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Russisch-Amerikanische Kompagnie
halbstaatliche Handelskompanie des Russischen Reiches Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Die Russisch-Amerikanische Kompagnie (RAK), auch Russisch-Amerikanische Handelskompanie oder Russisch-Amerikanische Gesellschaft genannt, war eine halbstaatliche Handelskompanie des Russischen Reiches im 19. Jahrhundert.

Geschichte
Zusammenfassung
Kontext
Die Russisch-Amerikanische Kompagnie entstand 1799 als Monopolgesellschaft durch Ukas des russischen Kaisers Paul I. Sie war der Schlusspunkt einer schon seit 1745 einsetzenden Konzentrierung vieler und vor dem Zusammenschluss noch dreier Handelsgesellschaften, die in der Hauptsache Pelzjagden auf den Kurilen, den Aleuten und entlang den Küsten Alaskas betrieben. Als stärkste Aktienhalterin behauptete sich Natalja Alexejewna Schelichowa, die Frau des 1795 verstorbenen Kaufmanns Grigori Iwanowitsch Schelichow. Sie hatte mit Hilfe ihres Schwiegersohnes und Vertrauten am Kaiserhof Nikolai Petrowitsch Resanow ihren anderen Schwiegersohn M. Buldakow als Vorstandsvorsitzenden durchgesetzt. Einer der Vorstandsmitglieder war Efstratios Delarof.
Nach der Satzung von 1799 war die Aktiengesellschaft eine private Pelzhandelsgesellschaft, die von einem Direktorium geleitet wurde. Einer der Direktoriumsvorsitzenden war der Kaufmann Iwan Prokofjew. Das Direktorium berief einen Gouverneur zur Führung der Geschäfte in Russisch-Amerika.[1]
Die Russisch-Amerikanische Kompagnie erhielt zunächst für zwanzig Jahre das Handelsmonopol in Russisch-Amerika, das damals die Aleuten, Alaska und Territorien auf dem nordamerikanischen Festland bis hinunter zum 55. Breitengrad umfasste, dem ungefähren Landungspunkt von Tschirikow 1741 während der 2. Bering-Expedition. Dieses Handelsmonopol konnte alle 20 Jahre erneuert werden. Dadurch wurde nach dem Vorbild der Monopolgesellschaft anderer Kolonialstaaten der Wettbewerb ausgeschaltet und die russischen Ziele in Russisch-Amerika konnten störungsfreier vorangebracht werden. Die Aktieninhaber der Gesellschaft, zu der auch Mitglieder der Kaiserfamilie gehörten, konnten schon nach kurzer Zeit beträchtliche Gewinne erzielen. Die erste Verlängerung des Handelsmonopols, beginnend ab 1821, erweiterte das Gebiet bis hinunter zum 51. Breitengrad. Unter diesem Handelsmonopol ging ein Drittel der Gewinne an das Russische Kaiserreich. Eine Expansion auf die Hawaii-Inseln scheiterte dagegen bereits 1817.[2] In dieser Zeit wurde das Russische Fort auf Kauaʻi erbaut.
Ab den 1820er Jahren schwanden insbesondere durch weitgehende Ausrottung des Seeotters zusehends die Profite aus dem Pelzhandel. Als 1867 Alaska an die USA verkauft wurde (Alaska Purchase), kam auch das kommerzielle Ende für die Russisch-Amerikanische Kompagnie, wenngleich die Gesellschaft formal noch bis zum 1. Januar 1882 weiterexistierte; ihre Aktiva wurden an die in San Francisco ansässige Firma Hutchinson, Kohl & Company verkauft, die diese in Alaska Commercial Company umfirmierte.
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Gouverneure
Liste der Gouverneure der Russisch-Amerikanischen Kompagnie:
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Literatur
- Ilya Vinkovetsky: Russian America. An Overseas Colony of a Continental Empire, 1804–1867. Oxford University Press, Oxford u. a. 2011, ISBN 978-0-19-539128-2 (Rezension).
- Hans Pilder: Die Russisch-Amerikanische Handels-Kompanie bis 1825 (= Osteuropäische Forschungen. 3, ZDB-ID 528064-3). Göschen, Berlin u. a. 1914.
- Peter Littke: Vom Zarenadler zum Sternenbanner. Die Geschichte Russisch-Alaskas. Magnus, Essen 2003, ISBN 3-88400-019-5.
- Peter Littke: Benedikt Cramer, Director of the Russian-American Company .
Weblinks
Commons: Russisch-Amerikanische Kompagnie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
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