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Lateinische Konjugation

umfasst die Formenbildung der Verben der lateinischen Sprache Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Die lateinische Konjugation umfasst die Formenbildung der Verben der lateinischen Sprache.

Kategorien

Die lateinische Sprache unterscheidet Verbformen nach folgenden Kategorien:

Genus verbi, Numerus und Person werden durch die Personalendungen ausgedrückt, Tempora und Modi durch Suffixe oder andere Stammveränderungen.

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Präsenssystem

Zusammenfassung
Kontext

Zum Präsenssystem gehören neben den Präsensformen des Indikativs, Konjunktivs und Imperativs das Futurum (Indikativ und Imperativ) sowie das Imperfekt (Indikativ und Konjunktiv). Die Aktivendung der 1. Person des Singulars im Indikativ des Präsens und Futurs ist ursprünglich langes, seit dem späten 1. Jahrhundert v. Chr. zunehmend gekürztes -o (außer sum ‹ich bin›, inquam ‹sage ich›), im Indikativ des Imperfekts und in allen Konjunktiven -m; die entsprechenden Passivendungen sind -or (um 200 v. Chr. gekürzt aus -ōr) und -r. Die Aktivendung der 2. Person des Singulars ist einheitlich -s (außer beim endungslosen Imperativ), die Passivendung -ris (im Imperativ und bis ins 2. Jh. v. Chr. allgemein -re). Die Aktivendung der 3. Person des Singulars ist -t (außerhalb des Ind. Präs. bis ins 3. Jh. v. Chr. -d), Passivendung -tur. 1. Person des Plurals aktiv hat einheitlich -mus (< frühlat. -mos) und passiv -mur, 2. Person des Plurals aktiv -tis (< frühlat. -tes), Imperativ -te, passiv einheitlich -minī. 3. Person des Plurals aktiv -nt, passiv -ntur. Vor -m, -t werden allfällige Langvokale um 200 v. Chr. gekürzt, vor , -nt, -ntur schon deutlich früher.

Reguläre Verben

Die Präsens-Formen der a-Stämme an den Beispielverben laudo ‹loben›, ōrno ‹ausstatten, schmücken› und laetor ‹sich freuen›:

Weitere Informationen Präsens, Indikativ ...

Die Präsens-Formen der e-Stämme an den Beispielverben video ‹sehen›, fleo ‹weinen, beweinen› und vereor ‹fürchten›:

Weitere Informationen Präsens, Indikativ ...

Die Präsens-Formen der konsonantischen Stämme an den Beispielverben dico ‹sagen, nennen›, trado ‹übergeben› und utor ‹gebrauchen›:

Weitere Informationen Präsens, Indikativ ...

Die Präsens-Formen der ĭ-Stämme an den Beispielverben jacio ‹werfen›, concutio ‹erschüttern› und gradior ‹schreiten›:

Weitere Informationen Präsens, Indikativ ...

Die Präsens-Formen der ī-Stämme an den Beispielverben invenire ‹finden›, audio ‹hören› und potior ‹erlangen›:

Weitere Informationen Präsens, Indikativ ...

Die Formen des Futurs aller fünf regelmäßigen Konjugationen sowie von sum ‹sein›:

Weitere Informationen Futur, a-Stämme ...

Als Imperativ des Futurs werden folgende, auf der Grundlage des Präsens gebildete Formen bezeichnet:

Weitere Informationen Imp. Fut., a-Stämme ...

