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Bahnstrecke Łódź Kaliska–Forst (Lausitz) Grenze

Eisenbahnstrecke in Polen Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Bahnstrecke Łódź Kaliska–Forst (Lausitz) Grenze
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Die Bahnstrecke Łódź Kaliska–Forst (Lausitz) Grenze ist eine größtenteils zweigleisige, teilweise elektrifizierte und teilweise noch im Personenverkehr befahrene Eisenbahnstrecke in den polnischen Woiwodschaften Łódź, Großpolen, Lebus und Niederschlesien. Sie führt von Ost nach West bis zur polnisch-deutschen Grenze bei Forst (Lausitz). Die Strecke befindet sich in Verantwortung des staatlichen polnischen Infrastrukturunternehmens PKP Polskie Linie Kolejowe.

Weitere Informationen Łódź Kaliska–Forst (Lausitz) Grenze ...
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Verlauf

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Bahnhof Kalisz mit Pesa Dart (2016)

Die Strecke beginnt im Fernverkehrsbahnhof Łódź Kaliska (dt. Lodz Kal. Bf/Litzmannstadt Hbf; km 0,503), dem Endpunkt der Bahnstrecke Bednary–Łódź und Beginn der Bahnstrecke Łódź–Dębica, und verläuft westwärts über die Fernverkehrsbahnhöfe Pabianice (Pabianice/Pabianitz; km 14,490), Zduńska Wola (Zdunska Wola/Freihaus; km 42,360) an der Kreuzung mit der Bahnstrecke Chorzów–Tczew, der früheren Kohlenmagistrale, Sieradz (Sieradz/Schieratz; km 59,435), den Bahnhof Opatówek (Opatówek/Spatenfelde; km 98,311), an dem die Museumsschmalspurbahn Opatówek–Żelazków beginnt, den Fernverkehrsbahnhof Kalisz (Kalisch; km 112,33) und den Haltepunkt Ociąż (Ocionz/Ottenland; km 123,785), in dem einst die Bahnstrecke Ociąż–Kucharki begann, zum Fernverkehrsbahnhof Ostrów Wielkopolski (Ostrowo; km 136,121) an der Bahnstrecke Kluczbork–Poznań, der auch Beginn der Bahnstrecke Ostrów Wielkopolski–Grabowno Wielkie ist.

Von dort verläuft die Strecke weiter westwärts über Krotoszyn (Krotoschin) an der Bahnstrecke Oleśnica–Chojnice oder eine Umfahrung von Krotoszyn, Kobylin (Kobylin/Koppelstädt; km 180,268), den Endpunkt der Strecke der einstigen Liegnitz-Rawitscher Eisenbahn, Krobia (Kröben; km 198,288), wo die Gostyner Kreisbahn gekreuzt wurde, Karzec (Kartzen; km 202,979), wo eine weitere Strecke der Gostyner Kreisbahn endete, und Kąkolewo (Kankel; km 223,994), den Endpunkt der teilweise noch im Güterverkehr betriebenen Bahnstrecke Jarocin–Kąkolewo, zum Keilbahnhof Leszno (Lissa (Pos.)/Lissa (Warthel); km 235,868) an der Bahnstrecke Wrocław–Poznań, der auch Beginn der Bahnstrecke Leszno–Zbąszyn ist.

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Eisenbahnbrücke über die Neiße aus Sicht der Stadt Forst (Lausitz)

Von Leszno verläuft die Strecke, nun nurmehr eine Güterzugstrecke, weiter westwärts über Wschowa (Fraustadt; km 254,751), den Beginn der früheren Bahnstrecke Wschowa–Lipinka Głogowska, südwestwärts über Grodziec Mały (km 277,195), den Beginn der stillgelegten Bahnstrecke Grodziec Mały–Kolsko, und südwärts den Abzweig Odrzycko (km 278,900), den Endpunkt der ehemaligen Bahnstrecke Bojanowo–Odrzycko, nach Głogów (Glogau; km 280,509) an der Bahnstrecke Wrocław–Szczecin. Von dort verläuft sie weiter südwestwärts über Niegosławice (Waltersdorf (Kr. Sprottau); km 312,193), wo die Bahnstrecke Rokitki–Kozuchów gekreuzt wurde, und westwärts über Szprotawa (Sprottau; km 324,000), den Endpunkt der einstigen Kleinbahn Grünberg–Sprottau, zum Bahnhof Żagań (Sagan; km 340,532) an der Bahnstrecke Breslau–Guben, der auch Endpunkt der ehemaligen Bahnstrecken von Jelenia Góra und Wolsztyn und der nicht mehr im Personenverkehr betriebenen, aber noch befahrbaren Bahnstrecke Jankowa Żagańska–Żagań ist.

Von Żagań verläuft sie weiter westwärts über Żary (Sorau; km 353,370) an der Bahnstrecke Miłkowice–Jasień, den Endpunkt der Bahnstrecke Zielona Góra–Żary, und Tuplice (Teuplitz; km 374,850) an der früheren Bahnstrecke Lubsko–Bad Muskau zur deutschen Grenze auf der Neißebrücke bei Forst (Lausitz).

