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Westfalentag

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Der Westfalentag ist eine Kulturveranstaltung, die jährlich vom Westfälischen Heimatbund ausgerichtet wird. Er ist nicht zu verwechseln mit dem seit 2006 stattfindenden Nordrhein-Westfalen-Tag. Zudem hat der Begriff eine umgangssprachliche Bedeutung.

Geschichte

Der Westfalentag wird seit 1920 überwiegend jährlich, mit einer Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg, in wechselnden westfälischen Städten veranstaltet, um kulturell-politische Leitvorstellungen der Heimatbewegung zu diskutieren und das Gemeinschaftsbewusstsein in der Region Westfalen zu kräftigen sowie werbend zugunsten des Heimatgedankens zu wirken.

Der Gau Westfalen-Nord nutzte die Veranstaltung zwischen 1933 und 1939 für propagandistische Zwecke der NSDAP.[1] Der erste Westfalentag nach dem Zweiten Weltkrieg fand 1949 in Recklinghausen unter dem Leitwort „Lebensraum und Volkstum“ statt und thematisierte u. a. die Situation der Heimatvertriebenen. Der Westfalentag 1950 in Bielefeld widmete sich gänzlich dieser Thematik.[2][3]

Programm

Heute ist der Westfalentag eine eintägige Veranstaltung. Der Westfälische Heimatbund mit Sitz in Münster fungiert als Hauptausrichter. Dessen jährliche Mitgliederversammlung ist Teil eines umfangreichen Programmes.

Vormittags leiten Reden und Grußworte zu Diskussionen über ein festgelegtes gesellschaftliches Thema über. Darüber hinaus wird ein Innovationspreis für Heimatvereine verliehen. Zu den Nachmittagsveranstaltungen zählen Arbeitskreise, eine Auswahl an Exkursionen sowie mitunter ein separates Kinder- und Jugendprogramm.[4][5][6]

Veranstaltungen seit 2010

Umgangssprache

Als Westfalentag werden umgangssprachlich im südlichen Niedersachsen die Tage Fronleichnam und Allerheiligen bezeichnet.[7] Beides sind katholische Feiertage, die zwar im südlich angrenzenden Nordrhein-Westfalen zugleich gesetzliche Feiertage sind, nicht aber im mehrheitlich evangelischen Niedersachsen.

An diesen Tagen kommt es regelmäßig zu einem massiven Käuferzustrom von Westfalen nach Niedersachsen. Besonders betroffen ist die Stadt Osnabrück,[8] die mit ihrem Landkreis halbinselförmig nach Westfalen hineinragt und für eine vergleichsweise große Zahl von westfälischen Einwohnern nah liegt. Die Einwohner betroffener niedersächsischer Städte begrüßen im Allgemeinen zwar den damit verbundenen wirtschaftlichen Anschub, besuchen selber aber nur in dringenden Fällen an diesen Tagen ihre Einkaufszonen.

Einzelnachweise

  1. Karl Ditt: Die westfälische Heimatbewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwischen Nationalismus und Regionalismus. In: Westfälischer Heimatbund (Hrsg.): Heimatpflege in Westfalen. Heft 2/2001. Selbstverlag, Münster 2001, ISSN 0933-6346, S. 8–10 (PDF).
  2. Wilhelm Schulte: Der Westfälische Heimatbund und seine Vorläufer. Band 1. Selbstverlag des WHB, Münster 1973, S. 251 (PDF).
  3. Willi Oberkrome: „Deutsche Heimat“: Nationale Konzeption und regionale Praxis von Naturschutz, Landschaftsgestaltung und Kulturpolitik in Westfalen-Lippe und Thüringen (1900–1960). In: LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte (Hrsg.): Forschungen zur Regionalgeschichte. Band 47. Schöningh, Paderborn u. a. 2004, ISBN 3-506-71693-X, S. 102 (online).
  4. Einladung zum Westfalentag 2015. (PDF; 2,72 MB) Westfälischer Heimatbund, 11. Mai 2015, abgerufen am 19. November 2017.
  5. Einladung zum Westfalentag 2016. (PDF; 556 kB) Westfälischer Heimatbund, 25. April 2016, abgerufen am 19. November 2017.
  6. Einladung zum Westfalentag 2017. (PDF; 451 kB) Westfälischer Heimatbund, 22. April 2017, abgerufen am 19. November 2017.
  7. Donnerstag ist wieder Westfalentag. In: Neue Osnabrücker Zeitung. Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG, 18. Juni 2014, abgerufen am 15. August 2014.
  8. Westfalentag: Am 1. November wird es wieder voll in Osnabrück. In: osna.live. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
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