und Engelsköpfen verziert. Von der ursprünglichen Ausmalung ist nichts mehr erhalten.

Krypta

Unter dem Gebäude wurde 1665 von Michel Villedo eine Rundkrypta eingebaut, die von einer einzigen Mittelsäule getragen wird.

Orgel

Blick auf die Orgel
Blick auf die Orgel

Die Orgel wurde 1895 von dem Orgelbauer Merklin erbaut. Das Instrument hat 18 Register auf zwei Manualwerken und Pedal. die Traktoren sind mechanisch.[2]

I Grand Orgue C–g3
Bourdon 16'
Montre 08'
Bourdon 08'
Flûte 04'
Doublette 02'
Tierce 0135'
Fourniture IV
Trompette 08'
II Récit C–g3
Bourdon 08'
Prestant 04'
Flûte 04'
Nasard 0223'
Doublette 02'
Tierce 0135'
Régale 08'
Trémolo
Pédale C–f1
Soubasse 16'
Principal 08'
Bourdon 08'
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P
  • Spielhilfen: Appel Trompette et Fourniture. Appel Régale.

Literatur

  • Georges Brunel, Marie-Laure Deschamps-Bourgeon, Yves Gagneux: Dictionnaire des Églises de Paris. Éditions Hervas, Paris 2000 (1. Auflage 1995), ISBN 2-903118-77-9, S. 289–290.
  • Jean Colson/Marie-Christine Lauroa (Hrsg.): Dictionnaire des Monuments de Paris. Éditions Hervas, Paris 2003 (1. Auflage 1992), ISBN 2-84334-001-2, S. 675–676.
  • Françoise Theillou: Paris. Dômes Sacrés du Grand Siècle. Éditions du Patrimoine, Centre des Monuments Nationaux, Paris 2008, ISBN 978-2-7577-0024-2, S. 52–65.

Einzelnachweise

Koordinaten: 48° 51′ 12″ N, 2° 21′ 58,5″ O

{{bottomLinkPreText}} {{bottomLinkText}}
Temple du Marais
Listen to this article