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Zustand

Die Strecke ist zwischen Łódź Kaliska und Krotoszyn mit drei Kilovolt Gleichspannung elektrifiziert und zwischen Łódź Kaliska und Głogówko, im Bereich vom Kilometer 280,200 bis zum 283,178 bei Głogów und zwischen Żagań und Sieniawka Żarska zweigleisig befahrbar. Einst war sie dies durchgängig.

Für Personenzüge beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit bis zum Kilometer 39,600 sechzig Kilometer pro Stunde, bis zum Kilometer 106,800 abgesehen von zwei sehr kurzen Abschnitten hundert bis hundertzwanzig, bis zum Kilometer 120,000 achtzig bis hundert, bis zum Kilometer 136,600 hundert bis hundertzwanzig, bis zum Kilometer 236,300 von einem Kilometer abgesehen achtzig bis hundert, danach auf dem einen Streckengleis zwanzig bis achtzig, auf dem anderen, wo es vorhanden ist, zwanzig bis hundert. Für Güterzüge ist die Höchstgeschwindigkeit geringer als bei Personenzügen, sie liegt bei zwanzig bis achtzig Kilometern pro Stunde.[4]

Ab 2018 soll die Strecke zwischen Łódź und Zduńska Wola saniert und modernisiert werden, die Höchstgeschwindigkeit soll auf hundertzwanzig Kilometer pro Stunde erhöht werden.[5]

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Geschichte

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Der Abschnitt GlogauSagan wurde im Herbst 1848 von der Niederschlesischen Zweigbahn eröffnet, am 30. Dezember 1857 der Abschnitt Lissa–Glogau von der Breslau-Posen-Glogauer Eisenbahn, wobei die Oderquerung in Glogau erst am 18. Mai 1858 eröffnet wurde. Es folgte am 31. Dezember 1871 der Abschnitt Sagan–Sorau von der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn, der am 30. Juni 1872 von der Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn bis Forst (Lausitz) verlängert wurde.[6]

Die Privateisenbahnen wurden verstaatlicht und am 1. Oktober 1888 die Strecke Ostrowo–Lissa als Staatseisenbahn eröffnet. Der Abschnitt Ostrowo–Skalmierzyce wurde zunächst am 14. Februar 1896 als Kreisbahn eröffnet, dann aber wurde er staatlich und von der Warschau-Kalischer Eisenbahn am 28. Oktober 1906 nach Kalisch im damaligen Russischen Kaiserreich verlängert, das seit 1902 dank ebenjener Gesellschaft eine Breitspuranbindung mit 1524 Millimetern Spurweite an Łódź und Warschau hatte.

Zwischen 1875 und 1912 wurde der deutsche Teil, bis 1912 der russische Teil der Strecke zweigleisig ausgebaut. 1914 verkehrten Direktzüge von Berlin und Breslau bis Kalisch.[7]

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Eurocity Waweł in Żary (2008)

Nach dem Ersten Weltkrieg verlief nun hinter Fraustadt die deutsch-polnische Grenze, Russland hatte gar keinen Anteil mehr; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das gesamte Gebiet der Strecke Polen zugeschlagen, und so gelangte die Strecke zu den Polnischen Staatseisenbahnen, allerdings teilweise ohne zweites Gleis, das nach und nach wieder aufgebaut wurde, bis auf die Abschnitte GłogówŻagań und Żary–Forst (Lausitz), die eingleisig bleiben.

Seit dem 27. November 1965 ist die Strecke zwischen Łódź und Zduńska Wola komplett elektrifiziert, seit dem 2. Juni 1973 weiter bis Sieradz, seit dem 30. September 1975 bis Ostrów Wielkopolski und seit dem 24. September 1987 bis Krotoszyn. Zwischen Głogówko und Głogów wurde das zweite Gleis um 2001 wieder außer Betrieb genommen.

Am 1. Februar 2002 wurde der Personenverkehr Głogów–Żagań eingestellt, der 2006–2010 vorübergehend wieder betrieben wurde, am 11. Dezember 2011 wurde der Personenverkehr Leszno–Głogów eingestellt. Letzterer wurde zum 15. Dezember 2019 wiederaufgenommen.[8][9]

Fernverkehr wird noch zwischen Łódź und Ostrów Wielkopolski betrieben, zwischen Żary und Forst (Lausitz) gibt es seit Einstellung des Eurocitys Waweł (Krakau–)Breslau–Hamburg zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 keinen mehr. Es verkehrten lange nur noch zwei Nahverkehrszugpaare über die Staatsgrenze (wochenends ab Breslau) und seit Mai 2016 an Wochenenden und bestimmten Feiertagen der Kulturzug Berlin–Breslau. Ab Dezember 2023 wurde der Fahrplan neu geordnet: An Werktagen verkehren seitdem insgesamt 5 Zugpaare Cottbus-Forst-Żagań (Betreiber DB Regio/Polregio). An den Wochenende verbleibt es zwar bei nur zwei Zugpaaren über die Grenze: Diese werden aber weiter als "KD Sprinter" von Forst bis Wrocław durchgebunden und von der Koleje Dolnośląskie gefahren. Der "Kulturzug" hat einen neuen Laufweg über Horka erhalten und berührt die Strecke nicht mehr.

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  • Ryszard Stankiewicz und Marcin Stiasny: Atlas Linii Kolejowych Polski 2014. Eurosprinter, Rybnik 2014, ISBN 978-83-63652-12-8, S. E1–E7
Commons: Bahnstrecke Łódź–Tuplice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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