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Fuchsfee

Wesen aus der chinesischen Mythologie Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Fuchsfee
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Die Fuchsfee (chinesisch 狐狸精, Pinyin hǔlijīng) oder Fuchsgeist (狐仙, hǔxiān, oder 狐妖, hǔyāo) ist ein Wesen aus der chinesischen Mythologie.

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Neunschwänziger Fuchs 1; aus der Qing-Ausgabe von Shanhaijing

Fuchsfeen sind die Geister von Füchsen, die verwandt sind mit den japanischen Kitsune und den koreanischen Kumiho. Sie können sowohl von guter als auch von böser Natur sein.

In der chinesischen und japanischen Mythologie sind alle Dinge in der Lage, menschliche Formen anzunehmen, Magie anzuwenden oder unsterblich zu werden, vorausgesetzt, diese Dinge haben die nötige Energie aufgesogen. Zu diesen Energien gehört zum Beispiel der menschliche Atem oder die Essenz des Mondes bzw. der Sonne.

Die Fuchsgeister der Sagen und Legenden sind meistens junge und schöne Frauen. Eine der bekanntesten Fuchsgeister der chinesischen Überlieferung war Daji, die bezaubernde Tochter eines Generals. Sie wurde von König Zhou von Shang zu seiner Konkubine gemacht. Ein neunschwänziger Fuchsgeist bemächtigte sich ihrer Seele, und sie passte sich der Grausamkeit ihres Gatten an. Der Fuchsgeist wurde ihr nach dem Fall der Shang-Dynastie ausgetrieben, sie verstarb aber bei dem Exorzismus.

Geschichten über Fuchsgeister, die meistens ein Liebesabenteuer zwischen einer Fuchsfee und einem jungen Mann beschreiben, sind zahlreich. Füchsen werden hier menschlichen Emotionen zugeschrieben, sie können in Form einer Frau den Mann heiraten und Kinder gebären. Viele dieser Geschichten wurden von chinesischen Gelehrten geschrieben und einige Sinologen deuten diese Erzählungen als Kompensation des erotisch frustrierenden Alltags der Gelehrten.

Eine Frau, die einen verheirateten Mann verführt, wird heute in China pejorativ oft als hulijing („Fuchsfee“) bezeichnet. Im heutigen chinesischen Sprachgebrauch hat der Begriff eine abwertende Konnotation als Verführerin oder Ehebrecherin, vergleichbar mit der europäischen Femme fatale.

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Literatur

  • Xiaofei Kang: The cult of the fox. Power, gender, and popular religion in Late Imperial and Modern China, New York, NY 2006, ISBN 0-231-50822-0
  • Klaus Mailahn: Der Fuchs in Glaube und Mythos, Münster 2006, ISBN 3-8258-9483-5
  • Ylva Monschein: Der Zauber der Fuchsfee. Entstehung und Wandel eines „Femme-fatale“-Motivs in der chinesischen Literatur, Ffm. 1988, ISBN 3-89228-204-8
  • Karen A. Smyers: The fox and the jewel. Shared and private meanings in contemporary Japanese Inari worship, Honolulu 1999, ISBN 0-8248-2102-5
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Fußnote

1 
Der neunschwänziger Fuchs Jiuweihu (chinesisch 九尾狐, Pinyin jiǔwěihú, Jyutping gau2mei5wu4  „genauer: neunschwänziger Fuchsgeist“), ein mythologisches Wesen des alten Chinas, heißt in Japan Kyūbi no kitsune (jap. 九尾の狐), in Korea als Gumiho (kor. 구미호, RR Gumiho MCR Kumiho, Hanja 九尾狐) bekannt.

Siehe auch

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