Das Morphem -tō, altlateinisch -tōd ist ursprünglich der Ablativ Singular zum Pronominalstamm to-, erhalten in den Adverbien tum ‹dann›, tam ‹so›, tot ‹so viel› etc., der dem einfachen Imperativ nachgestellt wurde: *deice tōd > dīcitō. Durch Anfügung der Endung -te wurde dann eine entsprechende Pluralform dīcitōte gebildet; nach dem Muster 3. sg. Ind. Pr. dīcit – Imp. Fut. dīcitō entstanden zum 3. pl. dīcunt Imperativformen wie dīcuntō. Die Deponentien bildeten ursprünglich die 2./3. sg. Imp. Fut. ebenfalls mit -tō(d), so ūtitō, ūtuntō, wurden aber schon seit altlateinischer Zeit durch angehängtes-r verdeutlicht; mit dem charakteristischen Auslaut wird außerdem zur 2. pl. Ind. auf -minī wird ein Imp. auf -minō gebildet. Das Verb sciō ‹wissen› verwendet als 2. sg. Imp. nur scītō; einsilbiges scī ist erst im Mittelalter belegt. Altererbte Imperativform zum Perfekt meminī ‹sich erinnern, gedenken› ist mementō (≙ griech. μεμάτω).

Die Formen des Imperfekts aller fünf regelmäßigen Konjugationen sowie von sum ‹sein›:

Weitere Informationen Ind. Impf., a-Stämme ...
Weitere Informationen Konj. Impf., a-Stämme ...

Irreguläre Verben

Die Formen des Verbs sum ‹sein› (sowohl Verbum existentiae als Hilfsverb) und posse ‹vermögen, können› (aus potis sum zusammengezogen):

Weitere Informationen esse, Ind. Präs. ...
Weitere Informationen posse, Ind. Präs. ...

Die Formen von eo ‹gehn› und queo ‹können› (Rückbildung aus nequit(ur) ‹kann nicht›, zusammengezogen aus neque it(ur) ‹geht nicht›):

Weitere Informationen īre, Ind. Präs. ...
Weitere Informationen quīre, Ind. Präs. ...

Die Formen der Verben volō ‹wollen›, mālō ‹lieber wollen› (aus *magis volo zusammengezogen) und nōlō ‹nicht wollen› (aus *ne volo):

Weitere Informationen velle, Ind. Präs. ...
Weitere Informationen mālle, Ind. Präs. ...
Weitere Informationen nōlle, Ind. Präs. ...

Die Formen von dare ‹geben› haben im Gegensatz zu den a-Stämmen (außer in den Formen dās und ) durchgängig kurzes a:

Weitere Informationen dare, Ind. Präs. ...

Die Formen von edo ‹essen›:

Weitere Informationen ēsse, Ind. Präs. ...

Die Formen von fero ‹tragen›:

Weitere Informationen ferre, Ind. Präs. ...

Die Formen von fīō ‹werden›:

Weitere Informationen fīerī, Ind. Präs. ...
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Perfektsystem

Zusammenfassung
Kontext

Die synthetischen Perfektformen am Beispiel der Verben no ‹schwimmen›, taceo ‹schweigen›, dico ‹sagen›, facio ‹machen›, venio ‹kommen›, do ‹geben› und sto ‹stehn›:

Weitere Informationen Ind. Perf., v-Suffix ...
Weitere Informationen Konj. Perf., v-Suffix ...

Das Futurum exactum unterscheidet sich vom Konjunktiv des Perfekts in klassischer und meist auch schon in altlateinischer Zeit nur noch in der 1. Person des Singulars, die übrigen Formen sind infolge durchgehender Kürzung des ursprünglich langen ī vor der Endung zusammengefallen:

Weitere Informationen Fut. exact., v-Suffix ...

Die synthetischen Formen des Plusquamperfekts am Beispiel der Verben no ‹schwimmen›, taceo ‹schweigen›, dico ‹sagen›, facio ‹machen›, venio ‹kommen›, do ‹geben› und stare ‹stehn›:

Weitere Informationen Ind. Plqpf., v-Suffix ...
Weitere Informationen Konj. Plqpf., v-Suffix ...

Die Perfektformen des Passivs und der Deponentien werden mit dem Partizip Perfekt Passiv und den Formen Hilfsverb sum ‹sein› gebildet:

Weitere Informationen ūtor, Ind. Perf. ...
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Literatur

  • Manu Leumann, Lateinische Laut- und Formenlehre, München 1977, S. 505–624.
  • Gerhard Meiser, Historische Laut- und Formenlehre der lateinischen Sprache, 3. Aufl., Darmstadt 2010, S. 178–228.
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