Essentielle Hypertonie

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Der essentielle Bluthochdruck oder die essentielle arterielle Hypertonie (auch primäre Hypertonie und genuine Hypertonie genannt[3]) stellt eines der vielfältigen funktionellen Syndrome dar, die dadurch charakterisiert sind, dass trotz umfassender Diagnostik im Sinne der Ausschlussdiagnose hier zunächst kein anatomisch oder endokrinologisch relevanter Organbefund (ätiologisch) zu erheben ist. Daraus wird gefolgert, dass keine durch körperliche Befunde verursachte Primärerkrankung zugrunde liegt.[4][5](a) Der essentielle Bluthochdruck ist also der, für den der Arzt keine Erklärung hat. Damit wird definitionsgemäß die erste Gruppe der arteriellen Hypertonie, die primäre Hypertonie nach der ätiologischen Krankheitseinteilung vorausgesetzt. – Die essentielle Hypertonie, ein Begriff den der Breslauer Arzt Erich Frank 1911[6] eingeführt hatte, zählt zu den 7 klassischen Psychosomatosen (Holy Seven).[5](b)

Klassifikation nach ICD-10
I10.– Essentielle (primäre) Hypertonie
F45.30[1] Psychogene Hypertonie

Somatoforme autonome Funktionsstörung
des Herz und Kreislaufsystems

F54 + I10.-[2] Psychologische und Verhaltensfaktoren bei essentieller Hypertonie
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Werden körperliche Befunde ohne sichere pathogenetische Verursachung gefunden oder vermutet wie etwa genetische Faktoren, so ist zu verweisen auf → Arterielle Hypertonie, Abschnitt Primäre Hypertonie.