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Edmund Budrich

deutscher Schachspieler und Verleger Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Edmund Budrich
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Edmund Budrich (* 14. März 1932 in Berlin-Neukölln) ist ein deutscher Verleger und Schachspieler.

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Edmund Budrich, 1966 in Porz

Leben

Budrich wuchs in Berlin-Mitte auf, das später zum sowjetischen Sektor der Viermächtestadt (Vier-Mächte-Abkommen) gehörte. Kindheit und Jugend durchlebte er im aufsteigenden und im selbst entfachten Weltkrieg untergehenden NS-Staat und in der von der Sowjetunion installierten DDR. Er legte das reguläre Abitur 1952 an der Eichendorff-Oberschule in Berlin-Köpenick (Ost-Berlin) ab.

Nach dem Verlassen der DDR wurde ein zweites, externes Abitur, eine sogenannte „Reifeprüfung für Nichtschüler“, 1954 in West-Berlin nötig, weil das „Ost-Abitur“ für den Zugang zur Universität (Freie Universität Berlin) nicht anerkannt wurde. Budrich studierte Musikwissenschaft von 1952 bis 1954 an der „Deutschen Hochschule für Musik“ (später „Hochschule für Musik Hanns Eisler“), in Ost-Berlin, anschließend von 1954 bis 1958 mit Philosophie an der Freien Universität Berlin ohne Abschluss. Eine Dissertation „Die Klaviermusik der Brüder Graun“ blieb unbeendet. Angeregt durch eine Aushilfstätigkeit in einem Verlag entschloss sich Budrich zu einer praktischen Berufstätigkeit im Verlagswesen, bei der er bis ins Alter blieb. Der Beruf führte ihn schließlich ins Rheinland, wo er in Leverkusen lebt.

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Verleger

Zusammenfassung
Kontext

Ab 1958 arbeitete Budrich in mehreren Verlagen in Berlin und in der Bundesrepublik, u. a. im Westermann Verlag, Braunschweig, in verschiedenen Funktionen. 1963 übernahm er die Leitung des Verlages C.W. Leske (Schwerpunkt Politische Bildung) und ab 1965 dazu zunächst die Co-Leitung und anschließend die alleinige Leitung des Westdeutschen Verlages (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften), beide Verlage in Opladen.

Nach Verkauf des Westdeutschen Verlages an Bertelsmann im Zusammenhang mit dem Konkurs der Middelhauve-Gruppe 1970 gründete er den Verlag Leske + Budrich[1] und entwickelte diesen im Verlauf von 30 Jahren zu einem wichtigen sozial- und erziehungswissenschaftlichen Verlag (knapp 4.000 Titel im Katalog der DNB, über 20 Zeitschriften: u. a. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Berliner Journal für Soziologie, Gruppendynamik, Orient).

2003 verkaufte er Leske + Budrich an die GWV-Fachverlage (Bertelsmann/Springer) und begleitete für eine Übergangszeit die Zusammenführung seines Verlages mit dem Westdeutschen Verlag zum VS Verlag für Sozialwissenschaften als dessen verlegerischer Leiter. Danach nahm er eine freie Beratertätigkeit[2] auf (u. a. für den Verlag Barbara Budrich). 2004 kaufte er die Zeitschrift „Gesellschaft Wirtschaft Politik “ zurück[3], ließ sie vom Verlag seiner Tochter vertrieblich betreuen und wirkte daran als Co-Herausgeber und Redakteur bis 2025 mit.

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Schachspieler

Seine kurze Karriere begann Budrich als erfolgreicher Jugendspieler. 1951 wurde er DDR-Jugendmeister und Dritter bei der gesamtdeutschen Jugendmeisterschaft. Später spielte er in Männermannschaften (Eckbauer Berlin und Köln-Porz) und war an drei gewonnenen deutschen Mannschaftsmeisterschaften beteiligt (Eckbauer Berlin 1957, 1961; Schachgemeinschaft Porz 1967). Mit Dietmar Schulte veröffentlichte er 1956 die Biographie „Das war Klaus Junge“.

Literatur

  • Bernhard Schäfers: Dem Verleger Edmund Budrich zum 90. Geburtstag, in: Soziologie, Jg. 51, Heft 2 2022, S. 211–213.
  • Michael Negele (2015), Die Gedanken sind frei. Die fast vergessene Schachkarriere des Edmund Budrich. In: Karl, Das kulturelle Schachmagazin, 1/2015, S. 29
  • Dietmar Schulte/Edmund Budrich, Das war Klaus Junge. Partien und Aufzeichnungen. 1. Auflage. De Gruyter, Berlin 1956. 2., unveränderte Auflage. Beyer, Eltmann 2014, ISBN 978-3-940417-73-2.
  • Schachfragen Edmund Budrich In: Schach, Deutsche Schachzeitung, 11/2015, S. 64
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Commons: Edmund Budrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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